Dunkelblaue Lackierung, der Name in weißen XL-Lettern darauf geschrieben: “United by the Ocean”. Die 2022er Ex-”Biotherm” von Paul Meilhat ist in Lorients La Base nach ihrem Refit im neuen Look aus der Halle in Lorient gerollt. Sie soll das Team von Paul Meilhat und Marina Lobato nicht nur im Ocean Race Atlantic schnell von New York nach Lorient tragen, sondern mit ihrer Mannschaft auch The Ocean Race 2027 bestreiten.
Seit geraumer Zeit schon zählt Paul Meilhat zu jenen französischen Skippern, die mit weitem Horizont weit über die starke französische Solo-Offshore-Szene hinausblicken. Der Franzose war bei der letzten Vendée Globe nach starker Kampfleistung auf Platz fünf gesegelt. Danach überzeugte er im vergangenen Jahr mit seinem Team als Sieger im Ocean Race Europe.
Seit dem Auslaufen des Vertrags mit Biotherm ohne großen Partner, agiert Meilhat mit schmalem Anfangsbudget und arbeitet mit seinem Team noch an der weiteren Finanzierung für The Ocean Race. Jetzt aber hat der Ocean Lover gemeinsam mit Co-Skipperin Mariana Lobato seine neue Kampagne “United by the Ocean” öffentlich vorgestellt. Der 44-Jährige, der in den vergangenen Jahren oft viel aus knappen Budgets herausgeholt hat, will es erneut wissen.
Paul Meilhat lässt nicht locker in seinem Bestreben, neue Horizonte auf schnellen Booten zu erobern. Seine Kampagne ist noch nicht vollfinanziert, doch es reicht für einen ersten spannenden Aufschlag bei der Premiere des Ocean Race Atlantic, zu dem der Startschuss am 1. September in New York fällt. Dabei geht es für vierköpfige Mixed-Crews über rund 3200 Seemeilen nach Lorient.
Unter dem Teamnamen United by the Ocean baut Paul Meilhat mit Co-Skipperin Mariana Lobato eine Kampagne auf, die “auf Verbundenheit, Offenheit und dem gemeinsamen Interesse am Meeresschutz basiert”. Mit der Vorstellung ihrer Imoca und ihrer Kampagne streben der Franzose, die Portugiesin und ihr noch kleines Team ein starkes Ergebnis auf dem Wasser an, wollen aber auch parallel zum Sport einen bedeutenden Beitrag leisten.
„Seit den ersten Seglern ist der Ozean ein verbindendes Element, das Menschen, Orte und Kulturen miteinander verknüpft“, sagt Meilhat. Ihn lockte immer schon die Kraft der Weltmeere als Brücke zwischen den Welten. „In vielerlei Hinsicht ist der Ozean das ursprüngliche soziale Netzwerk, das Handel, den Austausch von Kulturen und Ideen sowie Offenheit gegenüber der Welt ermöglicht“, so Meilhat.
Dazu haben die Weltmeere nicht nur aus Meilhats Sicht eine für die Menschheit überlebenswichtige Funktion. Er sagt: „Heute wissen wir, dass der Ozean viel mehr als das ist. Er ist unser größter Klimaregulator, der den Großteil der durch menschliche Aktivitäten erzeugten überschüssigen Wärme absorbiert und einen erheblichen Teil des in die Atmosphäre ausgestoßenen Kohlendioxids bindet.”
Ein gesunder Ozean hält uns im Gleichgewicht und ist etwas, das uns alle vereinen kann, da er unsere gemeinsame Zukunft darstellt.“ Paul Meilhat
Mit dem Start der Kampagne United by the Ocean ist ein wichtiger Meilenstein für das Team gesetzt, das sich in Lorient wie weitere Rennställe, darunter auch Boris Herrmanns Team Malizia mit der gerade vom Stapel gelaufenen neuen Rakete “Malizia 4” vorbereitet. Wie die anderen Teams haben auch Paul Meilhat, Mariana Lobato und ihr Team bereits den Blick auf die Weltumsegelung The Ocean Race gerichtet, die bereits am 17. Januar im spanischen Alicante beginnt.
