Der Mai serviert ein Feuerwerk für den Regattasport. Nach der Willkommensfeier für Lennart Burke und Melwin Fink am 2. Mai geht es im In- und Ausland rund: Imoca-Rennen, Ligasport, SailGP-Action, namhafte Mittelmeerserien, die erste Vorregatta zum 38. America’s Cup, EMs und WMs der Olympiasegler und deutsche Höhepunkte wie Baltic 500 oder Nordseewoche sind in Sicht.
Hallo Mai, hallo Regattasport! Der Wonnemonat serviert segelsportliche Höhepunkte in Serie. Zur Sache geht es in deutschen und internationalen Revieren. Eingeläutet werden die 31 actiongespickten Tage von der klassischen MaiOR-Regatta in Kiel und vom 2. Bundesliga-Wochenende auf dem Starnberger See (beide 1. bis 3. Mai).
Am 2. Mai geht die mit Spannung erwartete WM- und EM-Ausscheidungsregatta für Opti-A-Segler in Warnemünde zu Ende. Am selben Tag steht in Hamburg das Team Next Generation Boating Around the World im Mittelpunkt: Lennart Burke und Melwin Fink feiern am 2. Mai ihre Rückkehr vom Globe40. Zum Zeitplan für die öffentliche Party im Sandtorhafen und weitere Programmpunkte geht es hier.
Am 3. Mai hebt sich der Vorhang für die erste Imoca-Regatta des Jahres: das Solo-Rennen 1000 Milles. Während Boris Herrmann und Team Malizia noch an der Fertigstellung der neuen „Malizia 4“ bis Ende Juni werkeln, stehen sieben Skipper und Skipperinnen auf der Startliste für den Saisonauftakt der Offshore-Foiler. Unter ihnen ist mit Sam Goodchild („Macif Santé Prévoayance“) der Saisonmeister von 2025.
Gegen ihn treten an: Frankie Clapcich („11th Hour Racing“) bei ihrer ersten größeren Imoca-Solo-Regatta und Corentin Horeau auf der Ex-„Paprec Arkéa“ von Yoann Richomme, die jetzt als „Macsf“ mit neuem Skipper startet. Wer beim Start zum Ocean Race Europe in Kiel war und die Präsentation der Crews auf der Bühne erlebt hat, erinnert sich vielleicht: Der Vendée-Globe-Zweite Yoann Richomme hatte Corentin Horeau als sein Crewmitglied fürs Europa-Rennen, aber auch als „den nächsten Vendée-Globe-Gewinner“ vorgestellt.
Auch Elodie Bonnafous hat mit „Association Petits Princes – Queguiner“ Podiumschancen im Milles 1000. Violette Dorange ist auf „Initiatives – Cœur“ ebenso dabei wie Nico D’Estais auf „Café Joyeux“ und Vendée-Globe-Veteran Arnaud Boissières auf „April Marine – Recherche Co-Partenaire“. Gesegelt wird von Port-la-Forêt rund Fastnet-Felsen und zurück nach Concarneau.
Wenn die Imocas losrasen, geht am selben Tag vor Palma de Mallorca die 22. Palma Vela schon zu Ende. Dort bilden aktuell die TP52-Racer das größte Feld, bevor sie direkt im Anschluss vom 4. bis 9. Mai die 15. Saison der 52 Super Series vor Puerto Portals in der Bucht von Palma einläuten. Hier zählen erneut der dreimalige TP52-Weltmeister Harm Müller-Spreer (Norddeutscher Regatta Verein) und seine Crew auf „Platoon Aviation“ zum Kreis der Co-Favoriten. Die Saisonmeister von 2023 wollen wieder mehr als Platz fünf, mit dem sie die vergangene Saison beendet hatten.
Top-Ergebnisse strebt auch Team Germany beim fünften Gipfel der sechsten SailGP-Saison an. Die Liga kreuzt am 9. und 10. Mai im Traumrevier zum Apex Group Bermuda Sail Grand Prix auf. Erik Kosegarten-Heil und sein Team liegen nach vier Events auf Platz acht, wollen weiter vorrücken. Tabellenführer sind Tom Slingsby und Australiens Bonds Flying Roos vor Team Emirates GBR mit Steuermann Dylan Fletcher und dem U.S. SailGP Team um Taylor Canfield. Hier geht es zur Tabelle.
Auch mehrere Höhepunkt des olympischen Segelsports rücken in der zweiten Mai-Woche ins Rampenlicht. Zuerst sind die weltbesten Formula-Kite Akteure im portugiesischen Viana do Castelo südlich von Vigo gefordert. Ihre Weltmeisterschaft wird vom 9. bis zum 16. Mai ausgetragen. Mit ehrgeizigen Zielen starten vor allem der Olympia-Fünfte Jannis Maus (Cuxkiters e.V.) und sein junger Teamkamerad Jan Vöster (Württembergischer Yacht-Club) in die Serie.
