Wo einst olympische Medaillen vergeben wurden, schlägt noch heute das Herz des deutschen Segelsports. Kiel-Schilksee ist weit mehr als ein Vorort der Landeshauptstadt: Das Olympiazentrum am Ausgang der Kieler Förde verbindet internationale Regatten, moderne Marina und feinsandige Ostseestrände.
Wer von Schilksee spricht, kommt an der Kieler Woche nicht vorbei. Das Olympiazentrum war Austragungsort der Segelwettbewerbe der Olympischen Spiele 1972 und ist bis heute der seglerische Mittelpunkt der weltweit größten Segelveranstaltung. Jedes Jahr treffen sich hier Profis, Nachwuchssegler und Fahrtencrews aus aller Welt, um auf den Regattabahnen vor der Förde gegeneinander anzutreten. Zwischen Jollen, Foilern, Offshore-Yachten und olympischen Klassen herrscht reges Treiben auf dem Wasser, während an Land Zuschauer die Wettfahrten von der Promenade aus verfolgen. Das Olympiazentrum dient dabei als Regattahafen, Veranstaltungszentrum und Treffpunkt der internationalen Segelszene.
Auch außerhalb der Kieler Woche bleibt Schilksee eine der wichtigsten Segeladressen Deutschlands. Zahlreiche Welt- und Europameisterschaften sowie Trainingslager des Deutschen Segler-Verbands finden hier regelmäßig statt. Schilksee eignet sich zudem hervorragend als Ausgangspunkt für Törns nach Dänemark, in die Eckernförder Bucht oder entlang der schleswig-holsteinischen Ostseeküste.
Der Olympiahafen Schilksee zählt zu den bekanntesten Marinas an der deutschen Ostseeküste. Rund 870 Liegeplätze, moderne Sanitäranlagen, Bootsausrüster, Segelmacherei, Gastronomie (z.B. El Möwenschiss und Goldfisch Schilkseer Fischbrötchen) und Einkaufsmöglichkeiten sorgen dafür, dass Fahrtensegler bestens versorgt sind. Die Wassertiefen liegen überwiegend zwischen drei und vier Metern.
Wer den Hafen anlaufen möchte, profitiert von der direkten Lage an der Ostsee. Die Ansteuerung ist unkompliziert. Tagsüber läuft man von See kommend auf die Terrassenhäuser zu, die eine gute Landmarke abgeben. Achtung: Die beiden Einfahrten sind erst sehr spät zu erkennen, nicht mit den Steinschüttungen südlich des Hafens verwechseln! Nachts sind die beleuchteten Einfahrten ohne Probleme zu sehen. Bis die Einfahrten ausgemacht werden können, läuft man auf das Strander-Bucht-Feuer im weißen Sektor zu.
Während der Kieler Woche werden nur Liegeplätze an Regattateilnehmer vergeben!
Direkt neben dem Hafen beginnen die breiten Sandstrände von Schilksee und Strande. Die Schilkseer Promenade lädt zum Flanieren ein und bietet beste Ausblicke auf ein- und auslaufende Yachten sowie die großen Fähren auf ihrem Weg durch die Kieler Förde. Das Kieler Stadtzentrum ist in wenigen Minuten erreichbar. Dort warten die Kiellinie, der traditionsreiche Hafenbereich und zahlreiche Restaurants und Museen. Im Schifffahrtsmuseum in der ehemaligen Fischhalle etwa wird Kiels Geschichte als Hafenstadt, Marine- und Werftenstandort und als Ort des Segelsports präsentiert.
Das Umland lockt mit Radwegen über den Dänischen Wohld, kleinen Küstenorten und weiten Ostseestränden. Besonders entspannt lässt sich das maritime Leben an der Förde im Hafen des benachbarten Strande beobachten. Von der Besucherplattform des Leuchtturms Bülk hat man einen wunderbaren Blick über die Förde.

Redakteurin Reise
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