Das beste Tagesergebnis gelang am zweiten der fünf Renntage beim Saisonfinale der 52 Super Series in Valencia Harm Müller-Spreer und seiner Crew auf “Platoon Aviation”. Mit einem Tagessieg und einem fünften Rang rückte der deutsche Rennstall in der Rekordflotte von 16 Booten nach vier Rennen auf Platz zwei vor. Sechs Rennen bleiben bis Samstag, um das ehrgeizige Jahresziel zu erreichen: den zweiten Saisontitel für Harm Müller-Spreer (Norddeutscher Regatta Verein) nach 2023.
Nach vier Rennen lagen die Top-Vier in Valencia nur zwei Punkte auseinander. Die thailändische “Vayu” der Whitcraft-Familie führte das Klassement mit 17 Punkten vor “Platoon Aviation” (18), der italienischen “Alkedo Cetilar” und Takashi Okuras “Sled” (beide 19 Punkte) an. Damit lag der Vorteil im Meisterschaftsduell zwischen “Platoon Aviation” und “Sled” zunächst weiter bei der deutschen TP.
Ganz so ruhig, wie sich das in Ergebnissen am Abend ausdrückte, war es zuvor in den wechselhaften, ablandigen Windbedingungen auf dem Kurs vor dem Malvarossa-Strand von Valencia nicht zugegangen. “Gerade in dieser Art von Wind musst du mit Charakter segeln. Ich glaube, das ist mir im zweiten Rennen nicht gelungen”, sagte “Platoon Aviation”-Taktiker Vasco Vascotto. Ihm hätte man in Lauf zwei des Tages einen Stressball statt der an Bord malträtierten Wasserflaschen in die kräftigen Hände gewünscht.
“Platoon Aviation” war nach dem Lanzarote-Sieg Ende August mit einem Elf-Punkte-Vorsprung vor “Sled” in das Valencia-Saisonfinale gestartet. Nach den ersten vier Rennen ist daraus in der Zwischenwertung ein Zwölf-Punkte-Puffer zur US-Yacht geworden. Sicherheit im Kampf um den Titel bedeutet das Dutzend Zähler aber keinesfalls. Schon deshalb nicht, weil in der 52 Super Series ohne Streicher gesegelt wird. Die Schlussergebnisse bleiben daher fast grundsätzlich offen bis zum letzten Rennen, weil immer noch alles passieren kann.
Entsprechend war der italienische Taktiker auf der deutschen TP nicht zufrieden. Vasco Vascottos Blick auf das Rennen, in dem “Platoon Aviation” als Fünfte ins Ziel gekommen war: “Wir sind sehr gut gestartet und lagen in Führung. Und dann habe ich vielleicht zu sehr auf ‘Sled’ geachtet….”
Was Vascottos Frust auslöste, erklärte er selbst: “In diesen wechselhaften Winden muss man sein eigenes Rennen segeln. Aber wir haben drei der vier Plätze verloren. Ein erster und ein fünfter Rang – Boot des Tages – das ist gar kein schlechtes Ergebnis, aber wie ich immer sage: Ich segle gerne gut. Und das Ergebnis ist immer eine Folge davon, wie man segelt, ob gut oder schlecht.”
Ich denke, wir hätten heute etwas besser segeln können.” Vasco Vascotto
Obwohl Vascotto die verlorenen Punkte bedauerte und sich am Ende des insgesamt vierten Rennens auch noch “Trinity” im Kampf um Platz um Rang vier geschlagen geben musste, segelt “Platoon Aviation weiter auf Meisterschaftskurs. Nur nicht so dominant wie erhofft.
Dass “Vāyu” die 16-Boote-Flotte vor Valencia nach zwei Renntagen anführte, war nicht nur eine sportlich starke Leistung, sondern auch ein schöner Hinweis auf die ungewöhnliche Saisoneröffnung der 52 Super Series im kommenden Jahr. Die Flotte wird die ersten beiden Rennen der 16. Saison 2027 in Thailand bestreiten.
“Vāyu”-Taktiker Manu Weiler, der auf Mallorca lebt, blickte am Abend in Valencia zufrieden auf das Tagwerk seiner Crew: “Gestern war schon ein großartiger Tag. Heute war es sogar noch besser. Wir haben gute Starts hingelegt und uns frühzeitig auf die Winddreher eingestellt. Wir halten uns aus Schwierigkeiten heraus und haben die erste Marke gut genommen. An ersten Tagen sind wir öfter sehr gut, aber jetzt scheinen wir auch an zweiten Tagen gut zu sein. Hoffen wir, dass wir das so beibehalten können.”

Freie Reporterin Sport
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.