Bevor die Teilnehmer der Internationalen Deutschen Meisterschaft Offshore gefordert waren, hatten die anderen Nordseewoche-Herausforderer schon ihr erstes Rennen absoviert. Die erste Siegerin der 91. Nordseewoche war die Tripp 40 “Amuse-Bouche” vom Norddeutschen Regatta Verein. Die Crew um Steuermann Jörg Zieron machte das Rennen im Garmin Cup, segelte in gut zwei Stunden von Wedel nach Cuxhaven und setzte sich berechnet mit nur etwa mehr als einer Minute Vorsprung in ORC A gegen die X-41 “Dockenhuden” (Mühlenberger Segel-Club) mit Steuermann Maik Dünnfründ durch.
Zuvor hatte die Wettfahrtleitung in nur einem Hauch von Wind die Bahn verkürzt und die Zielline an Reede sechs gelegt. 20 Boote waren ins Rennen gestartet. Das schnellste ORC-B-Boot – Michael Wunderlichs J-35 “Chosi 6” (Blankeneser Segel-CLub) hatte nur rund fünf Minuten länger gebraucht als das “First Ship Home” in der A-Division. Eine Viertelstunde nach “Chosi 6” passierte mit Gerrit Rampendahls J/80 “Azurra DH” (Segel-Verein Altona-Oevelgönne) das erste ORC-C-Boot die Linie. Zu den Garmin-Cup-Ergebnissen bei manage2sail geht es hier.
Eine eigene Ergebnisseite bei manage2sail hat die Internationale Deutsche Meisterschaft (IDM) Offshore, im Rahmen der Nordseewoche ausgetragen wird. Auch hier ist die erste und kürzeste der drei sich in Umfang, Anspruch und Punktwertung steigernden Wettfahrten bereits absolviert: Der Sundowner wurde in den flauen Frühsommerwinden von der Wettfahrtleitung ebenso verständnisvoll verkürzt wie zuvor der Garmin Cup.
Nach dem Start am Freitagabend um 20.05 Uhr kamen die 14 IDM-Teams zunächst noch gut voran, bevor der Wind im Verlauf des Abends zunehmend einschlief. Gezeitet wurde an der Tonne Außenreede 3. Für die Crews ging es danach unter Motor in Richtung des Roten Felsens. In der Alexseal Offshore Lounge wurden die Nordseesegler vom Team der Nordseewoche und Cili con Carne erwartet.
In der Leichtwind-Prüfung der Meisterschaftssegler – so hatten es Könner und Kenner vorhergesagt – hatten die kleineren Boote ein etwas angenehmeres Spiel. In der ORC-Wertung gewann Michael Schlees X-35 “Alexis” (Wassersportverein Wulsdorf) vor Lars Hiddes MAT 1220 “Pure” vom Blankeneser Segel-Club und der Swan 46 “Rarotonga” (Blankeneser Segel-Club) mit Steuermann Christoph Mählmann. Die elfköpfige “Rarotonga”-Crew hatte die Leichtwindherausforderung zum IDM-Auftakt trotz schöner, aber schwerer Swan 46 mit hilfreichen Stromkenntnissen auffallend gut pariert.
Baltic-500-ORC-Dominator Jonas Hallberg und seine Crew auf der neuen JPK 10.50 “Hinden” konnten sich als Vierte gut platzieren. Jonas Hallberg berichtete: “Das Rennen war unspektakulär, brachte etwas mehr Wind als gedacht. Wir konnten ganz gut segeln. Erst war es eine Kreuz. Dann hat der Wind langsam auf Süd gedreht, kam immer raumer. Dann wurde auch schon die Bahn verkürzt. Wir haben versucht, uns so gut wie möglich an den Tiefenlinien entlangzuhangeln und im Strom zu bleiben. Das ist uns einigermaßen gut gelungen.”
Dafür, dass wir zum ersten Mal Regatta auf der Elbe gesegelt sind, war das ganz okay. Die Stimmung ist gut. Das Wetter auch. Es ist schön warm auf Helgoland.” Jonas Hallberg
Die Meisterschafts-Co-Favoriten auf der Elliot 52 SS “Rafale” (Verein Seglerhaus am Wannsee) von Henri de Bokay waren als Erste gegen Mitternacht im Helgoländer Hafen angekommen. Berechnet ergab sich s für das große Boot Platz sechs im kurzen ersten Flautenpoker. Damit kam die Crew, die in diesem Jahr angesichts der leichtwindigen beiden ersten Rennen ihren Hauptfokus auf die Rekordjagd im voraussichtlich druckvollen Pantaenius Rund Skagen Rennen legt, mit nur einem halben blauen Auge davon.
“Es war erwartbar, dass die kleinen Boote bei wenig Wind und Schiebestrom mehr profitieren”, erklärte “Rafale”-Navigator Robin Zinkmann. Er selbst hatte es schon einige Tage vor dem Start etwa so prophezeit. Skipperin Katrina Westphal steuerte die Carkeek 47 “Störtebeker” vom Hamburgischen Verein Seefahrt im verkürzten Sundowner auf Platz acht. Daniel Baums Crew auf dem dem schönen Einzelbau “Elida” (Hamburger Segel-Club) greift im zweiten IDM-Rennen – dem Capitell-Cup Rund Helgoland – von Position elf aus an.
Gestartet wurden am Samstag auch die Zubringer-Regatten für alle anderen Teilnehmer. Yachten aus Bremerhaven, von Hallig Hooge und aus Hooksiel sowie die Teilnehmer des Noblex-Cup Cuxhaven–Helgoland segelten am Tag vor Pfingsten auf ihren Kursen zur Insel. Dabei half die Strömung den Crews am Vormittag gut weiter, während der Wind erneut schwächelte. Die Wettfahrtleitung beobachtet die Windverhältnisse kontinuierlich.
Es war schon klar, dass auch die Wettfahrten W2 (Noblex-Cup Cuxhaven - Helgoland) sowie W4 (Hooksiel - Helgoland) verkürzt und auf der Bahn gezeitet werden. Helgoland erwartet seine Segler und Seglerinnen dann an diesem langen Pfingstwochenende mit Wonnewetter. Wer den Roten Felsen schon erreicht hat, braucht nicht mehr als ein T-Shirt und Shorts, um die Insel zu erkunden oder im Hafen die nun schnell größer werdende Nordseewoche-Flotte zu beobachten. Das boot Race Village hat geöffnet, lädt zu Entspannung und abends zur Siegerehrung und Live-Musik ein.
Danach richten sich am Pfingstsonntag alle Augen wieder aufs Wasser: Am Pfingstsonntag sind Nordseewoche-Crews und Meistersegler beim Capitell-Cup Rund Helgoland gefordert. Urspünglich hatten die Teams dafür auf etwas mehr Wind gehofft, doch könnte auch die große Runde um die Insel eine Segelschachpartie mit Flautenfallen werden. Robin Zinkmann sagte: “Zuletzt sah es nach um die fünf Knoten Wind aus. Das Rennen ist wie ein etwas größeres Coastal Race. Da muss man sehen, dass man nicht irgendwo liegenbleibt. Und ich hoffe, dass noch einmal klare Ansagen zu den Hummersperrgebieten kommen.”

Freie Reporterin Sport
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