Jubel bei Harm Müller-Spreer und seiner Crew auf Lanzarote. Die “Platoon Aviation”-Crew hat erstmals in dieser Saison ein Event der 52 Super Series gewonnen. Der Durchbruch gelang beim vierten Gipfel vor Lanzarote. Und zwar so souverän, dass der Event-Sieg schon ein Rennen vor Schluss feststand. Auf die Plätze zwei und drei segelten beim Royal Cup die brasilianische “Crioula” und die türkische “Provezza”.
“Platoon Aviation” hat in diesem Jahr bereits beständig in den Top-Vier agiert: Nach den Plätzen 2 (Puerto Portals Sailing Week), 3 (WM Porto Cervo) und 4 (Marina Rubicon Lanzarote) stürmten der Eigner und Steuermann vom Norddeutschen Regatta Verein und seine Crew jetzt im Revier von Lanzarotes Puerto Calero zum Sieg. Zuletzt hatte “Platoon Aviation” am 28. September 2024 eine Regatta der 52 Super Series gewonnen.
So langsam fährt die Kiste.” Harm Müller-Spreer
Im kanarischen Revier war das Team auf “Platoon Aviation” schon druckvoll und entschlossen in die Serie eingestiegen. Insgesamt gelangen drei Rennsiege und drei zweite Ränge im hochkarätig besetzten Feld von 13 TP52-Geschossen. Steuermann Harm Müller-Spreer, Taktiker Vasco Vascotto, Stratege Jordi Calafat, Navigator Juan Vila und ihre Crew mit dem Kieler Michael Müller agierten bei der vierten von fünf Regatten der 52 Super Series so stark, dass sie den Royal Cup schon nach neun von zehn Wettfahrten zum vierten Mal in ihrer Teamgeschichte gewonnen hatten.
Der dreimalige TP52-Weltmeister Harm Müller Spreer sagte: “Ein Sieg mit einem Rennen Vorsprung? Das ist in der 52 Super Series schon eine Weile her. Für mich fühlt es sich gut an, ganz besonders am Tag nach dem Tod des Cup-Stifters, König Harald.” Die “Platoon Aviation”-Crew gewann die Regatta mit nur 34 Punkten vor der brasilianischen “Crioula” (59 Punkte) und der türkischen “Provezza” (60 Punkte), die im letzten Rennen noch von Platz zwei auf Platz drei abrutschte.
Nach den ohnehin schon guten Ergebnissen in diesem Jahr katapultierte sich Harm Müller-Spreers Team mit dem Lanzarote-Erfolg auch im Kampf um die Meisterschaft an die Spitze, führt die Saisonwertung im Feld der 16 Boote vor dem Valencia-Finale (5. bis 10. Oktober) mit 171 Punkten vor “Sled” (182 Punkte) und “Alkedo Cetilar” (217 Punkte) an.
Es hatte sich in der laufenden Saison schon abgezeichnet, dass die Mannschaft ihr anfänglich stark forderndes Botin-Design von 2024 nun zunehmend besser in den Griff bekommt. Harm Müller-Spreer sagte zur Frage nach den Schlüsseln für den dominanten Auftritt vor Lanzarote: “Wir haben einfach so viel am Schiff immer wieder weiter umgebaut. Wir haben es immer wieder nochmal versucht: mit einem neuen Kiel, einer neuen Kielfinne, einem neuen Rigg-Stup, einem neuen Ruderblatt, einem neuen Segeldesign. Es sind einfach viele Dinge, die das Schiff dann jetzt doch wettbewerbsfähig machen.”
Im Moment ist das Boot wirklich konkurrenzfähig! Ich bin zufrieden mit dem Team und allen, die daran beteiligt sind. Aber wir müssen konzentriert bleiben.” Harm Müller-Spreer
Das Ergebnis der intensiven technischen Arbeit bringt naturgemäß auch dem Steuermann mehr Spaß beim Segeln. Harm Müller-Spreer sagte: “Das ist ja klar! Wenn du nicht ‘up to pace’ bist, ist es immer schwierig. Aber jetzt sind wir einfach schnell und diese Woche auch gut gesegelt. Die Kombination zwischen Vasco, Jordi und auch Juan Vila und mir funktioniert einfach perfekt. Dadurch sind wir auch immer gute Starts gefahren. Diese Woche ist rund gelaufen.” Zu den Event-Ergebnissen und den Zwischenständen in der Saisonmeisterschaft geht es hier.
