Fabian Boerger
· 26.08.2026
Die Wasseroberfläche zwischen Dänemark und Rügen gleicht streckenweise einer grün-bräunlichen Brühe. Massive Blaualgen-Teppiche ziehen derzeit über die südliche und westliche Ostsee.
Besonders stark betroffen sind Berichten zufolge die Häfen Hasle und Hammerhavn auf der dänischen Insel Bornholm. Der dänische Regionalsender TV2 berichtet von einer stark stinkenden Masse, die sich über das gesamte Hafenbecken zieht. Konsistenz und Dichte würden sich täglich ändern, je nach Wind, Wetter und Wassertemperatur.
Auch vor der Insel, zwischen Bornholm und Rügen, machen Segler Erfahrungen mit der Pampe. In einem Video, dass YACHT von einem Leser zugespielt wurde, ist ein Boot zu sehen, dass sich durch eine dichte, grün-bräunliche Masse kämpft.
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Die Teppiche beschränken sich dabei nicht nur auf die Region rund Bornholm. Die Blüte hat auch die deutsche Ostseeküste von Schleswig-Holstein bis Mecklenburg-Vorpommern erfasst. Das Swedish Meteorological and Hydrological Institute (SMHI) bestätigt die außergewöhnliche Ausbreitung: Demnach wurden Oberflächenansammlungen von Cyanobakterien von der südwestlichen Ostsee bis in die nördliche Ostsee beobachtet – ebenso im Bottnischen Meer, im Sund, in den Belten und im Archipelmeer. In der südlichen Ostsee driften die Massen vorwiegend nach Westen.
Eine Karte des SMHI und weitere Informationen zur aktuellen Lage finden Sie hier.
Obwohl umgangssprachlich oft von „Blaualgen“ die Rede ist, handelt es sich dabei um Cyanobakterien. Ihren umgangssprachlich verwendeten Namen verdanken sie dem blau-grünen Farbstoff Phycocyanin, der in den Zellen enthalten ist.
Manche Arten von Cyanobakterien produzieren Toxine, die sich im Wasser lösen und für Mensch und Tier gefährlich werden können. Typische Symptome nach Kontakt sind Hautreizungen, Bindehautentzündungen und Ohrenschmerzen. Werden beim Schwimmen etwa kleinste Mengen verunreinigten Wassers verschluckt, drohen Übelkeit, Durchfall und Erbrechen.
Und sie bringen ein Folgeproblem mit sich: Vibrionen. Diese ernähren sich von absterbenden Blaualgen, weshalb nach einer starken Algenblüte mit erhöhten Vibrionen-Konzentrationen im Wasser zu rechnen ist.
Für Segler haben die Teppiche darüber hinaus Folgen, wenn Blaualgen in großen Mengen in den Seewasserkühlkreislauf des Motors gelangen. Dort können sie Filter verstopfen und den Kühlwasserstrom unterbrechen – im schlimmsten Fall droht die Überhitzung des Motors.
Wie groß die Gefahr ist, hängt davon ab, wo am Rumpf das Wasser angesaugt und wie dick die Teppiche tatsächlich sind. In der Regel sind diese lediglich wenige Zentimeter dick, was kaum unter die Wasseroberfläche reicht. Sinnvoll ist dennoch, den Seewasserfilter bei der Durchfahrt durch dichte Algenfelder regelmäßig zu kontrollieren und bei Bedarf zu reinigen.
Stabile, windstille Wetterphasen und hohe Wassertemperaturen halten die Teppiche an der Oberfläche. Dreht der Wind oder sinken die Temperaturen, können die Massen aus den Häfen getrieben werden oder absinken. Zuverlässig vorhersagen lässt sich das nicht.

Redakteur News & Panorama
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