52 Super SeriesSaisonfinale voraus – “Platoon Aviation” vs. “Sled”

Tatjana Pokorny

 · 04.10.2026

Die führende internationale Einrumpfserie nimmt Kurs aufs Saisonfinale vor Valencia.
Foto: Nico Martinez/52 Super Series
Am Montag hebt sich der Vorhang zum fünften und letzten Event der 15. Saison der 52 Super Series. Es geht um den Saisontitel. Harm Müller-Spreers “Platoon Aviation” geht als Spitzenreiterin in die entscheidenden zehn Rennen vor Valencia. Die Elf-Punkte-Führung vor den “Sled”-Weltmeistern sind angenehm, aber keine Garantie auf den erhofften Sieg.

Themen in diesem Artikel

Im elften Jahr seiner Einsätze in der Super Series kann Harm Müller-Spreer auf mehr als ein erfolgreiches Liga-Jahrzehnt zurückblicken. Vor drei Jahren hatten der Hamburger und sein “Platoon Aviation”-Team erstmals den begehrten Saisontitel gewonnen. Davor waren sie dreimal  – 2017, 2019 und 2023 – zum WM-Titel gestürmt.

52 Super Series: Showdown vor Valencia

Jetzt hat sich der für den Norddeutschen Regatta Verein startende Eigner und Steuermann mit seinem Team die nächste Chance zu einem Saisontitel erarbeitet. Die Entscheidung fällt in der kommenden Woche vor Valencia, wo die Flotte zu ihrem Finale aufkreuzt. Der erste Startschuss fällt nach den für Montag geplanten Trainingsrennen am Dienstag. Zehn Rennen stehen auf dem Programm, an deren Ende die Liga ihre Saison-Champions kürt.

In den Mittelpunkt wird in der kommenden Spanien-Woche ein Duell rücken, das sich im Jahresverlauf zugespitzt hat: Harm Müller-Spreers “Platoon Aviation” vs. Takashi Okuras “Sled”. Die Regatta geht am 10. Oktober mit der Event- und auch der Saisonentscheidung zu Ende. Die Ausgangslage ist für “Platoon Aviation” vielversprechend, aber keinesfalls sicher.

Müller-Spreer und sein Team sind als Tabellenführer bei 171 Punkten mit elf Zählern Vorsprung vor “Sled” (182 Punkte) in Valencia angereist. Dieses Kräfteverhältnis haben die Platzierungen 2, 3, 4 und 1 für “Platoon Aviation” und 1, 1, 3 und 5 für “Sled” ergeben. Damit spricht auch der Saisontrend für die einzige deutsche TP im Circuit. Der Abstand der drittplatzierten italienischen “Alkedo Cetilar” (217 Punkte) zu “Platoon Aviation” ist mit 46 Zählern schon sehr groß.

Meistgelesen

1

2

3

4

5

Vor dem Finale: Vorsprung und Trend sprechen für “Platoon Aviation”

​Dabei war die Saison für Harm Müller-Spreer und sein Team kein Selbstgänger. Zum Auftakt hatte “Platoon Aviation” in Puerto Portals “Sled” den Sieg überlassen müssen. Gleichzeitig bedeutete der zweite Platz für das GER-Boot auf Anhieb auch Schlagdistanz zur Spitze. Bei der Rolex TP52 Weltmeisterschaft – Regatta zwei der 52 Super Series in diesem Jahr – ergab sich ein ähnliches Bild. “Sled” gewann die WM-Krone, “Platoon Aviation” wurde Dritte.

In der Saisonwertung hatte “Platoon Aviation” danach zunächst einen Rückstand von 15 Punkten. Auch bei der Marina Rubicón Sailing Week vor Lanzarote hatte “Sled” die Bugspitze vor “Platoon Aviation”, dieses Mal allerdings auf den Plätzen drei und vier. Der “Gamechanger” kam mit dem Puerto Calero Lanzarote Royal Cup.

“Platoon Aviation” dominierte die Regatta und holte ihren ersten Event-Sieg seit September 2024. Gleichzeitig erreichte “Sled” nach technischen Problemen nur Platz fünf und büßte dadurch ausgerechnet vor dem Valencia-Finale ihren Tabellenführung ein. Harm Müller-Spreer hielt fest, dass sein Team das Boot nach vielen technischen und auch kleineren Detailproblemen endlich so weit gebracht habe, “dass es wirklich konkurrenzfähig” sei.

Wir fühlen uns gut. Ich glaube, wir können gewinnen. Das ist das absolute Ziel, mit dem wir in die Saison gestartet sind. Daran hat sich nichts geändert.” Harm Müller-Spreer

Die Zwischenbilanz von Harm Müller-Spreer war vor dem Valencia-Showdown war positiv: “Es hat eine Weile gedauert, bis dieses Boot wirklich gut lief, aber jetzt habe ich das Gefühl, dass wir das richtige Boot dafür haben und ein Team mit der nötigen Erfahrung und dem nötigen Ehrgeiz.” Das sieht Konkurrenz ähnlich.

Finalduell in der 52 Super Series: Tabellenführer vs. Weltmeister

“Sled”-Projektleiter und Großschottrimmer Don Cowie prophezeite: “Es wird eine knappe Regatta. Wir werden bis zum letzten Rennen alles geben. Wir haben gesehen, wie ‘Platoon” ihre Leistung bei den letzten zwei, drei Regatten dramatisch verbessert hat.” Dabei sparte Cowie auch nicht mit Kritik am eigenen Team: “Ich denke, wir dürfen keine dummen Strafen mehr kassieren, wie sie uns passiert sind. Auch hatten wir Materialbruch, der uns neun Punkte gekostet hat. Wir segeln nicht mehr so gut wie vorher; wir müssen unsere Starts verbessern und solide Rennen segeln.“

Nicht zum ersten Mal in seiner Geschichte in der 52 Super Series scheint Team Platoon Aviaton zum Saisonhöhepunkt seine beste Form erreicht zu haben. Ob es zur zweiten Saisonmeisterschaft nach 2023 reicht, wird spätestens am 10. Oktober klar sein. Hier geht es zum Zeitplan für die 52 Super Series Valencia Sailing Week.

Hier geht es zum Clip der 52 Super Series für das Valencia-Finale:

Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

Meistgelesen in der Rubrik Regatta