Das Django-Team von Giovanni Lombardi Stronati hat seiner erfolgreichen Geschichte einen weiten Erfolg hinzugefügt und das 47. Rolex Middle Sea Race gewonnen. Das bestätigte der veranstaltende Royal Malta Yacht Club am Montag, als keines der noch im 606-Seemeilen-Rennen aktiven Boote mehr eine Chance hatte, die Italiener noch vom Thron zu schubsen.
Der Sieg des italienischen Teams fiel am Ende des intensiven Rennens rund um Sizilien, das von einem engen Duell zwischen der Wallyrocket 71 und dem maltesischen Mills-Maxi 72 “Balthasar” geprägt war. Die Titelverteidigerin und ihre Crew um Louis Balcaen und hatten das 46. Rolex Middle Sea Race 2025 gewonnen, musste sich dieses Mal aber “Django 7x” geschlagen geben. Die beiden Powerplayer segelten über weite Strecken des heiß umkämpften Langstreckenklassikers in Sichtweite zueinander.
„Django 7x“ hatte die Ziellinie vor Malta am Montag um 21:02 Uhr nach 2 Tagen, 9 Stunden, 2 Minuten und 19 Sekunden mit einem Vorsprung von nur 39 Minuten gesegelter Zeit vor “Balthasar” erreicht. Berechnet wurden daraus 3 Tage, 20 Stunden, 7 Minuten und 2 Sekunden. Damit wahrte “Django 7x” in der IRC-Handicapwertung einen Vorsprung von rund 1 Stunde und 20 Minuten vor “Balthasar”.
Der Sieg beim Rolex Middle Sea Race war für Giovanni unglaublich wichtig. Das war sein Hauptziel für dieses Jahr, und es zu erreichen, ist etwas ganz Besonderes.” Vasco Vascotto
Platz drei erkämpfte in der IRC-Gesamtwertung die französische Carkeek FP54 “Daguet” von Frederik Puzin. Die Line-Hounours-Gewinnerin “Black Jack 100” kam dem IRC-Podium als Vierte sehr nah. Berechnet fehlten Skipper Tristan Le Brun und seiner Crew auf der schnellen Reich/Pugh 30 Custom nur 3 Minuten und 26 Sekunden zu Platz drei.
Für die beiden GER-Top-Boote “Varuna VI” und “Red Bandit” ging diese Edition des Rolex Middle Sea Race nicht so erfolgreich aus wie erhofft. Bestes deutsches Boot in der IRC-Gesamtwertung war Carl-Peter Forsters “Red Bandit” mit Platz 23 in der IRC-Gesamtwertung.
Die TP 52 vom Bayerischen Yacht-Club erhielt wie insgesamt 36 Boote eine kleine Wiedergutmachung, weil die zweite Kursmarke eine Weile umhergedriftet war, bevor ein Boot der Wettfahrtleitung die Flagge “Mike” setzen und an der originalen Position der Marke zeigen konnte. In IRC waren “Red Bandits” gesegelte 3 Tage, 2 Stunden, 51 Minuten und 36 Sekunden Platz fünf wert.
Aufgeben musste das Rennen Jens Kellinghusens sehr vielversprechend ins Rennen gestartete Ker 56 “Varuna VI”. Stark optimiert und mit weniger Crew (11) und weniger Segeln ins Rennen gegangen, war “Varuna VI” in der der Auftaktphase des Langstreckenklassikers rund Sizilien noch toanangebend unter den besten Booten platziert, führte phasenweise sogar in der IRC-Gesamtwertung.
Einen ersten harten Rückschlag hatte das Team um Jens Kellinghusen dann schon bei Messina hinnehmen müssen. “Da hatten wir uns ein wenig zu dicht am Stromboli positioniert und sechs Seemeilen rechts von uns sind sie alle vorbeigefahren, während wir sechs Stunden parkten”, berichtete Pitman, Boat Captain und Crew-Boss Tim Daase. Danach holte die für den Norddeutschen Regatta Verein startende “Varuna VI” aber noch einmal gut auf.
“Wir konnten ‘Red Bandit’ und weitere Boote wieder überholen, bis dann am Wind etwa 30 Seemeilen vor der Ziellinie der Vorstagzylinder platzte”, erzählte Tim Daase. Eigner Jens Kellinghusen reagierte ruhig auf das Ungemach, sagte: “Dann läuft es das nächste Mal wieder besser.” Der Motivation in der Crew konnte der K.o.-Schlag kurz vor Ende des Rolex Middle Sea Race nichts anhaben. Die Pläne fürs kommende Jahr wollen sie in den nächsten Wochen schmieden.
Dass auch andere Teams nicht von Materialbruch verschont blieben, zeigt der Fall der Gesamtsiegerin “Django 7x”. Das Team hatte seine Problem allerdings im Vorwege und konnte sie rechtzeitig lösen. Da war der eigens für das Rolex Middle Sea Race in Neuseeland bestellte Offshore-Mast beim Transport beschädigt worden. So hatte das Team binnen kürzester Zeit den Inshore-Mast umbauen und verstärken müssen – offensichtlich sehr erfolgreich.
Giovanni Lombardi Stronati sagte nach dem Triumph: “Das Rolex Middle Sea Race ist eine legendäre Regatta, von deren Sieg jeder Eigner und Segler träumt. Es zu gewinnen, ist eine enorme Genugtuung. Es war ein fantastisches und hart umkämpftes Rennen mit einem außergewöhnlichen Duell gegen die ‚Balthasar‘ und einigen wirklich anspruchsvollen Bedingungen, insbesondere auf dem letzten Abschnitt zurück nach Malta.”
Weiter sagte Stronati: “Alle Anerkennung gebührt der ‚Balthasar‘, die über eine hervorragende Offshore-Crew verfügt und uns im letzten Jahr übertrumpft hatte. Ich bin stolz auf die Menschen, die Teil dieses Teams sind. Sie sind allesamt außergewöhnliche Profis. Vasco ist unser Maradona, während ich Guille (Red.: Guillermo Parada) und Michele (Red.: Michele Ivaldi) mit Zidane und Totti vergleichen würde. Sie waren alle fantastisch.”

Freie Reporterin Sport
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