„Eker Süzme“ ist nach vier Tagen und zehn Rennen in Saint-Tropez die erste Siegerin eines Cape 31 Gold Cups. Das Team um Ahmet Eker setzte sich mit 17 Punkten Vorsprung in der Rekordflotte von 28 Booten am Ende souverän gegen veritable Konkurrenz durch. Nach vier Rennen am Freitag war die Flotte am Samstag gleich wieder früh am Start, um das kleine Zeitfenster noch für zwei Rennen nutzen zu können.
Der Finaltag erwies sich im Golf von Saint-Tropez als äußerst fordernd. Die „Eker Süzme“-Crew musste alles geben, um die Ränge neun und zehn zu erzielen – genug, um mit insgesamt 41 Punkten ins Ziel zu kommen und den Titel zu sichern. Beflügelt wurde das stark agierende türkische Team dabei vom jungen Australier Sam Gilmour, Sohn des legendären viermaligen Matchrace-Weltmeisters und America’s-Cup-Veterans Peter Gilmour.
Hinter den Gold-Cup-Siegern waren die Podiumsplätze am letzten Tag noch einmal heiß umkämpft. Vittorio Lombardi Stronatis „Django“ war als Vierte in die letzten beiden Läufe gestartet und konnte sich mit den Rängen 13, 2 und 58 Punkten auf den zweiten Gesamtrang katapultieren. Dahinter behauptete Marcus Brenneckes „Hatari“, die am vergangenen Mittwoch mit einem Rennsieg optimal in den Cape 31 Gold Cup gestartet war, mit den Rängen 12 und 21 bei insgesamt 63 Punkten den dritten Platz. Zu den Endergebnisse geht es hier.
Eigner und Steuermann Brennecke segelte beim Podiumserfolg mit Nic Asher, Elliot Willis, Will Ryan, Carl Rupp, Ole Burzinski und Joe Drake. Als zweitbestes deutsches Boot segelte Nikolai Burkarts “Gecko d’or” beim Cape 31 Gold Cup mit Taktiker David Chapman auf Platz sieben. Achte wurde Christian Schwörers “La Pericolosa”.
Die jüngste deutsche Crew im Feld ersegelte bei ihrem ersten Cape-31-Event am Finaltag mit einem achten Rang ihr bestes Ergebnis: Max Augustin, Taktiker Malte Winkel und ihre Crew zahlten auf “H.E.A.T.” als Neueinsteiger einiges Lehrgeld, bogen ihre Leistungskurve aber im Endspurt noch stark nach oben. Sie beendeten die hochkarätig besetzte Serie mit Platz 25 und viel neuer Erfahrung.
Die Crew auf dem deutschen Top-Boot “Hatari” hat sich bei starken Segelleistungen das Leben beim ersten Cape 31 Gold Cup selbst manchmal schwer gemacht. Dennoch zog “Hatari”-Eigner und Steuermann Marcus Brennecke positiv Bilanz, sagte: “Es war eine großartige Woche. Wir hatten einen sehr guten Rennleiter, der meiner Meinung nach alles perfekt gemacht hat. ‘Eker Süzme’ ist die verdiente Siegerin. Sie sind die ganze Woche über sehr gut gesegelt, mit einem schlechten Rennen, aber ansonsten sehr konstant.”
Gleichzeitig räumte Brennecke auch Schwächen der eigenen Crew ein: „Wir hatten unsere Probleme mit zwei OCS am zweiten Tag, haben es uns dadurch etwas schwerer gemacht, aber letztendlich sind wir mit dem dritten Platz zufrieden. Es liegt alles sehr dicht beieinander. Es ist toll, diese Flotte zu haben. Sie ist sehr konkurrenzfähig. Wie immer muss man gut von der Startlinie wegkommen.”
