StudieSo sehr profitierte Kiel vom Ocean Race Europe

Fabian Boerger

 · 26.04.2026

Hier rauscht "Paprec Arkéa" über die Kieler Innenförde. Für die Zuschauer an Land war das Ocean Race Europe 2025 ein großes Spektakel.
Fotos: YACHT-Archiv
Das Ocean Race Europe zahlte sich für Kiel aus. Das belegt eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC. Die Prüfer untersuchten den sozioökonomischen Output des Events – mit klarem Ergebnis: Die Stadt profitierte auf mehreren Ebenen.

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Im August 2025 blickte die Segelwelt gespannt auf Kiel. Das Ocean Race Europe machte Station in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt – und bot fünf Tage lang ein mitreißendes Programm. Auf dem Wasser lieferten sich die Profis packende Duelle und einen Start, der noch lange in Erinnerung bleiben wird. An Land feierte das Publikum ausgelassen - eine Kombination, die offenbar ankam: Segelprofis zeigten sich begeistert, zehntausende Zuschauer strömten täglich an die Kiellinie. Ein Auftakt, der Kiel als Austragungsort aufs Neues ins Rampenlicht rückte.

Kiel als Deutschlands Segelhauptstadt

Laut Kiel Marketing, der Marketingorganisation der Landeshauptstadt, festigte das Event die Position der Stadt als Deutschlands Segelhauptstadt. Das sei besonders mit Blick auf die olympischen Ambitionen wichtig. Das Fazit: Zusammen mit der Kieler Woche stellte die Stadt mit dem Ocean Race erneut unter Beweis: Kiel kann Großereignisse.

Zugleich konnte sich die Stadt auch im Vergleich zu den anderen sechs Standorten beim Ocean Race Europe - Portsmouth, Porto, Cartagena, Nizza, Genua, Boka Bay - durchsetzen. Über alle Kriterien hinweg, die die Studie untersucht, liegt die Landeshauptstadt vorne. Das ist etwa medial der Fall.

​Spektakuläre Startkollision sorgt für Aufmerksamkeit

​Das liegt zum einen am Rennauftakt, noch mehr aber am spektakulären Crash der Teams Holcim PRB und Allagrande Mapei kurz nach dem Start. Die Jury sprach später ein Urteil, die Reparatur bei Holcim PRB dauerte mehrere Tage.

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Kiel vereinte dabei etwas mehr als ein Drittel der gesamten medialen Aufmerksamkeit des Events auf sich. Bereits beim Fly-by 2023, als die Imocas noch um die Welt segelten und nur zur Stipvisite in der Landeshauptstadt vorbeikamen, zeigte sich, dass der deutsche Markt sehr hohe Zugriffszahlen erreichen kann.

​165.000 Besucher und 57 Millionen Euro Umsatz

​Auch wirtschaftlich zahlte sich das Event aus, so die PWC-Studie. Demnach zog das Ocean Race Europe etwa 165.000 Zuschauer in die Stadt. Das ist mehr als Portsmouth in Großbritannien (115.000) und Boka Bay, Montenegro (109.000), die auf Platz zwei und drei landeten.

​41 Prozent der Kieler Besucher reisten aus anderen Orten in Deutschland an, 19 Prozent kamen aus der Region, 34 Prozent aus Kiel selbst und sechs Prozent von außerhalb Deutschlands. Insgesamt kamen 570.700 Menschen zu den Ocean-Race-Events an den sieben Standorten.


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Die hohen Besucherzahlen hatten auch einen anderen positiven Effekt. Denn mit den Zuschauern flossen rund 57 Millionen Euro in die Stadt, etwa durch Übernachtungen oder Ausgaben vor Ort. Zudem entstanden, wenn auch nur kurzfristig, 730 Arbeitsplätze entlang der Kieler Förde.

Ocean Race Europe ist Image-Boost für Kiel

​Die Kosten des Events beziffert Kiel Marketing mit insgesamt 2,3 Millionen Euro. Die Stadt trug davon 1,3 Millionen Euro, den Rest deckten Landesfördermittel, Sponsoring und Gebühren ab. Ein gutes Geschäft. Außerdem blieben die Kosten nach eigenen Angaben im geplanten Rahmen und die Stadt selbst profitierte – zum einen durch die gestiegene Bekanntheit, zum andern durch das verbesserte Image der Stadt.


Fabian Boerger

Fabian Boerger

Redakteur News & Panorama

Fabian Boerger ist an der Lübecker und Kieler Bucht zuhause – aufgewachsen in diversen Jollen und an Bord eines Folkeboots. Seit September 2024 arbeitet er als Redakteur im Panorama- und News-Ressort und verbindet dort seine Leidenschaften für das Segeln und den Journalismus. Vor seiner Zeit bei Delius Klasing studierte er Politikwissenschaften und Journalistik, arbeitete für den Norddeutschen Rundfunk und das ZDF. Sein Volontariat machte er bei der MADSACK Mediengruppe (LN, RND). Jetzt berichtet er über alle Themen, die die Segelwelt bewegen – mit dem Blick des Praktikers und der Präzision des Journalisten.

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