Fast parallel geht es ab 12. Mai in der Bretagne bei der WM für 49er, 49erFX und Nacra 17 zur Sache. Die Finalläufe sind für den 17. Mai in der Bucht von Quiberon geplant. In den Skiff-Klassen zählen die Besten der Segelnationalmannschaft im Kampf um die Medaillen zu den Co-Favoriten, allen voran die Trofeo-Sieger Richard Schultheis/Fabian Rieger (Norddeutscher Regatta Verein/Verein Seglerhaus am Wannsee).
Bei den 49erFX-Frauen wollen ebenso die Olympiakaderseglerinnen und Trofeo-Zweiten Sophie Steinlein/Cathy Bartelheimer (Norddeutscher Regatta Verein/Segelclub Inning am Ammersee) wie auch die Olympia-Sechsten Marla Bergmann/Hanna Wille (Mühlenberger Segel-Club), Women’s America’s Cup-Steuerfrau Maru Scheel mit Freya Feilcke (Kieler Yacht-Club) oder SailGP-Strategin Anna Barth mit Emma Kohlhoff (Kieler Yacht-Club) um den Finaleinzug und Medaillen kämpfen.
Während sie das tun, fällt vor Strande in Blickweite des Olympiazentrums Kiel-Schilksee am 14. Mai der Startschuss zur achten Edition des Baltic 500. Cord Hall, Rasmus Töpsch und das engagierte Team vom Yacht Club Strande konnten sich schon früh über ein ausverkauftes Haus von 50 Booten für die deutsche Zweihand-Langstrecke freuen. Gesegelt wird traditionell in drei Klassen: Dehler 30od, ORC-Club und Yardstick. Dehler-Vorjahressieger und Dauerbrenner Olli Schmidt-Rybandt ist mit der „Powerplay“ und Co-Skipperin Clara Witthinrich ebenso dabei wie eine lange Reihe gut bekannter Offshore-Lover und Könner.
Danach werden sich viele Blicke nach Kastela bei Split richten. In Kroatien steigt vom 15. bis 22. Mai die Europameisterschaft der olympischen Ilca-7-Männer und der Ilca-6-Frauen. Mehr als 300 Boote sind gemeldet! Nach zwei starken vierten Plätzen in seinen XL-Weltklassefeldern bei der Trofeo Princesa Sofía Mallorca und der Semaine Olympique Française will Philipp Buhl (Segelclub Alpsee-Immenstadt/Norddeutscher Regatta Verein) um einen Podiumsplatz kämpfen. Auch gut in Form zu Saisonbeginn: der erst 21 Jahre alte Ole Schweckendiek (Kieler Yacht-Club) und Comeback-Steuermann Nik Aaron Willim (Norddeutscher Regatta Verein).
Vom Adriatischen Meer und den deutschen Ilca-Assen geht es anschließend ins Tyrrenische Meer: Vor Cagliari wird vom 21. bis zum 24. Mai die erste Vorregatta zum 38. America’s Cup ausgetragen. Fünf der sechs Cup-Teams mischen im sardischen Revier mit. Drei von ihnen treten mit jeweils zwei Booten an: die Cup-Verteidiger vom Emirates Team New Zealand, Sir Ben Ainslies britisches Team GB1 und Patrizio Bertellis Team Luna Rossa. Das französische La Roche-Posay Racing Team und das Schweizer Tudor Team Alinghi kommen mit einem Boot.
In Deutschenland ruft fast zur gleichen Zeit der rote Nordseefelsen: An die 91. Nordseewoche (22. bis 25. Mai) schließt sich das Pantaenius Rund Skagen von Helgoland über rund 510 Seemeilen nach Kiel an. Der Startschuss zur traditionsreichen Langstrecke, die erstmals 1932 stattfand und alle zwei Jahre ausgetragen wird, fällt am Pfingstmontag. Den Wanderpreis dafür hat der in diesem Jahr verstorbene Berliner Bildgießer und Admiral’s-Cup-Gewinner Hermann Noack geschaffen. Gestiftet hat die große Bronzeguss-Skultur eines Wikingerschiffes Partner Pantaenius im Jahr 1994.
Parallel zur Nordseewoche steigt über Pfingsten die Brassfahrt (22. bis 24. Mai) mit ihrem Motto „Eine Nacht durch die Bucht“. Zur Solo- und Zweihandregatta mit Hauptquartier im Clubhaus des Lübecker Yacht-Clubs sind 100 Boote zugelassen. Zuschauer können das Auslaufen der Boote am Samstagvormittag und die Starts ab 12 Uhr von der Nordmole aus live miterleben. Gesegelt wird ein mindestens 100 Seemeilen langer Kurs durch die Bucht.
Ob Class40, Minis mit ihrem Mini en Mai (ab 25. Mai), oder auch Titelkämpfe in internationalen Klassen: Der Mai ist gespickt mit spannenden Segelsportevents. Hunderte Club- und Klassenregatten beleben das Frühjahr in allen deutschen Revieren. Wer das gesamte Angebot detailliert studieren möchte, schaut bei Manage2Sail rein.

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