Hätte mir vor der Regatta jemand gesagt, dass ich nach der Regatta in der Saisonwertung mit elf Punkten führe, nachdem ich vorher 17 Punkte zurückgelegen habe, hätte ich das sofort unterschrieben.” Harm Müller-Spreer
Das Lanzarote-Revier bleibt ein gutes für die einzige deutsche TP52 in der 52 Super Series. Schon bei der ersten der beiden Lanzarote-Regatten in diesem Jahr hätte “Platoon Aviation” im Juli noch deutlich besser abschneiden können als mit Rang vier. “Da hatten wir in vier Rennen vier geplatzte Spinnaker. Und einmal eine kaputte Winsch. Da hatten wir also in fünf Wettfahrten Materialschäden. Wäre das nicht gewesen, hätten wir die letzte Regatta auch schon gewonnen”, so Harm Müller-Spreer.
Nach WM-Bronze in diesem Jahr hat sich Team Platoon Aviation mit der Top-Leistung eine sehr gute Chance im Kampf um den Saisontitel erarbeitet. Wie Harm Müller-Spreer die Ausgangsbasis fürs Oktober-Finale sieht? Er sagte: “Es ist ganz einfach: Wir müssen noch zehn Wettfahrten segeln. Und die müssen wir gut segeln. Es ist Quatsch, jetzt aufs Gesamtergebnis zu schauen. Wir müssen jede einzelne Wettfahrt fokussiert segeln, das Beste geben. Dann werden wir sehen, was dabei herauskommt.”
In Valencia, so Harm Müller-Spreer, werde es beim Finale der laufenden Saison der 52 Super Series insofern auch noch einmal spannend, weil voraussichtlich noch einmal mehr Boote an der Startlinie aufkreuzen werden. “Ich glaube, es werden 15 oder 16 Boote sein. Da wird es für jemanden, der eine gute Gesamtleistung abliefern will, noch einmal spannender. Mal sehen, was dabei herauskommt”, sagte der Steuermann aus Hamburg.
Eine durchwachsene Serie erlebten vor Lanzarote die bisherigen Spitzenreiter in der Saisonmeisterschaft. Takashi Okuras “Sled”, amtierende Weltmeisterin und Siegerin der ersten beiden Regatten der Saison, erlebte mit der Serie 4, 10, 5, 11, 5, 1, 2, 13, 9 und 2 eine Achterbahnfahrt durchs Puerto-Calero-Klassement. Zwar beendeten sie die Regatta im Hoch, doch hatte sich ihr zuvor erarbeiteter 17-Punkte-Vorsprung vor “Platoon Aviation” in der Saisonmeisterschaft in einen 11-Punkte-Rückstand verwandelt.
“Sled”-Taktiker Francesco Bruni sagte in Puerto Calero: „Im letzten Rennen haben wir keine gute Leistung gezeigt. Ich bin nicht besonders zufrieden damit, wie ich diese Woche gesegelt bin, und leider haben wir viele Punkte verloren. Aber wir sind immer noch ein starkes Team und haben weiterhin Chancen auf einen möglichen Saisonsieg, also werden wir in Valencia um den Titel kämpfen.”
Bruni kennt die Ausgangslage ebenso wie die “Platoon Aviation”-Crew, sagte: “Jetzt müssen wir elf Punkte auf ‘Platoon’ gutmachen. Dazu müssen wir in Valencia vor allem eine gute Regatta hinlegen, was uns hier nicht wirklich gelungen ist. Wir hatten ein paar Probleme und waren bei dieser Regatta nicht weit vom Podium entfernt, aber es war definitiv eine Regatta, die nicht unseren gewohnten Standards entsprach.”

Freie Reporterin Sport
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