57. Goldener OptiJonny Seekamp triumphiert in Kiel-Schilksee

Antonia von Lamezan

 · 01.06.2026

Goldener Opti: Ein weißes Segelmeer in der Strander Bucht
Foto: picture alliance / imageBROKER, Andreas Dick
Rund 300 junge Seglerinnen und Segler aus sechs Nationen gingen am Wochenende in der Strander Bucht an den Start. Die Wettfahrtleitung plante vorausschauend vier Rennen für den Samstag – eine richtige Entscheidung: Am Sonntag herrschte Flaute, doch der Sieger stand bereits fest.

Themen in diesem Artikel

Die Gewinner: Seekamp und Heliosch

In der A-Klasse Goldener Opti setzte sich Jonny Seekamp vom Wassersport-Verein Hemelingen e.V. gegen 235 Konkurrenten durch und belegte den ersten Platz. Der 14-Jährige ist im deutschen Opti-Nachwuchs längst kein Unbekannter: 2024 ging er bei der Weltmeisterschaft in Argentinien für das deutsche Team an den Start. Bereits im Jahr davor folgten Platz drei beim Goldenen Opti sowie der Sieg beim Opti-Cup in Neustadt in Holstein.

In der B-Klasse, Silberner Opti (bis 12 Jahre), mit 61 Teilnehmern steht Alwin Heliosch vom Württembergischer Yacht-Club e.V. als Sieger auf dem Podest.

Vorausschauende Planung rettet die Regatta

Wettfahrtleiter Boris Andratzek (A-Bahn) und sein Kollege Lars Frenzel (B-Bahn) hatten die Wetterprognose genau im Blick: Für Sonntag war Windstille angekündigt. Statt auf bessere Bedingungen zu hoffen, absolvierten beide Flotten am Samstag bei Sonne und rund 10-15 Knoten Wind bereits vier der sechs ausgeschriebenen Wettfahrten. Ein straffes Programm, das allen Beteiligten einiges abverlangte.

Die Voraussicht zahlte sich aus: Am Sonntagmorgen war es nahezu windstill. “Der Verzicht auf die weiteren Rennen bei fast völliger Flaute war die richtige Entscheidung im Sinne der Veranstaltung”, erklärt Andratzek. Mit vier Wettfahrten stand ein solides, sportlich wertiges Ergebnis fest. Die Siegerehrung fand am Sonntagnachmittag ab 14:00 Uhr in der Vaasahalle statt.

China-Delegation kommt 2027 wieder

Eine Besonderheit war die Teilnahme junger Seglerinnen und Segler aus Qingdao. Die Delegation aus der olympischen Hafenstadt reiste im Rahmen der Sportpartnerschaft mit Kiel Sailing City an und brachte internationales Flair über Europa hinaus an die Förde.

Die Partnerschaft festigt sich: Gastgeschenke wurden ausgetauscht, erste Eindrücke geteilt und noch vor Ort wurde die Teilnahme für 2027 vereinbart. Das Konzept bleibt: Jedes Jahr kommen andere junge Segler aus China, die Trainer bleiben konstant und bauen so eine nachhaltige Verbindung zwischen beiden Standorten auf.

Grillen, Netzwerken, Freundschaften knüpfen

Neben dem sportlichen Wettkampf kam auch das gesellige Miteinander nicht zu kurz. Eine Grillparty am Samstagabend bot bei Bratwurst und Salatbuffet reichlich Gelegenheit zum Kennenlernen und Austausch zwischen den Teilnehmenden und ihren Trainern.

Goldener Opti: 57 Jahre Tradition, 100 Prozent Ehrenamt

Die 57. Auflage des Goldenen Optis bewies einmal mehr die Stärke dieser Traditionsregatta: Seit 1968, damals noch mit Holz-Optimisten, wird die Veranstaltung Jahr für Jahr ehrenamtlich gestemmt.

Wir sind glücklich, zufrieden und ein bisschen stolz",

resümiert Wettfahrtleiter Boris Andratzek. Gerade in diesem Jahr mit seinen Wetterkapriolen habe sich gezeigt: „Aus rein ehrenamtlicher Kraft wurde allen Ansprüchen einer Großveranstaltung Genüge getan."


Die Ergebnisse im Überblick:

Goldener Opti (A-Klasse):

  1. Jonny Seekamp (Wassersport-Verein Hemelingen)
  2. Philipp Wodianka (Mühlenberger Segel-Club e.V.)
  3. Leo Mügge (Berliner Yacht-Club e.V.)

Silberner Opti (B-Klasse):

  1. Alwin Heliosch (Württembergischer Yacht-Club e. V.)
  2. Julie Tschentscher (Wassersport-Verein Hemelingen)
  3. ​Nathan Makrutzki (Berliner Yacht-Club / Blankeneser Segel-Club)

Mehr zu diesem Thema:

Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Antonia von Lamezan ist gebürtige Hamburgerin und studierte Kultur- sowie Sozialwissenschaftlerin (Lüneburg/Kopenhagen). Obwohl die Seefahrt zur Familiengeschichte gehört, fand sie den eigenen Weg aufs Wasser erst als Erwachsene – dann jedoch mit voller Begeisterung und Konsequenz: Innerhalb eines Jahres absolvierte sie alle für die Langfahrt erforderlichen Scheine, tauschte das geregelte Stadtleben gegen das eigene Boot und segelte zwei Jahre lang auf eigenem Kiel durch Europa. Als Volontärin in der Redaktion verbindet sie nun fachlichen Hintergrund mit ihrer Leidenschaft für das Meer, Boote und das Schreiben.

Meistgelesen in der Rubrik Regatta