Rolex TP52-WM“Paprec” führt, “Platoon Aviation” bleibt dran

Tatjana Pokorny

 · 17.06.2026

Hier kommt Team Paprec! Die Franzosen um Teamchef Loïck Peyron haben nach dem ersten WM-Drittel die Führung übernommen.
Foto: Nico Martinez/52 Super Series
Harm Müller-Spreer und seine Crew auf “Platoon Aviation” kämpfen beim TP52-Jahresgipfel in Porto Cervo um den vierten WM-Titel für den Eigner und Steuermann. Nach dem ersten Drittel der der Rolex TP52-WM liegt die einzige deutsche Yacht im Feld auf Platz fünf. Dabei sind die Punktabstände in der Spitze eng.

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Ein perfekter Tag war der zweite Tag der TP52-WM an der Costa Smeralda für Harm Müller-Spreer und seine Crew auf “Platoon Aviation” nicht. Aber einer, an dem es zuletzt wieder bergauf ging. Bei nur vier Punkten Rückstand auf die französischen Spitzenreiter auf “Paprec” (21 Punkte) sahen die 25 Punkte auf dem Konto der für den Norddeutschen Regatta Verein startenden “Platoon Aviation” am Abend auch besser aus, als es die Ränge 9 und 6 auf dem Wasser vermuten ließen.

Umkämpfte Spitze bei der TP52-WM

In der 52 Super Series geht es auch bei der TP52-WM wieder eng zu. Hinter Jean-Luc Petithuguenins “Paprec” lag Pieter Heeremas “No Way Back” (23 Punkte) mit neun Seglern aus dem Weltmeisterteam des nicht mehr aktiven American Magic Quantum Racing Teams nach zwei Renntagen auf Platz zwei. Auch hier steuert Eigner Heerema selbst. Sein Taktiker ist der siebenmalige TP52-Weltmeister Terry Hutchinson. Als Navigator und Stratege ist Michele Ivaldi im Einsatz. Die sehr erfahrenen Kräfte auf der niederländischen “No Way Back” hatten am ersten WM-Tag mit den Rängen 6 und 2 gut vorgelegt.

“No Way Back” folgte die auf Platz drei zurückgefallene “Sled” (24 Punkte). Deren Crew hatte sich Vortag mit einem Traumstart stark in Szene gesetzt und die Führung übernommen, sich aber am Mittwoch eine heftige Punktlast von 18 Zählern eingefangen. Nur einen weiteren Punkt dahinter lauern die Crews auf den nach insgesamt vier Wettfahrten punktgleichen “Alkedo Vitamina” und “Platoon Aviation”. Weil in der 52 Super Series kein Ergebnis gestrichen werden darf, können sich die Zwischenstände nach jedem Rennen stark verändern. In der Regel bleiben die Events der 52 Super Series bis zum Ende hochspannend.

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Das zeichnet sich auch jetzt schon bei der TP52-WM mit ihrem Rekordfeld von 15 Booten ab, für die über die ganze Woche eher mit leichten Winden gerechnet wird. Vorerst hat “Paprec” im anspruchsvollen WM-Spiel in den sanften sardischen Winden das Kommando übernommen. Darüber freute sich schelmisch Teamchef und Offshore-Legende Loïck Peyron, dessen Team an diesem 17. Juni sich selbst und viele andere Beobachter an die TP52-WM im vergangenen Jahr erinnerte: Da segelten die Franzosen auch auf der Erfolgswelle, mussten den Titel am Ende aber doch noch American Magic Quantum Racing überlassen.

​TP52-WM: mit heiteren Grüßen von Loïck Peyron

Loïck Peyron sagte am Mittwochabend in Porto Cervo: “Wir hatten heute nach einem ersten guten Start ein gutes erstes Rennen. Der zweite Start war nicht so gut, aber dann sind wir gut gesegelt. Ich glaube auch, dass unsere Manöver gut sind. Ich glaube, dass wir heute auch etwas Glück hatten. Wir versuchen einfach, freien Wind zu haben. Das ist das Ding. Das ist natürlich kein Problem, wenn du führst. Aber wenn du nicht führst, dann musst du nicht unbedingt dahin gehen, wo du hin willst. Sondern dahin, wo freier Wind ist.”

Wir führen die Regatta an. Das ist nicht so schlecht für eine Crew von Fröschen!” Loïck Peyron

Für “Paprec”, die mit einem Rennsieg und einem dritten Rang ans Dock zurückkehrte, war dieser zweite Tag der TP52-WM der bislang beste der gesamten Segelsaison. Trotzdem war ein Team auf dem Kurs an der Costa Smeralda noch erfolgreicher: Das Skipper-Paar Shwan und Tina Kang führte seine Crew auf “Alpha Plus” zu einem zweiten Rang und einem Rennsieg. Dazu trugen mit Ado Stead und Ian Moore intensiv auch zwei ehemalige TP52-Weltmeister, dazu der zweimalige America’s-Cup-Gewinner Craig Monk und auch der 28-jährige Matchrace-Könner und Steuermann Nick Egnot-Johnson bei.

Mit insgesamt 27 Zählern rückte “Alpha Plus” bis auf zwei Punkte an “Platoon Aviation” heran.Projektmanager Luke Van der Kamp sagte: “Hoffen wir mal, dass diese Woche für dieses Team zu etwas Besonderem wird. Wir sind dieses Jahr mit etwas weniger Segelstunden als die anderen Segelteams in die Saison gestartet. Daher hat es eine Weile gedauert, bis wir aufgeholt hatten. Heute hatten wir das Gefühl, dass wir aufgeholt haben udn nun besser aufeinander eingespielt sind.”

Die TP52-WM endet, wenn die Kieler Woche beginnt

Auch die Rennen drei und vier der TP52-WM haben am Mittwoch gezeigt, dass im weitgehend auf Augenhöhe operierenden Feld gute Starts in der Regel zu guten Ergebnissen führen. Im zweiten Rennen aber hatte ein stärkerer Rechtsdreher dann doch für sehenswerte Aufholjagden gesorgt. Etwa die von “No Way Back”, die schon auf den 15. und letzten Rang zurückgefallen war, bevor die Crew sich doch noch wieder auf den achten Platz vorkämpfen konnte.

Auf solche Chancen setzen die Teams auch in den kommenden Tagen der Weltmeisterschaft, die am 20. Juni zu Ende geht, wenn im deutschen Norden die Kieler Woche beginnt.

REPLAY! Hier geht es zur Wiederholung der Live-Übertragung vom zweiten Tag der Rolex TP52-WM in Porto Cervo:

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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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