Mittwochmittag überquerte der Franzose die Gate-Linie direkt vor der Rubicón Marina. Schwache Winde hatten Guillous Tagesleistung zuletzt auf ein Etmal von 116 Seemeilen gedrückt. Dennoch blieb sein Vorsprung bestehen. Rund zehn Stunden später passierte Pat Lawless mit „Silvermines Hydro“ das Gate als Zweiter. Das übrige Feld dürfte die Marke in den kommenden Tagen erreichen.
Für die Verfolger sieht es gerade gut aus. Stärkere nördliche Winde sind für die nächsten Stunden vorhergesagt. Die Etmale im hinteren Feld liegen laut Tracker zwischen 130 und 160 Seemeilen. Guido Cantini kam zuletzt sogar auf 163 Seemeilen. Das Feld rückt wieder zusammen.
Schwieriger wird es für die beiden Letzten. Selim Yalçın auf „Help Disabled Children“ aus der Türkei und Pär Nyman auf „Lazy Otter“ befanden sich zuletzt noch weit hinter der Hauptgruppe. Das Gate dürften sie erst in der kommenden Woche passieren. Flaut der Wind danach wie erwartet ab, könnten sie den Anschluss an die Hauptgruppe verlieren.
Das Golden Globe Race 2026 ist die vierte Ausgabe eines Rennens, das auf das Sunday Times Golden Globe Race von 1968/69 zurückgeht. 16 Segler starteten am 6. September in Les Sables-d’Olonne.
Bei der Premiere des Rennens gewann Sir Robin Knox-Johnston als erster Mensch eine Einhand-Nonstop-Weltumsegelung. Bernard Moitessier lag auf Siegkurs, drehte kurz vor dem Ziel ab und segelte weiter nach Tahiti. Beim diesjährigen Start war Knox-Johnston in Les Sables-d’Olonne persönlich vor Ort und ermutigte jeden Skipper persönlich.
Der Kurs umfasst rund 30.000 Seemeilen, ostwärts um die Welt und zurück nach Les Sables-d’Olonne, ohne Stopps und ohne externe Hilfe. Gesegelt wird auf Serienyachten traditioneller Bauart.
Das Besondere ist der konsequente Verzicht auf alles, was moderne Navigation ausmacht. Sextant, Kompass und Papierseekarten sind erlaubt. GPS, Computer und elektronische Seekarten nicht. Auch Funkverbindungen sind streng begrenzt.
Nach Veranstalterangaben verfolgen Zehntausende das Rennen online. Der offizielle Live-Tracker des Golden Globe Race zeigt nicht nur die aktuellen Positionen der Flotte, sondern auch historische Routen. Eingetragen sind die Kurse von Knox-Johnston und Moitessier aus dem Jahr 1968/69 sowie die der späteren Sieger Jean-Luc Van Den Heede und Kirsten Neuschäfer.
Buchtipp: Alles gut, K. von Kirsten Neuschäfer erzählt von ihrem Sieg beim Golden Globe Race 2022/23 und von der Rettung Tapio Lehtinens im Indischen Ozean.
Neu in dieser Ausgabe ist das GGR Live Window. Sieben Skipper senden in rotierenden Zwei- bis Drei-Stunden-Fenstern Bilder von Bord, ergänzt um ausgewählte Bootsdaten. An Bord ändert sich dadurch nichts: Die Skipper empfangen keine Informationen, können keine Wetterdaten abrufen und wissen nicht, was außerhalb ihres Bootes passiert. Das System sendet nur nach außen. Für die Segler bleibt es 1968. Für die Zuschauer ist es 2026.

Redakteur News & Panorama
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