Virtual RealitySegelschulen und Regatten in der Zukunft

Max Gasser

 · 19.10.2022

Virtual Reality: Segelschulen und Regatten in der ZukunftFoto: MarineVerse
Eine Seglerin im virtuellen Zweikampf, Spieler können über die gesamte Welt verteilt sein

Der australische Spieleentwickler MarineVerse hat neben dem ersten Segelspiel in Virtual Reality nun auch die erste Simulation einer Segelschule auf den Markt gebracht. Das Steuer übernehmen kann jeder, der selbst eine VR-Brille besitzt

Seit 2016 entwickelt und publiziert MarineVerse diverse Segelsimulationen. MarineVerse Cup ist die neueste und erfolgreichste Virtual-Reality-App des australischen Herstellers und bietet neben Tutorials und weltweiten Mehrspieler-Regatten ab sofort auch einen Segelkurs an. Dieser entstand in Kooperation mit NauticEd, einer der größten E-Learning-Plattformen im Segeln.

Einige Impressionen:

Die dargestellte Yacht steht neben dem Laser allen Usern frei zur Verfügung
Foto: MarineVerse

Virtuelle Regatten im Fokus des Spiels, auch Deutsche mit am Start

Im Spiel findet sich der Segler zunächst in einem Clubhaus wieder, wo er wählen kann, wo, was und wie er segeln möchte. Er kann dabei aus vier verschieden Bootstypen wählen. Neben einer Rennyacht stehen ihm Opti, Laser und sogar eine Waszp zur Verfügung. Auch das Revier kann frei gewählt werden, aktuell sind sieben unterschiedliche Segelspots integriert.

Verlagssonderveröffentlichung

Die angebotenen Tutorials sollen auch Nicht-Seglern einen leichten Zugang zum Spiel ermöglichen, bevor sie auf die Regattabahn gehen. Dort gibt es tägliche Wettfahrten und weltweite Ranglisten. Von insgesamt über 700 virtuellen Seglern wird der Nutzer “germanwolf 119” dort als erster Deutscher aktuell auf Platz 42 geführt.


Virtual Reality: kostengünstige Alternative zur Realität

Ein Hauptargument der Anbieter für eine Ausweitung des digitalen Segmentes im Segeln sind die Kosten. Um selbst das Steuer einer großen Yacht zu übernehmen, muss der angehende Segler in der Simulation anstelle eines kompletten Ausbildungstörns lediglich eine VR-Brille besitzen sowie das Spiel für einmalig 20 Euro herunterladen.

Allerdings sind einige Inhalte, wie oben angeführte Mehrspieler-Regatten und das Erleben des Foilens auf einer Waszp, nur mit einem zusätzlichen Abo von 13 Euro/Monat zugänglich. Bezüglich der benötigten Hardware findet man auf der Website des Spieleentwicklers zwei Empfehlungen. Möchte man virtuelles Segeln zunächst ausprobieren, so sei Equipment für ungefähr 400 Euro ausreichend, die Premium-Variante sieht ein Budget von 2.000 Euro vor.

Die Entwickler arbeiten weiter daran, das Spiel so realistisch wie möglich werden zu lassen. Wind und Wetter variieren bereits und werden von den Nutzern als sehr realitätsnah wahrgenommen. Grafisch bringt der Segelsport allerdings große Herausforderungen mit sich, was sich auch in der Optik bemerkbar macht. Besonders in der kalten Jahreszeit soll das Spiel dennoch auch fortgeschrittene Segler begeistern und könnte für Segelclubs eine gute Ergänzung des Winterprogramms sein. Insbesondere für Einsteiger könnte es sogar zur Alternative zum ersten Schnuppersegeln werden.

Der Video-Teaser des Virtual-Reality-Spiels:


Erster virtueller Segelkurs inklusive

Das ist auch der Hintergrund des nun veröffentlichten Segelkurses. Dieser soll in Virtual Reality Grundlagen vermitteln und ist mit Installation des Spiels verfügbar. Besonders für Einsteiger habe das Konzept einige Vorteile, so der Hersteller. Edward O'Conner von Partner NauticEd betont die Sicherheit bei den ersten Segelstunden: “Der wirkliche Vorteil einer VR-Lernumgebung für neue Auszubildende besteht darin, dass die Kosten für Fehler nicht existieren. Dies führt zu einer entspannten, weniger ängstlichen und weniger nervösen Erfahrung.”

Sailing Island in Mönchengladbach war die erste Segelschule in Deutschland, die Ausbildungseinheiten mithilfe eines 3D-Programms und einer VR-Brille angeboten hatte. In einem 3D-animierten Hafen steuern Schüler dort eine Yacht durch eine nachempfundene Marina. Für diese Zwecke konnte der Simulator überzeugen, gesegelt werden konnte allerdings nicht.

Zum Download von MarineVerse Cup:


E-Sailing ist auch ohne VR-Brille möglich

Virtual Regatta ist auch auf  dem Handy spielbar und bietet neben Inshore-Regatten eine zweite App für den Offshore-Bereich anFoto: YACHT/Screenshot
Virtual Regatta ist auch auf dem Handy spielbar und bietet neben Inshore-Regatten eine zweite App für den Offshore-Bereich an

Auch der Welt-Seglerverband setzt mittlerweile auf E-Sport und richtete 2018 die erste offizielle Weltmeisterschaft in dieser neuen Disziplin aus – mit fantastischem Erfolg. 169.000 E-Segler aus 74 Ländern kämpften über sechs Monate um den ersten WM-Titel. Mit einem fünften Platz im Halbfinale hat sich der Überlinger Jonathan Koch für das diesjährige Finale der E-Sailing-Weltmeisterschaft qualifiziert. Gesegelt wird um 10.000 Dollar Preisgeld, das unter den drei Bestplatzierten aufgeteilt wird.

Diese Meisterschaften werden mittels der kostenlosen Simulationssoftware Virtual Regatta ausgetragen, die sich zum Marktführer im Bereich Segeln entwickelt hat und auf die fast alle anderen Veranstalter setzen. Sie ist auf Windows- und Mac-Rechnern sowie Smartphones und Tablets mit Android- oder iOS-Betriebssystem spielbar, also auf so gut wie allen Endgeräten.


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