Lars Bolle
· 31.01.2026
Special Olympics Deutschland (SOD) weitet seine Förderung des inklusiven Segelsports deutlich aus: Ab Ende Juni 2026 stellt die Organisation Segelvereinen Kieljollen des Typs RS Venture Connect kostenlos zur Verfügung, für einen Zeitraum von bis zu vier Jahren. Interessierte Vereine können sich bis zum 28. Februar 2026 um ein oder mehrere Boote bewerben.
Diese Initiative soll von bisherigen eher kurzfristigen Eventformaten, für die diese Boote auch schon gestellt wurden, hin zu weiteren nachhaltigen, dauerhaften Inklusionsstrukturen im deutschen Segelsport führen. Die Boote werden in der Standardausführung ohne spezielle Schalensitze verliehen und eignen sich damit besonders für sogenannte Unified-Teams, in denen Segler mit und ohne Behinderung gemeinsam auf der Kante sitzen.
Tipp: Die YACHT hat die RS Venture Connect in der Version mit zwei Sitzen 2020 zusammen mit dem Inklusionsboot Far East S/V 14 getestet. Der Test kann hier heruntergeladen werden (kostenfrei für Abonnenten).
Die Organisation Special Olympics Deutschland e.V. ist als nicht-olympischer Spitzenverband im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) organisiert und wird unter anderem von der Bundesregierung gefördert. Sie versteht sich als Inklusionsbewegung mit gesellschaftspolitischem Auftrag. Seit ihrer Gründung 1991 setzt sich SOD dafür ein, Menschen mit geistiger und mehrfacher Beeinträchtigung durch Sport und Bewegung zu stärken, ihre Gesundheit zu fördern und ihr Selbstbewusstsein zu steigern.
Barrieren in den Köpfen und in der Gesellschaft sollen abgebaut und eine inklusive Gesellschaft geschaffen werden, in der jeder Mensch die Möglichkeit hat, seine Potenziale voll zu entfalten. Neben sportlichen Wettbewerben bietet SOD mit Programmen wie „Healthy Athletes" ein ganzheitliches Angebot, das auch Gesundheitsförderung und Bildung umfasst.
Segeln ist seit 2022 offizielle Sportart bei Special Olympics Deutschland. Die RS Venture Connect ist das weltweit führende Inklusionsboot, bietet durch ihren Kiel hohe Kentersicherheit und ein großzügiges Cockpit, das sichere gemeinsame Manöver ermöglicht. Das Boot ist modular anpassbar und wird international bei Para-, Inclusive- und Open-Wettbewerben eingesetzt, wie bei der Weltmeisterschaft 2023 in Rostock oder der Deutschen Meisterschaft 2025 im Rahmen des SailGP vor Sassnitz.
Mehr zur Inklusion im Segelsport in Deutschland erfahren Sie in unserem Spezialartikel.
Die jetzt zur Verfügung stehende Bootsflotte stammt aus dem Erbe der Special Olympics World Games 2023 in Berlin, für die zehn Boot angeschafft und auf dem Wannsee eingesetzt wurden. Diese Boote will SOD nun nutzen, um dauerhafte inklusive Strukturen in Vereinen aufzubauen.
Die kommenden Nationalen Spiele Saarland 2026 (15.–20. Juni) werden die nächste große Bühne für den inklusiven Segelsport sein. Danach stehen die Boote für den Verleih zur Verfügung.
Bewerben können sich alle Segelvereine, die bereit sind, ein Angebot für Menschen mit geistiger Einschränkung zu schaffen oder ein bestehendes Projekt auszuweiten. Das Angebot gilt auch für Vereine, die schon einmal SOD-Boote ausgeliehen hatten. Der Verleih der Boote ist nahezu kostenlos, es wird nur nach Ende der Verleihfrist ein neuer Satz Segel in Rechnung gestellt.
Die schriftliche Bewerbung muss ein vom Vorstand mitgetragenes Konzept für den Auf- oder Ausbau eines inklusiven Segelangebots beinhalten. Zudem sollte eine feste Ansprechperson im Verein genannt werden.
Bewerbungsschluss ist der 28. Februar 2026. Eine vorherige Interessensbekundung beim SOD ist ausdrücklich erwünscht.
SOD wird allen sich bewerbenden Segelvereinen bis Ostern 2026 eine Rückmeldung über die Vergabe der RS Venture Connect geben. Die Vereinsmitglieder erhalten eine ausführliche Einweisung.
Alle weitergehenden Fragen beantworten beim SOD: Jonas Hoge, Bundestrainer Segeln; E-Mail: jonas.hoge@specialolympics.de; Mobil: 0176 61761974 und Iris Brettschneider, Nationale Koordinatorin Segeln; E-Mail: iris.brettschneider@specialolympics.de