BodenseeRekord - Niedrigwasser bremst Boote aus

Ursula Meer

 · 07.10.2026

Das Bild vom vergangenen Samstag, 3. Oktober 2026, zeigt den Untersee,   den westlichen Teil des Bodensees, in Ermatingen. Boote liegen auf dem trockenen Seegrund. In Berlingen wurde der tiefste Pegel seit Beginn der Messungen vor 135 Jahren gemessen.
Foto: KEYSTONE/Gian Ehrenzeller
​Am Bodensee ist der Untersee auf einen historischen Niedrigstand gefallen. Trockengefallene Liegeplätze, schwierige Hafenzufahrten und festliegende Sportboote zeigen die Folgen für Wassersportler und Schifffahrt.

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Die Dürre auf den Binnenseen und Flüssen macht Sportbootfahrern in diesem Jahr große Probleme - und ein Ende ist vielerorts nicht in Sicht. Besonders hart trifft es den Bodensee: Am Pegel Berlingen ist der Wasserstand des Untersees unter die bisherige Rekordmarke von 1949 gefallen. Besonders in flachen Häfen und Buchten fehlt Sportbooten nun oft die entscheidende Wassertiefe: Boote sitzen auf, können ihre Liegeplätze nicht mehr erreichen oder müssen verlegt werden. Auch die Fahrgastschifffahrt ist bereits eingeschränkt.

Historisches Tief

​Flüsse und Binnenseen leiden in diesem Jahr besonders unter niedrigen Wasserständen. Nun ist am Bodensee der Untersee ist historischem Niedrigstand gefallen. Am Schweizer Pegel Berlingen wurden am Mittwochvormittag, 7. Oktober, 394,16 Meter über Meer gemessen. Das sind rund 15 Zentimeter weniger als beim bisherigen Tiefstwert vom 14. Januar 1949. Auch in den kommenden Wochen ist saisonbedingt eher mit weiter sinkenden Wasserständen zu rechnen.

​Die Bilder erinnern an den Niedrigwasser-Sommer 2022: Damals mussten am Untersee viele Eigner ihre Sportboote wegen trockener Liegeplätze und zu flacher Hafenzufahrten vorzeitig aus dem Wasser holen

Dürre zieht sich durch das Jahr

Auslöser ist eine außergewöhnliche Kombination aus schneearmem Winter im Alpenraum, geringen Niederschlägen im Einzugsgebiet des Bodensees und hoher Verdunstung im warmen, trockenen Sommer. Der September brachte in Baden-Württemberg nur rund 27 Prozent der sonst üblichen Niederschlagsmenge.

Für Wassersportler ist die Lage besonders am flachen Untersee gravierend: Hafeneinfahrten, Stege und Liegeplätze fallen trocken, Boote sitzen auf oder müssen verlegt werden. Die Bodensee-Schiffsbetriebe haben ihren Kursverkehr auf dem Untersee bereits am 1. Oktober bis auf Weiteres eingestellt. Die Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein bedient nur noch einen eingeschränkten Fahrplan.

Umrüsten auf Hubkiel als langfristige Lösung?

In den vergangenen Sommern mussten Eigner immer mal wieder bei wechselnden Wasserständen für Wochen auskranen. ​Die erneut verschärfte Lage bringt inzwischen Werften dazu, über Lösungen für Yachten mit größerem Tiefgang nachzudenken. So lässt sich nach Angaben der Meersburger Ott-Werft die dort gebaute Aphrodite 101 inzwischen mit einem Hubkiel nachrüsten. Damit soll sich ihr Tiefgang für Hafenmanöver und flache Liegeplätze deutlich verringern lassen, ohne auf die Segeleigenschaften eines ballastierten Kiels verzichten zu müssen. Das Interesse der Eigner sei groß, so die Werft.

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Ursula Meer

Ursula Meer

Redakteurin Panorama und Reise

Ursula Meer ist Redakteurin für Reisen, News und Panorama. Sie schreibt Segler-Porträts, Reportagen von Booten, Küsten & Meer und berichtet über Seenot und Sicherheit an Bord. Die Schönheit der Ostsee und ihrer Landschaften, erfahren auf langen Sommertörns, beschrieb sie im Bildband „Mare Balticum“. Ihr Fokus liegt jedoch auf Gezeitenrevieren, besonders der Nordsee und dem Wattenmeer, ihrem Heimatrevier.

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