BrassfahrtZu Pfingsten über Nacht durch die Lübecker Bucht

Tatjana Pokorny

 · 19.05.2026

Zuschauer erleben die Starts am Samstag vor Pfingen im Zeitfenster zwischen 12 und 14 Uhr am besten von der Nordermole oder vom Strand aus.
Foto: Magdalena Hufnagel/www.oh-i-sea.de
Das 8. Baltic 500 ist gerade in Strande bei Kiel zu Ende gegangen. Jetzt kommt die 5. Brassfahrt! Am kommenden Wochenende trifft sich die wachsende Shorthanded-Familie in Travemünde beim Lübecker Yacht-Club. Mit fast 90 gemeldeten Booten genießt das noch junge Ein- und Zweihand-Event erneut starken Zuspruch.

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Vor fünf Jahren hat die Brassfahrt Premiere gefeiert. Entsprungen ist das Event einer gemeinsam Idee von Matthias Renner, Olav Arne Nehls und Timo Manske aus Lübeck und Travemünde. Die begeisterten Einhandsegler wollten 2022 ohne Riesenaufwand Minis auf die Ostsee locken. Das Ereignis war zunächst als einmalige Aktion angedacht. Geworden ist daraus inzwischen eine Ein- und Zweihandregatta, die 2022 erstmals ausgetragen wurde und am kommenden Wochenende über Pfingsten bereits ihre fünfte Auflage erlebt.

Fünf Gruppen bei der fünften Brassfahrt

​Starten können bei der Brassfahrt seetüchtige Kielyachten und Mehrrumpfboote, die solo oder von Duos gesegelt werden. Die Boote werden ähnlich wie beim dänischen Einhandklassiker Silverrudder entsprechend ihrer Längen in fünf Gruppen eingeteilt:

  • Gruppe I: LH < 25 ft (Mini)
  • Gruppe II: 25 ft ≤ LH < 30 ft (Small)
  • Gruppe III: 30 ft ≤ LH < 35 ft (Medium)
  • Gruppe IV: 35 ft ≤ LH < 40 ft (Large)
  • Gruppe V: LH ≥ 40 ft (X-Large)

Innerhalb der einzelnen Gruppen segeln die Teilnehmer gegeneinander. Das schnellste Einhandboot in jeder Gruppe wird gesondert ausgezeichnet. Für jede Gruppe gibt es eine ORC-Club- und eine Yardstick-Wertung. Die Teilnehmer können via Manage2Sail selbst entscheiden, ob ihr Boot mit DH-Messbrief für ORC Club oder für Yardstick gewertet werden soll.

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Starter aus Dänemark und Polen steuern die Brassfahrt an

Dass die Brassfahrt so starken Zuspruch genießt, liege, so Mitgründer Matthias Renner, “an ihrem einfach unheimlich familiären Charakter”. Und auch daran, “dass der Druck nicht so hoch ist, hier performen zu müssen”. Renner erzählt auch, wie viele engagierte und nette junge Leute das Helferteam bilden, dass die Ostseeregatta zum schönen Pfingsterlebnis unter Segeln mache.

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“Wir erwarten in diesem Jahr wieder über 90 Yachten unterschiedlichster Kaliber. Wir konnten dieses Jahr mehr Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus Polen und Dänemark gewinnen und werden damit internationaler”, vermeldeten die Veranstalter wenige Tage vor dem Startschuss am 23. Mai. Nach dem Check-in und dem Skipper’s Briefing am Vortag, werden die Boote dann am Samstag vor Pfingsten ab 10 Uhr auslaufen. Die Starts sind im Zeitfenster zwischen 12 und 14 Uhr angesetzt.

Zu meistern haben die Herausforderer einen rund 125 Seemeilen langen Kurs durch die Lübecker und Mecklenburger Bucht. Das Motto der Brassfahrt: “Eine Nacht durch die Bucht.” Am nächsten Morgen schon werden die schnellsten Boote ab dem frühen Morgen wieder im Ziel erwartet. Zuschauer können die Regatta bei Fly-bys nach dem Start am besten von der Nordermole in Travemünde, aber auch vom Strand aus verfolgen. Die Starts werden live kommentiert.

Die Brassfahrt-Schnellste von 2025 ist wieder dabei

Wie in den vergangenen Jahren, so rechnen die Organisatoren auch am kommenden Wochenende mit einem vollen Haus in Travemünde – das gilt für die Starter wie auch das Publikum. Am Start sind abenteuerlustige Familien- und Amateur-Crews ebenso wie erfahrene Langstrecken-Gourmets. Die Bandbreite der teilnehmenden Boote ist riesig.

Zwei der fünf Sieger-Crews aus dem vergangenen Jahr sind wieder dabei: Patrik Heinrichs und Thomas Weigel verteidigen ihren Titel in der Gruppe Small mit der Esse 850 “Jynx”. Zu den Powerplayern der diesjährigen Brassfahrt zählen auch Vorjahressieger Hasso Hoffmeister und Sven Winterberg mit der Akilaria 950 “Whiteout”, die sich 2025 in der Medium-Gruppe durchgesetzt hatte. Auch die damaligen Verfolger Ralf Kock mit Claudia Prehn und der Archambault A-35 “Skuum” sowie Jens Hufnagel mit Thomas Panten auf der Klassenschwester “Chenapan” sind erneut mit von der Partie.

In Gruppe Large hat der Solo-Vorjahressieger Arno Böhnert gerade mit Christian Heerman und der First 36 “Salicornia” erfolgreich das Baltic 500 bestritten, wird seinen Vorjahrestitel nicht verteidigen. Auch in X-Large gibt es ohne die Vorjahressiegerin “Vineta” mehrere Anwärter im Kampf um den Gruppensieg. Zu den gemeldeten Booten geht es hier.

Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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