Golden Globe Race 2026Wie 1968 segeln. Wie 2026 erleben

Fabian Boerger

 · 14.08.2026

Insgesamt 17 Teilnehmende starten Anfang September in Les Sables-d'Olonne zur vierten Ausgabe des Golden Globe Race.
Foto: JJ / GGR 2026
In Les Sables-d'Olonne fällt am 6. September der Startschuss zum vierten Golden Globe Race. Das Nonstop-Einhandrennen um die Welt hält an seinem radikal-analogen Konzept fest und inszeniert es für das Publikum zugleich moderner als je zuvor.

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In Les Sables-d' Olonne steigt die Spannung. 17 Seglerinnen und Segler befinden sich in den letzten Vorbereitungen. In knapp drei Wochen startet dort die vierte Ausgabe des Golden Globe Race. Das Rennen ist der Nachfolger des legendären Sunday Times Golden Globe von 1968/69, bei dem Sir Robin Knox-Johnston als erster Mensch allein und ohne Zwischenstopp um die Welt segelte. Seit 2018 wird es im Vier-Jahres-Rhythmus ausgetragen. 2022 gewann Kirsten Neuschäfer als erste Frau das Rennen.

Nonstop. Ohne Hilfe. Traditionell navigiert

Nun startet eine neue Ausgabe des Rennens. Der Start ist am Sonntag, 6. September. Rund acht Monate werden die Segler voraussichtlich brauchen, um die 30.000 Seemeilen auf ihren Serienbooten zu bewältigen. Nonstop, ohne Hilfe von außen, wird mit Sextant und Seekarte navigiert. Kein GPS, keine Computer, keine modernen Assistenzsysteme. Wer startet, ist auf sich allein gestellt.

Ein Rückblick auf die bisherigen drei Ausgaben zeigt, wie herausfordernd dieses Rennen ist: Nur rund 30 Prozent der Starter erreichten das Ziel. Von 43 gestarteten Seglern schafften es in der Renn-Historie lediglich neun ins Ziel.

Veranstalter Don McIntyre sagt: “​Ich würde mich sehr freuen, wenn wenigstens die Hälfte dieser Flotte die Ziellinie überquert. Sie sind besser vorbereitet als jede andere Flotte, die wir bei den letzten drei Auflagen gesehen haben.” Und weiter:

Dieses Rennen hat die Angewohnheit, seine eigene Geschichte zu schreiben. Das letzte Wort haben immer die Ozeane."

​Don McIntyre – Abenteurer und Visionär

Der Australier Don McIntyre prägt schon sei Jahrzehnten die internationale Segelszene mit seinen Projekten. 1993 führte ihn seine erste Expedition in die Antarktis, viele weitere Fahrten mit seinem eisverstärkten Schiff „Sir Hubert Wilkins" folgten.

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Später rief der Visionär das Golden Globe Race auf den Plan, mit den Ausgaben 2018, 2022 und 2026 als Neuauflage des Sunday Times Golden Globe Race, sowie das Ocean Globe Race. Er entwickelte die Amateurbauklasse Globe 5.80, segelte 2021 selbst 3.600 Meilen solo über den Atlantik und gewann bei der ersten Globe 5.80 Transat die Seniors Class.

Zuletzt richtete er das Mini Globe Race aus, bei dem 16 Seglerinnen und Segler mit 5,80 Meter langen Booten – viele davon selbst aus Sperrholz gebaut – einmal um die Welt segelten. Mit dabei war auch der Deutsche Christian Sauer.


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​Programm beim Golden Globe Race schon vor dem Start

Der offizielle Start ist für den 6. September 2026 in Les Sables-d’Olonne angesetzt. Bereits am 16. August ist ein dreitägiger Test-Törn geplant. Dabei können die Segler ihre Bordsysteme unter Offshore-Bedingungen erproben. Erlaubt sind Zweier- oder Dreier-Crews.

Und schon ab nächster Woche können Interessierte den Ort des Geschehens besuchen. Ab dem 22. August öffnen Steg und Pavillon für Besucher. Eröffnet werden sie vom Bürgermeister von Les Sables-d’Olonne. Ein besonderer Blickfang dürfte die „Suhaili“ sein, das Boot, mit dem Sir Robin Knox-Johnston als Erster einhand und nonstop um die Welt segelte. Nach Angaben der Veranstalter wird sie ab dem 29. August zu sehen sein.

Parallel dazu können Besucher die Teilnehmenden des Rennens in der Golden Globe Marina kennenlernen. Für sie laufen die letzten Vorbereitungen: Safety-Inspections, notfallmedizinische Trainings und finale Arbeiten an Bord.

Mehr Infos dazu finden Sie hier.

​Live verfolgen, was an Bord passiert

Neu in dieser Ausgabe ist das sogenannte „GGR Live Window“. Damit können Interessierte ausgewählte Teilnehmer in Echtzeit im Netz verfolgen. Eine Einweg-Satellitenübertragung sendet Live-Videos von Bord, ohne dass der Segler selbst eine Rückmeldung erhält: also keine Nachrichten, keine Wetterberichte, nichts. Neben den Bildern sollen laut Veranstalter auch biometrische Daten übertragen werden.

Die Streams von sieben an dem Projekt teilnehmenden Segler wechseln sich in Zwei- bis Drei-Stunden-Blöcken ab. Zu sehen sind sie auf YouTube. Falls zwischendurch etwas passiert, kann jederzeit zum jeweiligen Stream gewechselt werden. Der Veranstalter sagt dazu:

„Für die Segler ist es nach wie vor das Jahr 1968. Für das Publikum ist es schon 2026!”

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Fabian Boerger

Fabian Boerger

Redakteur News & Panorama

Fabian Boerger ist an der Lübecker und Kieler Bucht zuhause – aufgewachsen in diversen Jollen und an Bord eines Folkeboots. Seit September 2024 arbeitet er als Redakteur im Panorama- und News-Ressort und verbindet dort seine Leidenschaften für das Segeln und den Journalismus. Vor seiner Zeit bei Delius Klasing studierte er Politikwissenschaften und Journalistik, arbeitete für den Norddeutschen Rundfunk und das ZDF. Sein Volontariat machte er bei der MADSACK Mediengruppe (LN, RND). Jetzt berichtet er über alle Themen, die die Segelwelt bewegen – mit dem Blick des Praktikers und der Präzision des Journalisten.

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