Die Geschichte der Cowes Week ist auch eine Geschichte königlicher Leidenschaft. Über Generationen hinweg haben Mitglieder der Königsfamilie die Regatta geprägt – als Segler, Förderer und Organisatoren.
Eduard VII. (1841–1910) lud Vertreter der europäischen Königshäuser zur Cowes Week ein und verwandelte die Regatta in einen Treffpunkt der High Society. „Er war überaus kompetitiv, und sehr sozial“, sagt Victoria Preston, Kuratorin und stellvertretende Vorsitzende des Classic Boat Museum.
1893 ließ er die legendäre „Britannia“ bauen. Besondere Aufmerksamkeit zog sein Duell mit Neffe Kaiser Wilhelm II. auf sich – den er zunächst mehrfach schlug, bevor Wilhelm mit der neuen „Meteor II“ die Oberhand gewann.
Georg V. (1865–1936), bekannt als „Sailor King“, erbte die „Britannia“ von seinem Vater und führte sie mit echter Leidenschaft. Er war nicht nur Eigner, sondern packte an Bord mit an. In den 1920er und frühen 1930er Jahren steigerte er Prestige und Popularität der Cowes Week erheblich – lokale Betriebe wie die Segelmacherei Ratsey & Lapthorn profitierten direkt: Sie fertigte mehrere Segelsätze für die „Britannia“.
1931 erhielt die „Britannia“ anstelle ihres Cutter-Riggs ein Bermuda-Rigg, in der Hoffnung, mit den anderen J-Klasse-Yachten mithalten zu können. Doch dieser Plan ging nicht auf, erzählt Preston. Die Balance des Bootes litt unter dem Wechsel. Der Mast stand nun zu weit vorn und am Wind hielt die Yacht nicht mehr mit. Als Georg V. 1936 starb, verfügte er, dass die „Britannia“ vor der Südküste der Isle of Wight versenkt werden solle – niemand sonst sollte sie besitzen oder gar segeln.
Prince Philip (1921–2021) prägte die Regatta auf andere Weise. Als aktiver Segler auf „Bluebottle“ (Drachen), „Coweslip“ (Flying Fifteen) und „Bloodhound“ (63-Fuß-Camper-&-Nicholsons) war er unmittelbar Teil des Geschehens auf dem Wasser – 1956 gewann „Bluebottle“ sogar olympische Bronze.
Später segelte Philip regelmäßig auf verschiedenen „Yeomen“-Yachten, auch beim Queen’s Cup der Cowes Week. Sein größtes Verdienst lag jedoch darin, die zersplitterten Regatten unter einheitliche Regeln zusammenzuführen und damit den Grundstein für den modernen Großevent zu legen.
Seither arbeiten die Clubs gemeinsam, mit denselben Regeln und den meisten Starts von der Squadron aus. „Es sollte keinen Unterschied machen, wer die Startkanone abfeuert“, sagt Sheila Caws, Historikerin und Buchautorin aus Cowes.
„Das war damals eine entscheidende Entwicklung, und so wird es noch heute gehandhabt.“
Aus royaler Sicht folgte Princess Anne (* 1950) auf Prince Philip. Sie ist heute das Gesicht der Krone. Seglerisch weniger aktiv, dafür aber bei repräsentativen Auftritten zu sehen, meint Caws. Sie hält die royale Tradition der Cowes Week bis heute aufrecht. Als Admiral der Yacht Squadron steht sie an historisch bedeutsamer Stelle. Privat soll sie eine Rustler 42 segeln.

Redakteur News & Panorama
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