Die Enge der Rennen und die breite Cape-31-Spitze bezeugte ein bemerkenswertes Ergebnis: In den insgesamt zehn Rennen gab es zehn verschiedene Sieger. Auch “Hatari” und “Gecko d’or” konnten je einen Rennsieg sichern. Nicht nur Sieger Ahmet Eker hielt fest: “Es war eine großartige Woche und wir sehen wie die Flotte wächst. Das gefällt uns sehr!”
Klassenmanagerin Victoria Tomlinson Cheney hielt fest: “Was für eine Woche! Vor einem Jahr war der Cape 31 Gold Cup nur eine Idee. Heute stehen wir hier in Saint-Tropez beim Finale der ersten Edition. Ich bin so stolz darauf, was aus dieser Klasse geworden ist.” Nicht wenigen dient die trendige Rennklasse mit hohem Regattaspaßfaktor auch als Trainingsfeld. So wie Marcus Brennecke, der gerade fürs kommende Jahr seinen Einstieg in die 52 Super Series angekündigt hat.
Die Mehrheit von Brenneckes Cape-31-Crew ist vom 27. bis 31. Oktober zum letzten Mal mit der ClubSwan 50 “Hatari” bei der WM gefordert, bevor das Schwanen-Engagement endet und der Wechsel in die 52 Super Series erfolgt. Weshalb das Team beim Cape 31 Gold Cup auch schon für den nächsten Höhepunkt geprobt hat. Als größte Stärken seiner Crew hat Marcus Brennecke in dieser Woche “das Boot, die Segel, den Leichtwindspeed, die ‘Modes’, also beispielsweise nach Leetonnenrundungen nach Luv zu klettern, und die Aufholjagden” gesehen.
Sein Tipp: “Wir waren vermutlich das Boot mit den meisten gutgemachten Plätzen.” Neben den beiden Frühstarts habe seine Crew aber am dritten Tag auch noch zwei Penalties kassiert. Am Finaltag, so Brennecke, “konnten wir heute in der ersten Wettfahrt in Lee startend kurz das Feld crossen. Dann kam ein Rechtsdreher und die Chance war dahin. Da hatten wir im Vergleich ein wenig Pech, also einen nicht so tollen letzten Tag. Daher ist Bronze meines Erachtens ein gerechtes Ergebnis.”
Unsere erste Cape-31-Saison ist mit 1, 3 und 3 in den Events ganz gut gelaufen.” Marcus Brennecke
Fortsetzen wird die “Hatari”-Crew ihre Cape-31-Einsätze voraussichtlich beim ersten Event der Klasse im kommenden April in Scarlino . Davor liegen aber noch andere Gipfel, die gestürmt werden wollen. Bei der ClubSwan-50-WM werden sechs vo sieben Cape-31-Mitstreitern im Einsatz sein. Weitere Kräfte kommen dazu. “Das heißt, wie sind inklusive Kommunikation relativ gut eingespielt, aber keineswegs übermütig”, erklärt Brennecke.
Trotz ClubSwan-EM-Sieg und Platz drei nach den bisherigen Saison-Events erklärt der Steuermann, der für den Bayerischen Yacht-Club und den Norddeutschen Regatta Verein startet: “Es ist wie im Fussball: Das nächste Spiel ist das Wichtigste. Wir streben eine Podiumsplatzierung an.” Danach betreten Marcus Brennecke und Team Hatari Neuland. Er sagt: “Die 52 Super Series ist eine ganz neue Herausforderung. Wir trainieren im November das erste Mal mit der neuen Mannschaft auf dem neuen Boot, bevor es nach Thailand verschifft wird.”
Mit aller Erfahrung aus Top-Ligen des Segelsports sagt Brennecke: “Meine Einstellung ist, dass eine gute Vorbereitung inklusive Team-Zusammensetzung und der Weiterentwicklungsprozess entscheidend für Erfolge sind. Ergebnisse folgen diesem Prozess. Und sicher hilft die „kleine TP52“, die Cape 31, etwas dabei, schnell zu lernen.”

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