Vier Männer haben das Rolex Middle Sea Race 1968 ersonnen: Die auf Malta lebenden Alan Green und Jimmy White und die Malteser Paul und John Ripard organisierten die Premiere. Offizielle Gründer waren ihre Vereine: Der Royal Ocean Racing Club und der Royal Malta Yacht Club. Die Idee war so einfach wie zündend: Sie wollten einen längeren Kurs als in dem Revier sonst üblich und legten das Rennen außerdem in den windigeren Herbst.
Zuerst sah der Plan vor, das Rennen in einem Jahr von Malta nach Syracuse auf Sizilien auszutragen, im nächsten Jahr dann von Syracuse zurück nach Malta. Doch dann schlug Paul RIpard vor, Malta für eine XL-Herausforderung als Start- und Zielhafen ins Zentrum zu stellen. So wurde das Rennen zu einer Umrundung Siziliens, einschließlich Lampedusa, Pantelleria sowie der Ägadischen und der Äolischen Inseln.
Mit seinen 606 Seemeilen zählt das Rolex Middle Sea Race heute längst zu großen Langstreckenklassikern der Segelwelt. Er lockt jedes Jahr Rekord- und “Line Honours”-Jäger, namhafte Offshore-Teams und ehrgeizige Amateur-Crews. In diesem Jahr sind es unter 108 gemeldeten Booten auch acht deutsche Skipper und ihre Mannschaften, die die Herausforderung annehmen. Die bekanntesten sind Jens Kellinghusens schnelle Ker 56 “Varuna VI” und Carl Peter Forsters TP 52 “Red Bandit”.
“Red Bandit” hatte die 2024 die IRC-Gesamtwertung des Rolex Middle Sea Race gewonnen. Es war der dritte Sieg für ein deutsches Boot nach den Erfolgen von Albert Bülls “Saudade” (1983) und Hasso Plattners “Morning Glory” (2006). Die “Red Bandit”-Crew war bei ihrem Sieg vor zwei Jahren die jüngste der Flotte. Carl-Peter Forster sagte damals: “Ich bin besonders stolz auf diese jungen Leute, von denen die meisten vor vier Jahren noch kein großes Boot gesegelt haben.”
Inzwischen hat auch die “Red Bandit”-Crew viel Erfahrung gesammelt, die bei bei dieser Langstrecke so wertvoll ist. Eric de Turckheim, 2022 im siebten Anlauf endlich siegreich mit seiner NMYD 54 “Teasing Machine” und ein Liebhaber des Rolex Middle Sea Race, sagte beim Erfolg seines Teams vor vier Jahren: “Ich habe eine Leidenschaft für diese 600-Seemeilen-Strecken. Das ist wie Marathonlaufen. Es ist diese Mischung daraus, dass du 24 Stunden auf 24 Stunden immer wieder fit sein musst, dass du Widerstandskraft besitzt und Teamwork beherrschst.”
Erfahrung zählt hier viel.” Eric de Turckheim
Viele Augen sind beim Rolex Middle Sea Race auch auf den Kampf um die Line Honours und den Streckenrekord gerichtet. “Black Jack 100” kehrt zurück, um die Bestmarke anzugreifen. Die Reichel/Pugh 30 von Remon Vos geht mit der Crew um Skipper Tristan Le Brun ins Rennen. Das letzte Wort darüber wird das oftmals unbeständige Mittelmeerwetter habe. Auch sind sieben ehemalige Weltumsegler-Yachten am Start, die vorne im Feld Tempo machen wollen.
Eine interessante Starterin ist die Knierim 49 “Caro” von Sven Heyden. Tim Ross führt die Mannschaft als Skipper ins Rolex Middle Sea Race, der erfahrene deutsche Seesegler wie Ole Satori, Christian Tinnemeier oder Jan Schoepe angehören. Hier ist mit René Schwall auch ein olympischer Medaillengewinner im Einsatz. Er gewann bei den Spielen 2000 in Sydney mit Roland Gäbler Bronze im Tornado.
Der Start zum Rolex Middle Sea Race wird live via YouTube-Kanal der Veranstalter und auch bei Facebook übertragen. Der Auftakt serviert traditionell imposante Bilder, weil die Flotten unter den hoch aufragenden Kalksteinbastionen von Valleta ins Rennen gehen, in dem wunderschöne Mittelmeerlandschaften und auch die Vulkaninsel Stromboli ihre Herausforderer erwarten.

Freie Reporterin Sport
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