Fabian Boerger
· 30.09.2026
15 Knoten aus Ost, rund ein Meter Welle, Sonnenschein bei 25 Grad. Der Dienstag bei der “Les Voiles de Saint-Tropez” begann mit nahezu optimalen Bedingungen für die Rekordflotte der Les Voiles de Saint-Tropez mit 51 Maxis und drei J-Class-Yachten. Im Laufe des Nachmittags frischte der Wind schrittweise auf, bevor er am frühen Abend wieder abflaute. Im Golf von Saint-Tropez segelten die rund 120 modernen Yachten und 77 traditionelle Boote ihre Wettfahrten. In der Bucht von Pampelonne teilten sich die Maxis mit den J-Class-Yachten die Bahnen.
Die „Svea“ war mit einem klaren Montagssieg als Favoritin in den zweiten Renntag der “Les Voiles de Saint-Tropez” gegangen. Kurz nach dem Startschuss zur ersten Wettfahrt versagte die Verriegelung des Genuafalls; das Segel fiel auf Deck, das Rennen war für die „Svea“ beendet.
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Was folgte, war ein Zweikampf zwischen Peter Harrisons „Rainbow“ und der „Hanuman“ auf einem Am-Wind-Kurs über rund drei Seemeilen mit etwa 20 Wenden. „Hanuman“ führte zunächst, doch ein misslungenes Manöver an der Lee-Tonne ließ „Rainbow“ vorbeiziehen. Die zweite Wettfahrt entschied „Hanuman“ für sich.
In der Bucht von Pampelonne setzte sich die 76-Fuß-Maxi „Northstar III“ in der ersten Maxi-1-Wettfahrt des Tages nach berechneter Zeit durch. Das Judel/Vrolijk-Design von Eigner Peter Dubens bestätigte seine Form. Zuletzt hatte das Boot beim Maxi Yacht Rolex Cup in Porto Cervo die Grand-Prix-Weltmeisterschaft gewonnen. Ihr Konzept erinnert zwar eher an eine große TP52 als an eine klassische Maxi. Vor dem Wind segelte sie jedoch tiefere Winkel und war gleichzeitig schneller als die Konkurrenz.
Stratege an Bord Wouter Verbraak sagte:
Sie verfügt über einen Kiel, der das aufrichtende Moment sowie die Leistung maximiert und starken hydromechanischen Auftrieb erzeugt. Ganz ohne zusätzliche, den Widerstand erhöhende Anhänge. Außerdem verfügt es über ein Aerodynamik-Paket, das mit drehbarem Mast und einem ‘verschwindenden’ Deck punktet.”
In der zweiten Wettfahrt setzte sich Eigner Karel Komarek vom Yacht Club de Monaco mit seiner „V“, der früheren „Tango“, durch.
Die Maxi-1- und J-Klasse segelten Up-and-Down-Kurse in der Bucht von Pampelonne. Die Maxiklassen 3, 4 und 5 gingen auf einen 28 Seemeilen langen Küstenkurs nach Südwesten. Ziel war eine Markierung vor Cavalaire-sur-Mer.
Im Golf von Saint-Tropez segelten auch mehrere Boote unter deutscher Flagge vorne mit. In IR3 belegten die „Topas“ von Dr. Harald Bruning und die „Einstein“ von Rainer Badent den zweiten und dritten Platz. In der Gruppe IR0 übernahm zunächst die „Nanoq“ (USA) nach einem starken Start die Führung unter den TP52-Yachten und verteidigte sie hartnäckig.
Auf der Ziellinie lag jedoch die „Knutte“ knapp vorn. Das deutsche Team um Thomas Andersen übernahm damit laut Veranstalter die vorläufige Spitze in der Gesamtwertung der BMW-Trophy, eine von mehreren Pokalen bei der “Les Voiles de Saint-Tropez”. Bereits am Vortag hatte es einen Podestplatz belegen können.
Weitere Ergebnisse finden Sie hier.
Die Bucht von Saint-Tropez bot auch abseits der Rennstrecken ein Bild für sich. Zur Startlinie hatten sich die „Sea Cloud Spirit“ und die „Orient Express Corinthian“ positioniert. Gemeinsam mit weiteren großen Yachten vor Anker sorgten sie für ein imposantes Panorama.
Die P-Class-Yachten segelten ihre Rennen um die Rolex Trophy bereits vor den sogenannten Big Boats; zu Letzteren zählt die rund 65 Meter lange, dreimastige „Atlantic“, eine Replik des gleichnamigen Transatlantik-Rekordlers. Bei den Traditionellen gingen die älteste Teilnehmerin „Sky“ (Baujahr 1890) und die „Resolute Salmon“ von 1976 am selben Tag an den Start.

Redakteur News & Panorama
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.