„Es ist fantastisch, wieder mit Paul zusammenzuarbeiten”, sagte Mariana Lobato. „Es ist ein großer Meilenstein, dass wir nun so weit sind, die Kampagne mit Zuversicht zu starten. Heute feiern wir das, aber morgen machen wir uns wieder an die Arbeit, um alle Vorbereitungen abzuschließen. Der beste Weg, ein Projekt wie dieses an die Startlinie zu bringen, ist, einfach loszulegen und die Herausforderungen eine nach der anderen anzugehen.“
Die portugiesische Seglerin freut sich insbesondere darüber, dass das Ziel der Transatlantik-Etappe der Weltumsegelung The Ocean Race im Jahr 2027 im heimatlichen Cascais liegt: „Ich habe so viele wundervolle Erinnerungen an die Teilnahme an The Ocean Race-Events in heimischen Gewässern – an beide Auflagen von The Ocean Race Europe. Und ich freue mich nun auf den nächsten Sommer in Cascais. Das wird fantastisch!“
Die neue Kampagne wird sich darauf konzentrieren, das Bewusstsein für Meeresprobleme zu schärfen und Beiträge zur Meeresforschung zu leisten. Dabei wird Meilhat seine langjährige Zusammenarbeit mit der NGO Surfrider Foundation Europe fortsetzen. „Wir freuen uns darauf, mit gleichgesinnten Unternehmen und Organisationen zusammenzuarbeiten, die unsere Werte teilen und einen gesunden Ozean als entscheidende Kraft für das Gute anerkennen, die jeden von uns auf der ganzen Welt beeinflusst“, sagte Meilhat.
Ihre Crew wollen Paul Meilhat und Mariana Lobato in den kommenden Wochen vorstellen. Der erste Schritt ist auch in diesem Bereich getan. „Benjamin Ferré wird uns im The Ocean Race Atlantic unterstützen“, bestätigte Lobato. Der bretonische Mini-Transat-Dritte von 2019 und mit Platz 16 schnellster Non-Foiler bei der letzten Vendée Globe ist der erste Neuzugang, dem weitere folgen sollen.
„Wir sind noch dabei, das Team zusammenzustellen, aber wir werden eine internationale Crew sein. Unser Ziel ist es, 50 : 50 mit zwei Frauen und zwei Männern zu segeln – nicht nur im The Ocean Race Atlantic (Red.: gemäß den Rennregeln), sondern auch bei der Weltumsegelung im Jahr 2027”, sagte Paul Meilhat. Nach dem Rollout in dieser Woche wird das Team von United by the Ocean sein Boot in Betrieb nehmen und mit Testeinsätzen loslegen, bevor es im August zur Atlantik-Überführung nach New York aufbricht.
Im Big Apple wird sich Mitte August eine kleine, aber sehr spannende Imoca-Flotte sammeln, um am 1. September ins neue Ocean Race Atlantic zu starten. Mit dabei sind die beiden neuen Imoca-Raketen “Malizia 4” und “DMG Mori Global One”. Dazu Francesca Clapcich und ihr Team auf der Ex-”Malizia 3”, die unter ihrem neuen Namen “11th Hour Racing” ins Rennen geht. Oliver Heer kommt mit seinem Team Embrace the Challenge und der 2018 gebauten Imoca, die zuvor als “Charal” von Jérémie Beyou und als “Teamwork - Team Snef” mit der Schweizer Skipperin Justine Mettraux erfolgreich war.
Dazu kommt Kiwi-Dauerbrenner Conrad Colman, der mit “MSIG Europe” seine betagte Imoca von 2007 an den Start des Ocean Race Atlantic bringt. Der VPLP-Verdier-Non-Foiler mit der Segelnummer NZL 64 hat fast 20 Jahre unter seinem Kiel. Conrad Colman hält das von seinen Abenteuern nicht ab.
Einmal Big Apple - Lorient, bitte! Hier geht es zum Trailer für das neue Ocean Race Atlantic. Weil der schon vor drei Monaten entstand, ist für Team Malizia noch die frühere “Malizia – Seaexplorer” zu sehen. Boris Herrmann und sein Team starten mit der gerade vom Stapel gelaufenen “Malizia 4” ins Atlantik-Rennen:

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