Das Vegvisir Race bekommt die volle Breitseite des skandinavischen Spätsommerwetters ab. Schon bei der Steuermannsbesprechung der Einhandsegler am Mittwochabend lag eine spürbare Nervosität in der Luft, wie uns Jochen Rieker, Herausgeber der Yacht erzählt. Draußen zogen Regenschauer durch, im fast leeren Zelt war wegen des prasselnden Regens zeitweise kaum ein Wort zu verstehen.
Noch diskutierte Race Director Morten Brand mit den Skippern über die grundsätzliche Richtung des Kurses. Im Raum stand die Frage, ob die 200-Seemeilen-Runde im oder gegen den Uhrzeigersinn gesegelt werden sollte.
Am Donnerstag zog die Wettfahrtleitung kurz vor dem Start die Konsequenz: Die 200-Seemeilen-Strecke wurde für die Teilnehmer, welche Einhandsegeln komplett abgesagt.
Zuvor hatten die Veranstalter noch verschiedene Möglichkeiten geprüft, den Kurs zu verkürzen. Doch insbesondere die vorgeschriebene sechsstündige Ruhezeit hätte für die langsameren Boote ein Problem geschaffen. Sie wären erst am Samstagnachmittag oder -abend wieder im Ziel erwartet worden, genau dann, wenn nach der aktuellen Prognose Windgeschwindigkeiten von bis zu 35 Knoten einsetzen sollen.
Die Entscheidung dürfte deshalb bei vielen Crews trotz aller Enttäuschung auch für Erleichterung sorgen. Schon am Donnerstagmorgen präsentierte sich die Wetterlage des alles andere als einladend. Heftige Böen und anhaltende Regenschauer sorgten für Bedingungen, die selbst hartgesottenen wenig Freude bereiteten.
Trotz der schwierigen Wetterprognose gingen beim Start der Doppelhand-200-Seemeilen-Regatta 37 Boote ins Rennen. Rund 66 Yachten waren ursprünglich für die Strecke gemeldet. Das Feld wurde in drei Startgruppen aufgeteilt und machte sich anschließend auf den Weg in die anspruchsvollen Bedingungen.
Besonders stark vertreten ist dabei die Small-Klasse: Mit zwölf gestarteten Booten stellt sie das größte Teilfeld der 200-Seemeilen-Version. Erfreulich ist zudem die Beteiligung der Seascape 27. Fünf der neun gemeldeten Boote dieser Klasse entschieden sich trotz der Wetterprognose für den Start.
Damit ist das Rennen zunächst in vollem Gang, auch wenn die Bedingungen den Crews einiges abverlangen dürften. Die Kombination aus kräftigen Böen, Regen und der weiter zunehmenden Windprognose sorgt bereits unmittelbar nach dem Start für Spannung.
Um dem stärksten Wind möglichst auszuweichen, wurde der Kurs des Vegvisir Race kurzfristig angepasst und um rund 25 Seemeilen verkürzt. Statt in Richtung der Flensburger Förde führt die Strecke nun über Ærø an dessen Westseite entlang in Richtung Kleiner Belt und anschließend in den Svendborgsund.
Nun richtet sich der Blick auf die 100-Seemeilen-Strecke, deren Start für Freitag um 17 Uhr vorgesehen ist. Doch auch hier bleibt die Wettfahrtleitung flexibel.
Den Teilnehmern wurde bereits mitgeteilt, dass mehrere verkürzte Kursvarianten vorbereitet werden. Ziel ist es, die Flotte rechtzeitig wieder sicher in Nyborg zu haben, bevor der angekündigte Starkwind das Revier erreicht.
Damit steht das Vegvisir Race in diesem Jahr ganz im Zeichen des Wetters. Statt Rekordjagd und strategischer Routenwahl bestimmen derzeit auch Sicherheitsüberlegungen und die Frage, wie viel der ursprünglich geplanten Strecke überhaupt gesegelt werden kann.
Die Stimmung unter den Crews ist entsprechend verhalten. Und als hätte die Regatta noch ein zusätzliches Omen gebraucht, trieb am Donnerstagvormittag eine aufgeblähte Ratte kieloben am Heck eines Teilnehmerbootes vorbei. Weißes, glibberiges Fell inklusive.
Ob schlechtes Zeichen oder nur ein kurioser Fund im Wasser: Die kommenden Stunden werden zeigen, ob die kleine Version des Vegcisir Race 2026 unter vertretbaren Bedingungen gestartet werden kann.
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Den Tracker für das Vegvisir Race 2026 ist hier zu finden

Redakteur News & Panorama
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