Brücken, Baustellen und neue Regeln: In den Niederlanden wird 2026 zur Bewährungsprobe für Infrastruktur und Wassersport. Ein Überblick über alles, was Skipper jetzt wissen müssen.
Alle Neuerungen, Veränderungen und Behinderungen im Überblick:
Die Brücke über die Noord bei Alblasserdam wird bis 31. Mai nicht bedient. Ausnahme: einmalige Öffnung wöchentlich freitags um 13 Uhr. Hierfür muss man sich 48 Stunden vorher anmelden unter Tel. +31/ 88/797 08 00, E-Mail: rvc-algemeen@rws.nl oder auf UKW-Kanal 71.
Diese Diskussion kommt immer wieder mal auf: Um mehr Trinkwasser, auch für die Bewässerung von Feldern, vorzuhalten, könnte man das Grevelingenmeer nutzen. Dazu müsste der größte Salzwasserbinnensee Europas von Salz- auf Süßwasser umgestellt werden. Das ginge über den Volkerak mit Wasser aus Maas und Waal. Eine Studie hat nun noch mal aufgezeigt, dass das theoretisch möglich wäre, auch wenn fraglich ist, ob es dafür auch in trockenen Sommern genügend Wasser gäbe. Die Prüfungen dauern an, eine Umsetzung ist jedoch erst mal nicht geplant.
Auf dem Kanal, der die Westerschelde mit Belgien verbindet, findet seit Ende 2025 eine Funkbegleitung statt. Von der Schleuse bis etwa zur Hälfte der Strecke gilt UKW-Kanal 11, dahinter Kanal 61. Yachten sollen sich bei den Sektoren melden.
An der Roer entstehen Apartmenthäuser mit Anlegeplätzen. Dafür musste der Steelhaven nach 40 Jahren Betrieb weichen. Zum 31. Dezember 2025 hat er den Betrieb eingestellt, die Hallen werden abgerissen, der Bau der Häuser vorbereitet. Eine Versammlung, die Wassersportler, Gemeinde und Investoren an einen Tisch brachte, blieb ohne Ergebnis für die Liegeplatzinhaber.
Die Gemeinde Geleen hat am Julianakanaal neue Gastliegeplätze angelegt. Diese befinden sich im Berghaven beim Dorf Buchten. Man darf maximal 48 Stunden liegen. Abgesehen von den Stegen bietet der Hafen keinerlei Infrastruktur.
Das beliebte nautische Nachschlagewerk wird nicht mehr aufgelegt. Die Informationen erhält man heute alle digital, etwa in der Waterkaarten-App. Damit endet eine Ära, denn viele Wassersportler in den Niederlanden nutzen den Almanak sehr intensiv. Den Almanak 1, der im Wesentlichen das Binnenvaartpolitiereglement (BPR) enthält, gibt es weiterhin. Es ist weiterhin Pflicht, ein BPR an Bord zu haben. Solange dieses schnell auffindbar beziehungsweise abrufbar ist, reicht aber auch eine digitale Version.
Lange hat es gedauert, aber nun ist mit dem Flussguard das erste Schwarzwasser-Reinigungssystem offiziell zugelassen. Etwa so groß wie ein Bierkasten und hinter einem Tank verbaut, kann es WC-Abwässer so reinigen, dass diese in den Niederlanden ins Oberflächenwasser eingeleitet werden dürfen. In zwei Leistungsstufen braucht es entsprechend mehr oder weniger Strom und Zeit. An den Motorkühlkreislauf angeschlossen, reduziert sich der Stromverbrauch drastisch. Flussguard.nl