Das 47. Rolex Middle Sea Race läuft. Die sehr diverse Flotte der 107 Yachten mit 945 Seglern und Seglerinnen aus mehr als 50 Ländern haben das Rennen an diesem Samstag eröffnet. Ob Profis oder Amateure: Alle haben bei diesem ebenso attraktiven wie fordernden europäischen 606-Seemeilen Rennen die gleichen anspruchsvollen Aufgaben zu lösen.
Die erste wartet nach dem ersten Abschnitt entlang der Ostküste Siziliens mit der Straße von Messina schon bald nach dem Start des Rennens, das seine Herausforderer von Valleta gegen den Uhrzeigersinn um Sizilien und zurück führt. Mit sieben Kanonenschüssen wurden die Flotten ab 11 Uhr morgens in den Langstreckenklassiker über 606 Seemeilen geschickt. Als erste legte die IRC-6-Gruppe in leichten Winden los.
Das Segelspektakel wurde einmal mehr im natürlichen “Hafenthater” von Maltas Grand Harbour serviert, der den Zuschauern grandiose Blicke auf die startenden Boote bietet. Im zweiten Start des Tages zählte die “Löwe von Bremen” zu den auffälligsten Booten. Erst zu den letzten beiden Starts bemühte sich der Wind ein wenig mehr. Da wurde die nahezu perfekt ins Rennen gestartete IRC-Titelverteidigerin “Balthasar” dann direkt von der Rekordjägerin “Black Jack 100” angegriffen.
Als “Balthasar” kurz danach hinter “Black Jack 100” durchgehen musste, traf sie auf Giovanni Lombardi Stronatis “Django 7X”, die der Eigner selbst als Skipper führt, während am selben Tag seine Cape 31 “Django” in Saint-Tropez Silber beim historisch ersten Gold Cup der neuen Boom-Klasse gewann. Es entspann sich ein weiteres taktischen Duell, noch bevor die Top-Boote überhaupt den Hafen verlassen hatten. Am späten Samstagabend dann hatten sich knapp zwölf Stunden nach dem ersten Start die Felder schon ein wenig sortiert.
Gegen 22 Uhr hatte Reichel/Pugh 30 “Black Jack 100” die Führung mit rund 14 Seemeilen vor der Wallyrocket 71 “Django 7X” übernommen. Nur knapp dahinter machten Skipper Louis Balcaen und seine Crew auf dem 72er Mills-Maxi “Balthasar” Druck. Sie hatten im vergangenen Jahr die IRC-Gesamtwertung des Mittelmeer-Klassikers gewonnen.
Gut im Rennen lag am ersten Rennabend auch Jens Kellinghusens “Varuna VI”. Die für den Norddeutschen Regatta Verein startende Ker 56 hatte nur rund eine Seemeile Rückstand auf die viertplatzierte britische Volvo Open 70 “Pace”. Das wäre zu dem Zeitpunkt einen starken vierten Platz in der IRC-Gesamtwertung wert gewesen, in IRC 2 sogar Platz zwei.
Auf Platz 16 der reinen Line-Honours-Wertung kämpften sich Skipper Adrian Hoesch und die Crew auf Carl-Peter Forsters “Red Bandit”-Crew am Samstagabend voran. Das Team hatte 2024 die IRC-Gesamtwertung des Rolex Middle Sea Race 2024 gewonnen. In dieser Gesamtwertung war das “Red Bandit”-Ergebnis zum Auftakt der aktuellen Auflage zunächst Platz acht wert, in IRC 2 gar Rang vier. Beiden deutschen Crews sind damit starke Eröffnungen gelungen.
Einen auffallend guten Start hatten auch Martin Buck und Yves de Block auf der Neo 430 Roma “Mia Gioia” in der IRC-Zweihandgruppe hingelegt. Das machte sich über den Tag bemerkbar. Gegen 22.30 Uhr lagen sie am Samstagabend hinter der JPK 10.50 “Solenn for pure Ocean” auf Platz zwei.
In nachlassender Brise kämpfte sich Flotte im Rolex Middle Sea Race am Samstagabend um jede Meile des Fortkommens. Auch für den Abschnitt entlang der Nordküste Siziliens werden nach der Passage der Straße von Messina unbeständige Bedingungen und taktische Herausforderungen erwartet.

Freie Reporterin Sport
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