​Travemünder Woche 2026RS-500-EM entschieden, Dänen greifen an

Lars Bolle

 · 23.07.2026

Aufgrund der kräftigen Böen konnten die 12er-Yachten nur unter Vorsegel an den Start gehen.
Foto: Christian Beeck
Zur Halbzeit der Travemünder Woche 2026 sind weitere Titel vergeben. Während der Volksbank Rotspon Cup die Zuschauer an die Trave zog, fielen auf der Ostsee die Entscheidungen in der RS-500-EM. Beim Folkeboot Gold Cup wächst der Druck auf Spitzenreiter Andreas Blank.

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Die Travemünder Woche 2026 hat ihre Halbzeit erreicht und bleibt sportlich dicht getaktet. Am Mittwoch richtete sich die Aufmerksamkeit vieler Besucher zunächst auf den Volksbank Rotspon Cup, das Match Race zwischen Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau und Landtagspräsidentin Kristina Herbst. Parallel wurde auf der Ostsee weiter um Titel und Zwischenstände gesegelt.

DSV-Präsidentin Mona Küppers zog nach mehreren Tagen vor Ort ein positives Zwischenfazit. „Wie es war, in einem Wort? Wunderschön!“, sagte sie. Besonders hob sie die Mischung aus jungen Seglerinnen und Seglern, vielen Bootsklassen und die inklusive Meisterschaft der RS Venture Connect hervor. Die Wettfahrtleitung habe am dritten Tag bis Sonnenuntergang agiert, um die Meisterschaft möglich zu machen.

RS 500: Britisches Gesamtpodium, Frauentitel für die Niederlande

Bei den RS 500 stehen nach zehn Wettfahrten die neuen Europameister fest. 47 Aktive aus acht Nationen waren in Travemünde am Start. Anders als in einigen anderen RS-Klassen war das Feld nicht überwiegend britisch besetzt, dennoch blieb das Podium der Gesamtwertung komplett in britischer Hand.

Gold holten Paul Cullen und Fresh Abendstern. Silber ging an Peter und James Curtis, Bronze an Hugh und Luke Watson. Internationaler fiel die Jugendwertung aus. Dort gewannen Matteo Galgano Corni und Rafaello Spadini aus Italien vor Thomas und Samuel Leather aus Großbritannien sowie Monika und Kristyna Krenkova aus Tschechien.

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Bei den Frauen heißen die neuen Europameisterinnen Daphne Somers und Melani de Bat aus den Niederlanden. Silber ging an Monika und Kristyna Krenkova, Bronze an Anna Mosso und Camilla Parrinelli aus Italien.

Folkeboot Gold Cup: Dänen rücken in breiter Front vor

Während die Vaurien ihren planmäßigen Lay Day an Land verbrachten, gingen die Folkeboote bei anspruchsvollen Bedingungen hinaus. Böen mit fünf bis sechs Beaufort waren für die Klasse kein Grund, den Wettfahrttag ausfallen zu lassen.

Nach dem zweiten Tag hat Andreas Blank aus Berlin die Führung beim Folkeboot Gold Cup noch knapp inne. Ein zehnter Platz brachte ihn jedoch unter Druck. Direkt dahinter formiert sich eine dänische Gruppe: Per Hovmark und Per Buch liegen auf den Plätzen zwei und drei. Beide haben den Gold Cup bereits dreimal gewonnen und könnten vor Travemünde ihren vierten Erfolg holen. Michael Guldmann folgt auf Rang vier, Sören Kästel auf Rang fünf.

Kästel zählt zu den prägendsten Namen der Klasse. Der Segler aus Hellerup bei Kopenhagen hat den inoffiziellen Weltmeistertitel der Folkeboote bereits sechsmal gewonnen, zuletzt im vergangenen Jahr auf seinem Heimatrevier.

RS Feva WM startet mit 20 Nationen

Am Dienstagabend eröffneten die RS Feva ihre Weltmeisterschaft mit einer Flaggenparade am Priwall-Hafen. Seglerinnen und Segler aus 20 Nationen liefen zur Bühne ein. Insgesamt haben 142 Aktive für die WM der schnellen Zwei-Personen-Jollen gemeldet.

Am Mittwoch folgte bei böigen Bedingungen das erste Rennen auf der Bahn. Weil das Feld in drei Gruppen eingeteilt ist, gibt es nach dem Auftakt drei Führende: Elin und Ants Haavel aus Estland, Kitty Bingham und Lottie Clifton aus Großbritannien sowie Charlotte de Groot und Sven van Dartel aus den Niederlanden. Die Weltmeisterschaft läuft bis Sonntag.

RS Aero: Vier Klassen mit vier Nationen an der Spitze

Auch die RS Aero sind tief im Programm. In den Klassen RS Aero 5 und RS Aero 6 wurden bislang sieben Rennen der Europa- und Jugendweltmeisterschaft gesegelt. Bei den RS Aero 5 führt der Este Jorgen Kuivonen. In der RS Aero 6 liegt Sofia Naumenko aus der Ukraine vorne, die vor zwei Jahren bei der Travemünder Woche die German Open im RS Aero 7 gewonnen hatte.

Die RS Aero 7 und RS Aero 9 haben jeweils acht Wettfahrten absolviert. Dort führen Aron Warnberg aus Schweden und Baabii'o Flower aus Kanada.

Für eine kleine Auswahl der RS Aero 5 ging es am späten Nachmittag zusätzlich auf die Trave. Im Volksbank Trave Race setzte sich der junge Brite Fergus Anderson durch und gewann die ausgelobte Siegprämie von 300 Euro.

Vaurien machen Pause, weitere RS-Klassen starten

Die Vaurien hatten mit ihrem Lay Day gutes Timing. Nach zwei Segeltagen mit vier Rennen pausierte die WM genau an dem Tag, an dem draußen auf der Ostsee Böen mit fünf bis sechs Beaufort über die Bahn gingen. Für Donnerstag und Freitag erwartet der Veranstalter wieder leichtere bis mittlere Winde und viel Sonne.

Am Donnerstag beginnt das nächste Paket der RS Games. Dann starten die Europameisterschaften der RS 200, RS 400, RS Vareo und RS 21. Die RS 21 tragen zusätzlich den Euro-Cup aus, ebenso wie die RS 100. Bereits am Vortag waren bei der Travemünder Woche mehrere RS-Titel vergeben worden.


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Lars Bolle

Lars Bolle

Chefredakteur Digital

Lars Bolle ist Chefredakteur Digital und Gründer von YACHT-Online. Viele Jahre war der Diplom-Sportwissenschaftler als Redakteur der YACHT in den Bereichen Sport und Seemannschaft tätig und hat die größten Segelsport-Veranstaltungen der Welt begleitet, vom America's Cup bis zu Olympischen Spielen. Seine persönliche Segel-Vita reicht vom Leistungssport in der Jolle (Deutscher Meister 1992 im Finn Dinghi) über historische und moderne Jollenkreuzer bis hin zu europaweiten Charter-Törns.

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