Die Dürre auf den Binnenseen und Flüssen macht Sportbootfahrern in diesem Jahr große Probleme - und ein Ende ist vielerorts nicht in Sicht. Besonders hart trifft es den Bodensee: Am Pegel Berlingen ist der Wasserstand des Untersees unter die bisherige Rekordmarke von 1949 gefallen. Besonders in flachen Häfen und Buchten fehlt Sportbooten nun oft die entscheidende Wassertiefe: Boote sitzen auf, können ihre Liegeplätze nicht mehr erreichen oder müssen verlegt werden. Auch die Fahrgastschifffahrt ist bereits eingeschränkt.
Flüsse und Binnenseen leiden in diesem Jahr besonders unter niedrigen Wasserständen. Nun ist am Bodensee der Untersee ist historischem Niedrigstand gefallen. Am Schweizer Pegel Berlingen wurden am Mittwochvormittag, 7. Oktober, 394,16 Meter über Meer gemessen. Das sind rund 15 Zentimeter weniger als beim bisherigen Tiefstwert vom 14. Januar 1949. Auch in den kommenden Wochen ist saisonbedingt eher mit weiter sinkenden Wasserständen zu rechnen.
Die Bilder erinnern an den Niedrigwasser-Sommer 2022: Damals mussten am Untersee viele Eigner ihre Sportboote wegen trockener Liegeplätze und zu flacher Hafenzufahrten vorzeitig aus dem Wasser holen
Auslöser ist eine außergewöhnliche Kombination aus schneearmem Winter im Alpenraum, geringen Niederschlägen im Einzugsgebiet des Bodensees und hoher Verdunstung im warmen, trockenen Sommer. Der September brachte in Baden-Württemberg nur rund 27 Prozent der sonst üblichen Niederschlagsmenge.
Für Wassersportler ist die Lage besonders am flachen Untersee gravierend: Hafeneinfahrten, Stege und Liegeplätze fallen trocken, Boote sitzen auf oder müssen verlegt werden. Die Bodensee-Schiffsbetriebe haben ihren Kursverkehr auf dem Untersee bereits am 1. Oktober bis auf Weiteres eingestellt. Die Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein bedient nur noch einen eingeschränkten Fahrplan.
In den vergangenen Sommern mussten Eigner immer mal wieder bei wechselnden Wasserständen für Wochen auskranen. Die erneut verschärfte Lage bringt inzwischen Werften dazu, über Lösungen für Yachten mit größerem Tiefgang nachzudenken. So lässt sich nach Angaben der Meersburger Ott-Werft die dort gebaute Aphrodite 101 inzwischen mit einem Hubkiel nachrüsten. Damit soll sich ihr Tiefgang für Hafenmanöver und flache Liegeplätze deutlich verringern lassen, ohne auf die Segeleigenschaften eines ballastierten Kiels verzichten zu müssen. Das Interesse der Eigner sei groß, so die Werft.

Redakteurin Panorama und Reise
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