Die 52 Super Series bekommt ein zweites Team unter deutscher Flagge! Marcus Brennecke wechselt nach sieben Jahren, zwei WM-Titeln und fünf in Folge gewonnenen Saisonmeisterschaften in der ClubSwan 50 jetzt ins Oberhaus des internationalen Kielbootsports. Schon bei den ersten beiden Events im Februar und im März 2027 wird das neue “Hatari”-Team im Einsatz sein.
Das Boot für die neue, zunächst auf fünf Jahre angelegte Herausforderung ist bereits gekauft: Aus dem 2026er-Neubau “Trinity” – schwedische Vizeweltmeisterin und starke Saison-Fünfte in diesem Jahr – wird die neue “Hatari”. Das Botin-Design entstand in derselben Form wie Harm Müller-Spreers aktuelle Saisonmeisterin “Platoon Aviation” und auch die britische “Alegre”.
“Trinity” gilt als schnelles Boot mit viel Potenzial. Marcus Brennecke erklärt: “Während die anderen Teams Zeit gebraucht haben, ihre Pakete für die Boote von 2025 zu optimieren, hat auch Botin das Design weiterentwickelt. Es ist ein gutes Boot.” Die ersten beiden Thailand-Events Anfang 2027 wird “Hatari” noch in der aktuellen “Trinity”-Optik bestreiten, weil im Blitzstart die Zeit zur Umgestaltung fehlt. Danach aber erhält “Hatari” ihren eigenen neuen Look für den europäischen Teil der 16. Saison der 52 Super Series.
Was Marcus Brennecke zum Umstieg bewogen hat und für ihn den Reiz der 52 Super Series ausmacht? “Zum einen die starke Liga mit jetzt 16 TPs beim Finale in Valencia. Dann das Boot selbst: Die TP ist ein reinrassigeres Rennboot. Alles geht schneller. Es ist ein anderes Niveau. Mich reizt einfach der hochklassige Wettbewerb”, erklärt der Unternehmer und Private-Equity-Investor.
Wie der dreimalige TP52-Weltmeister und zweimalige Saisonmeister Harm Müller-Spreer in Hamburg aufgewachsen, ist Marcus Brennecke Mitglied im Norddeutschen Regatta Verein und auch im Bayerischen Yacht-Club. Am Starnberger See hat er noch ein so elegantes wie schnelles L-Boot liegen, das er mit Jochen Schümann und Projektmanager und 470er-Weltmeister Philipp Autenrieth segelt.
In seinen beiden deutschen Vereinen engagiert sich Marcus Brennecke auch für Olympiakandidaten und junge Leistungsträger, beispielsweise die 49er-Crews Richard Schultheis/Fabian Rieger und Jakob Meggendorfer/Andreas Spranger oder auch iQFOiL-Windsurferin Theresa Steinlein und ihre Schwester Sophie Steinlein, die mit Cathy Bartelheimer im olympischen 49erFX segelt.
Auch dem eigenen Team hat Marcus Brennecke nach einer etwas schwächeren Saison im vergangenen Jahr eine Verjüngungskur verpasst. Hier bilden die früheren 470er-Weltmeister Nic Asher und Elliot Willis mit RC44- und Melges-24-Erfahrung sowie der 470er-Olympiasieger und mehrfache Weltmeister Will Ryan mit Erfahrung aus dem SailGP und Klassen wie TP52 ein für das neue Team in der 52 Super Series gesetztes Trio.
An der weiteren Team-Zusammensetzung für den Take-off in der 52 Super Series arbeitet Marcus Brennecke noch. Zuerst will er sich mit seinen aktuellen Crews auf die beiden noch in diesem Jahr anstehenden sportlichen Höhepunkte konzentrieren. Mit der kleineren “Hatari” nimmt das Brennecke-Team vom 12. bis 17. Oktober in Saint-Tropez am Gold Cup der Boom-Klasse Cape 31 teil. Dafür sind 27 Boote, darunter auch acht deutsche, gemeldet. Seine Cape 31 behält Marcus Brennecke auch künftig. “Die ist ein tolles Trainingsschiff und sieht ja auch aus wie eine Mini-TP52.”
Abschied vom schönen siebenjährigen OneDesign-Schwanenspiel nehmen Marcus Brennecke und seine elfköpfige “Hatari”-Crew bei der ClubSwan-50-Weltmeisterschaft in Neapel vom 27. bis 31. Oktober. Danach will Brennecke über die Besetzung des 14-köpfigen Teams für die neue TP52 “Hatari” entscheiden. Das Ziel ist für ihn klar: “Natürlich habe ich einen Anspruch beim Segeln, aber ich bilde mir nicht ein, dass das in der 52 Super Series alles sofort kommt. Wir müssen ein Top-Team zusammenbauen und das Boot kennenlernen. Dann wollen wir vorne mitsegeln.”
Ich habe eine A-Liste und eine Backup-Liste. Ich baue wie im Business gerne Top-Teams zusammen. Im Zweifel und bei gleicher Qualifikation erhält die jüngere Person den Vorzug.” Marcus Brennecke
Nach dem Motto “Work hard, play hard” soll das neue “Hatari”-Team für die 52 Super Series “mehr sein als eine Gruppe von Top-Individuen”. Marcus Brennecke sagt: “Es wird eine Achse von Leuten geben, die schon miteinander gesegelt sind. Und gute Stimmung an Bord ist auch wichtig. Bei mir muss hart gearbeitet, aber auch viel gelacht werden.” Der Ansatz, auch für die Zukunft in der 52 Super Series jüngeren deutschen Nachwuchs einzubinden, der bleibt.
Das eine ist, wie du ein Top-Team zusammenbaust. Das andere die Performance-Entwicklung. Das Resultat sind gute Ergebnisse.” Marcus Brennecke
Verzichten muss und will Marcus Brennecke für den Einstieg in die 52 Super Series auf zwei Top-Segler, die sein Team bislang auf der ClubSwan 50 “Hatari” stark machten: den Kieler Michael Müller und den Österreicher Gerd Habermüller. Beide segeln in der 52 Super Series auf Harm Müller-Spreers “Platoon Aviation”, wo sie gerade Saisonmeister wurden.
“Die segeln schon länger bei Harm und das respektiere ich. Das wäre ein ‘No go’”, sagte Marcus Brennecke. Von Harm Müller-Spreer, der sich seinerseits in der Winterpause der 52 Super Series intensiv auf die Drachen-WM Ende November in Hongkong vorbereitet, gab es zum Einstieg freundliche Grüße an den ihm bestens bekannten Landsmann: “Wir wünschen Marcus und seinem Team viel Glück.”
In der zweiten Februar-Woche 2027 werden Harm Müller-Spreer und Marcus Brennecke bei der Saisoneröffnung der 52 Super Series im thailändischen Revier vor Pattaya dann esrtmals aufeinander treffen. Müller-Spreers “Platoon Aviation” kreuzt als Saison-Beste von 2026 auf, Brenneckes “Hatari” als neue Herausforderin.

Freie Reporterin Sport
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