NiederlandeVon Zeeland zur Waddenzee – von Texel zurück zur Oosterschelde

Jörg Müller-Dünow

 · 24.05.2026

Niederlande: Von Zeeland zur Waddenzee – von Texel zurück zur OosterscheldeFoto: Jörg Müller-Dünow
Der Hafen der Urlaubsmetrepole Scheveningen.
Auf einem Törn vom Süden in den Norden der Niederlande bekommen man viel Abwechslung geboten. Teil 4/5: von Texel über Scheveningen zurück zur Oosterschelde.

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​Oudeschild ist der Yachthafen der geschäftigsten Westfriesischen Insel: Texel. Die Dörfer liegen hier verstreut, zum Strand sind es vom Hafen aus mit dem Rad zwölf Kilometer.

Texel: ganz bequem mit dem Bus

Bequemer geht es mit dem Texelhopper: Der Busdienst hat eine Linienverbindung vom Fährhafen im Süden über Den Burg bis De Koog am Weststrand. Dazu gibt es über 100 weitere Haltestellen für Kleinbusse, die auf Abruf kommen. Die Tageskarte ist mit acht Euro erschwinglich.

Das gibt Optionen: zum Shopping nach Den Burg, fürs Nightlife nach De Koog oder zum Leuchtturm in Cocksdorp für den schönen Blick hinüber nach Vlieland. Vor dem Ort lagen im 17. Jahrhundert die Ostindien-Schiffe der VOC. Heute liegen Yachten in der vor einigen Jahren vergrößerten gut ausgestatteten Marina.

Seewärts nach Scheveningen

Wir machen uns auf nach Scheveningen. Die 61 Seemeilen sind eine Tagesreise entlang der Windparks vor Egmond und Katwijk. Wir passieren das Schießgebiet vor Petten und genießen bei Nordwestwind die vorbeiziehende Dünenlandschaft. Nach neun Stunden melden wir uns beim Hafenamt über Funk für die Einfahrt in den Yachtclub.

Vom vorab reservierten Tisch im tollen Fischrestaurant im Südosten des Hafenbeckens blicken wir auf die Yachten. Der südliche Strandabschnitt hinter einem neuen Wohnviertel ist die perfekte Kulisse für Kalenderblatt-Sonnenuntergänge. Die Promenade nördlich des Hafens hingegen lockt die Massen mit Riesenrad, Casino, unzähligen Strandbars und Junggesellenabschieden.

Den Haag: das kuschelige Amsterdam

Wir verzichten und steigen in die Tram nach Den Haag. „Wie eine kleinere, kuschelige Version von Amsterdam“, sagt das jüngste Crewmitglied, und so vergeht der letzte Tag zwischen Palastgarten, Rittersaal und einem Tee im stolzen Hotel Des Indes. Zurück zum Yachtclub Scheveningen geht es mit dem Bus, der oberhalb der Steganlage hält, wo wir im Päckchen liegen.

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Den finalen Schlag nach Zeeland starten wir mit dem Kentern des Stroms auf der Nordsee. Nach zwei Stunden melden wir uns bei den Revierlotsen der Maasmündung, die uns wie immer freundlich und klar durch die Containerriesen und Tanker hindurch leiten, die nach Rotterdam wollen.

Die Oosterschelde hat uns wieder

Abends hat uns die Oosterschelde wieder. Wir verbringen den letzten Abend der Reise in Zierikzee – erwischen einen Platz in einer Box des Vereins direkt hinter dem Deichtor und sparen uns das Siebener-Päckchen tiefer im Dorf. Am nächsten Mittag sind die Leinen fest in Bruinisse und die Stegnachbarn grüßen. „Na, wieder auf Vlieland gewesen?“ – „Wo denn sonst?“.


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Jörg Müller-Dünow fand mit 13 auf Spiekeroog durch Zufall zum Segelsport und lernte das Wattensegeln von der Pike auf. Der Düsseldorfer hat ein RIB auf dem Rhein verchartert, mit Yachten zwischen 6 und 22 Metern an den Regatta-Klassikern in den Niederlanden und im westlichen Mittelmeer teilgenommen und ist heute mit eigenem Boot und der Familie in Zeeland unterwegs. Neben beruflichen Stationen in Agenturen und Unternehmen als PR-Berater und Pressesprecher war er praktisch immer auch als freier Journalist tätig. Seit 2025 berichtet er aus den Niederlanden für BOOTE und YACHT, testet Boote, teilt Reiseerlebnisse und Reviertipps und portraitiert spannende Werften oder Wassersportler.

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