Es war ein windiger Start gestern vor dem Küstenstädtchen Ouistreham, als die 30 teilnehmenden Skipper-Duos sich auf den Weg machten. Mit Böen an die 30 Knoten ging das Feld mit Reff und kleinen Vorsegeln auf den rund 1.000 Meilen langen Kurs des Normandy Channel Race, des ersten großen, wichtigen Rennens der Saison für die Class 40s. Die Strecke führt um die Isle of Wight, von dort um Englands Westspitze Lands End und weiter zu einer Bahnmarke vor Irland, bevor es um den Fastnet Rock herum zurück nach Caen geht. Fast die doppelte Fastnet-Distanz in einem legendären Revier, seemännisch also der erste richtig dicke Brocken der Saison.
Im Class-40-Zirkus spielen dieses Jahr zwei deutsche Nachwuchs-Asse mit: Lennart Burke und Melwin Fink, beide zuletzt sehr erfolgreich beim Mini-Transat unterwegs, segeln seit diesem Jahr eine brandneue Class 40 “Think Big, Think Social” vom Typ Pogo S4.
Die YACHT hatte die beiden, die über einen deutschen Unterstützer an eine siegfähige Class 40 gekommen sind, im Februar beim Training vor Cascais besucht. Dem Duo ist der Aufstieg aus dem Mini in die deutlich anspruchsvollere Class 40 offenbar gut gelungen. Die Box-Rule-Klasse gilt als sehr anspruchsvoll und hat genau wie die Open 60 die großen Transatlantik-Klassiker im Programm.
Nachdem das Feld gestern im Sauseschritt die Isle of Wight erreichte und rundete, ging es dann westwärts in Richtung Lands End. Auf dem Weg dorthin trennte sich das führende Duo Ian Lipinski/Antoine Carpentier auf ihrer “Credit Mutuel” mit weiteren der Top-Favoriten vom Feld, als es von der britischen Küste weghalste, um mehr Wind weiter offshore zu suchen. Lennart Burke und Melwin Fink entschieden sich, in der Hauptgruppe dichter unter Land weiterzusegeln und für den kürzeren Weg. Zurzeit ist noch nicht klar, welche Route die bessere ist, das dürfte sich im Laufe des heutigen Tages bei der Rundung von Lands End zeigen, wo das Feld wieder zusammenkommen dürfte. Dadurch liegen die beiden Deutschen derzeit auf einem hervorragenden dritten Platz und sind seit Stunden eins der schnellsten Boote im Feld.
Beide hatten mit ihrer “Think Big Think Social” die letzten Monate ausgiebig vor der Bretagne trainiert und haben dort offensichtlich die richtigen Settings für ihre Pogo S4 gefunden. Der Bootstyp, der letzte Class-40-Entwurf der Werft, ist ein Race-Serienboot, das aber offensichtlich nach Top-Resultaten in den letzten Class-40-Rennen auch gegen die One-Offs der Hotshots gut mithalten kann und siegfähig ist.

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