Jill Grigoleit
· 29.05.2026
Jedes Jahr im Juli verwandelt sich der Ort für zehn Tage in ein Zentrum des internationalen Wassersports. Travemünde trägt den Segelsport in seiner DNA. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts traf sich hier die deutsche Segel-Elite zum Wettstreit auf der Lübecker Bucht. Die 137. Travemünder Woche findet vom 17.-26. Juli 2026 statt.
Als weithin sichtbare Landmarke weist das 118 Meter hohe „Maritim“-Hotel – einlaufend an Steuerbord – den Kurs nach Travemünde. Die Lübecker Bucht bietet eine gute Auswahl an modernen Marinas mit Gastliegeplätzen. Allen voran der Passathafen mit dem hiesigen Wahrzeichen, dem er seinen Namen zu verdanken hat. Die Marina auf der Halbinsel Priwall – mit Blick auf die gegenüberliegende Travemünder Altstadt – zählt 490 Liegeplätze. Gastyachten bis 16 Meter Länge und fünf Meter Breite finden zehn ausgeschilderte Plätze auf vier bis sechs Meter Wassertiefe östlich des Bootskrans.
Alternativ kann man auch direkt auf der Stadtseite festmachen, etwa beim traditionsreichen Lübecker Yacht-Club. Für die unschlagbare Lage direkt an der Promenade muss man allerdings mitunter ordentlich Schwell vom regen Fährverkehr in Kauf nehmen. Ruhiger liegt das Boot in der Marina Baltica flussaufwärts. Von hier ist es ein gut 20-minütiger Spaziergang bis zur Altstadt.
Auch abseits der Travemünder Woche lohnt sich der Törn hierher. Südlich lockt die ruhige Pötenitzer Wiek, nördlich zieht sich das Brodtener Ufer als eindrucksvolle Steilküste bis nach Niendorf. In Travemünde selbst erinnern alte Villen oberhalb der Promenade an die große Zeit der Seebäder, als wohlhabende Hamburger und Lübecker hier ihre Sommer verbrachten.
Wahrzeichen der Stadt ist die Viermastbark „Passat“, die als einer der legendären Flying-P-Liner der Reederei F. Laeisz 1911 bei Blohm & Voss vom Stapel lief. Heute ist sie Museumsschiff, Jugendherberge und beliebter Veranstaltungsort.
Ein weiteres Highlight ist der älteste Leuchtturm Deutschlands, in dem sich heute ein maritimes Museum befindet. Im Laufe seiner fast 700-jährigen Geschichte wurde er mehrfach zerstört und wiederaufgebaut. Seinen ursprünglichen Zweck erfüllte das 31 Meter hohe Kulturdenkmal zuletzt 1972, als das Leuchtfeuer schließlich aufgrund des höheren „Maritim“-Hotels abgeschaltet wurde. Seither befindet sich im Dachgeschoss des Hotels das mit 117 Metern höchste Leuchtfeuer Europas.

Redakteurin Reise