Rolex TP52-WM“Platoon Aviation” rückt vor – Fünfkampf um den Titel?

Tatjana Pokorny

 · 18.06.2026

Hier ist Fotograf Nico Martinez wieder einmal ein Meisterwek gelungen: die TP52-Flotte in grandioser Beleuchtung vor der Costa Smeralda.
Foto: Nico Martinez/52 Super Series
Es geht weiter aufwärts für Harm Müller-Spreers “Platoon Aviation” bei der Rolex TP52-WM vor Porto Cervo. Nach sechs von zehn Wettfahrten ist das Team unter deutscher Flagge auf Platz drei vorgerückt. Und sie wollen noch mehr…

Es geht in die heiße Phase bei der TP52-WM an der Costa Smeralda. Die fünf Top-Boote haben einen Zehn-Punkte-Abstand zwischen sich und die zehn weiteren Verfolger gebracht. Innerhalb des Führungsquintetts waren es nur drei Zähler, die Spitzenreiterin “Alpha Plus” und Pieter Heeremas “No Way Back” auf Platz fünf nach sechs von zehn Rennen voneinander trennten. Dazwischen hat sich Harm Müller-Spreers “Platoon Aviation” zwei Tage vor Ende der Welttitelkämpfe auf Platz drei vorgeschoben.

Mit den Rängen 2, 6 und dem drittbesten Ergebnis des Tages brachten sich Harm Müller-Spreer, Taktiker Vasco Vascotto, Stratege Jordi Calafat und die “Platoon Aviation”-Crew in eine gute Ausgangsposition für die verbliebenen zwei Renntage bei der TP52-WM. Nach bereits drei gewonnenen WM-Titeln sieht der Hamburger Eigner und Steuermann, wie sich der Kampf nun zuspitzt. Mit seinem über den Winter stark modifizierten Boot ist er zunehmend zufriedener.

Harm Müller-Spreer: “Können den WM-Titel holen, aber…”

​Harm Müller-Spreer sagte am Abend in Porto Cervo bei der TP52-WM: “Unsere Geschwindigkeit ist derzeit gut, und ich habe das Gefühl, dass das Boot auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit ist, was uns auf dem Kurs alle Möglichkeiten eröffnet. Natürlich können wir von hier aus den Weltmeistertitel holen, aber es liegen fünf Co-Favoriten Kopf an Kopf und haben eine Chance auf den Sieg.”

Wir brauchen ein bisschen Glück und müssen ruhig bleiben, um das zu schaffen.“ Harm Müller-Spreer

Erneut bestes Boot des Tages war mit Rang drei und einem Tagessieg “Alpha Plus” (Hongkong). Damit hat die Crew ihrem Eigner Shawn Kang bei der TP52-WM ein hübsches Geburtstagsgeschenk beschert und die Führung der hochkarätig besetzten Flotte der 15 TPs aus elf Nationen übernommen. Nach zwei verpatzten Rennen zum Auftakt, als “Alpha Plus” zweimal erst als Zwölfte ins Ziel kam, hat die Mannschaft mit Taktiker Adrian Stead und Navigator Ian Moore stark aufgedreht.

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Es waren vor allem die gelungenen Starts und präzise ausgeführte erste Amwind-Abschnitte, die “Alpha Plus” die Führung gebracht haben. Projektleiter Luke Van Der Kamp erklärte so: “Für uns lief es ungefähr wie gestern: Wir haben es einfach gehalten, unseren Plan befolgt, unsere Abläufe eingehalten, Risiken vermieden und hart gearbeitet. Das Boot ist schnell, wir sind schnell!“

Leichte Winde, schwerer Tag bei der TP52-WM

Auch guter Speed ist eine hilfreiche Antwort auf die aktuell eher leichten Winden in dieser TP52-WM-Woche vor Sardinien. Am Donnerstag machten die Teams das Beste aus neun bis elf Knoten Wind. Dabei merkte man auch den intensiven Tonnenrundungen an, dass die zweite Halbzeit läuft und das Finale naht. Das am Vortag noch in Führung liegende Team auf der französischen “Paprec” stellte sich am Donnerstag mit einem Frühstart selbst ein Bein und fiel auf Platz vier zurück, hat aber auch nur drei Zähler Rückstand auf “Alpha Plus”.

Punktgleich hinter “Alpha Plus auf Platz zwei lag nach den mehr als soliden Rängen fünf und zwei Takashi Okuras “Sled”. Steuermann Adam Beashel sagte am Abend des dritten Renntages bei der TP52-WM: “Es war ein langer, schwieriger Tag mit unbeständigem Wind, der laut Vorhersage nach rechts drehen sollte, sich damit aber Zeit gelassen hat. Im ersten Rennen wurden wir von der Windstärke auf der linken Seite etwas überrascht, was die Sache spannend machte.”

Auch die “Sled”-Crew blickte vor dem Endspurt bei der TP52-WM zufrieden auf ihr Boot. Beashel sagte: “Das Boot ist sehr gut getrimmt, vor allem am Wind, was es uns ermöglicht, im Rennen zu bleiben, wenn es darauf ankommt. Aber es geht um wenige Zentimeter.” Zur Übersicht über die Teams der TP52-WM geht es hier.

Es ist fantastisch, es sind spannende Rennen, aber man hat nicht wirklich Zeit, sich umzuschauen und es zu genießen.“ Adam Beashel

REPLAY! Hier geht es zur Wiederholung der Übertragung von Renntag drei bei der TP52-WM vor Porto Cervo:

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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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