LA28Skiffgipfel in San Pedro – der nächste starke Olympia-Aufschlag

Tatjana Pokorny

 · 05.08.2026

Knackige Bedingungen im kommenden LA-Olympia-Revier. Im Hintergrund sind Jakob Meggendorfer und Andreas Spranger mit der Segelnummer GER 22 zu sehen.
Foto: Steve Jost/San Pedro Olympic Classes Regatta
Im künftigen Olympia-Revier von LA28 läuft Teil zwei der San Pedro Olympic Classes Regatta. Der erste große Test für die Nationalsegler bringt vor allem viele positive Reviereindrücke. Nach dem überzeugenden Auftritt der deutschen 470er-Mixed-Duos sind in dieser Woche die besten Skiff-Teams der Segelnationalmannschaft gefordert. Auch sie sind fulminant in die Serie eingestiegen…

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Bei der San Pedro Olympic Classes Regatta haben die Crews vor allem olympische Träume im Gepäck. In zwei Jahren wird im selben Revier der Bucht von San Pedro die Olympia-Regatta von LA28 ausgetragen. Im Los Angeles Harbour, bekannt auch als America’s Port, sind die sechs Bootsdisziplinen Ilca 6, Ilca 7, 470er-Mixed, 49er, 49erFX und Nacra 17 gefordert, werden die Board-Sportler (Kiten, iQFOiL-Windsurfing) vor Long Beach um die Medaillen kämpfen.

Olympia-Test in Los Angeles: Skiff-Asse gefordert

Die meisten Olympioniken sind in diesem Jahr erstmals bei der San Pedro Olympic Classes Regatta im Einsatz. Das gilt auch für die Nationalmannschaft. Vor zwei Wochen haben die Ilca-Steuermänner (aufgrund der Nähe zur WM ohne deutsche Beteiligung) und -frauen und die 470er-Duos die erste olympische Testregatta eingeläutet. Dabei hatten Deutschlands beste olympische Zweihand-Crews – allen voran Simon Diesch und Anna Markfort mit Silber – im 470er geglänzt. In dieser Woche erkunden nun die besten Skiff- und Nacra-17-Segler das kommende Olympia-Revier.

Auch für sie ging es auffallend gut los. Im 49er führen Richard Schultheis und Fabian Rieger das top-besetzte Feld nach den ersten beiden Qualifikationstagen sogar an. Zu den Zwischenständen geht es hier. Der Steuermann vom Norddeutschen Regatta Verein und sein Vorschoter vom Verein Seglerhaus am Wannsee lagen nach sechs Rennen mit 23 Zählern punktgleich mit mit den Australiern Harry Price und Max Paul vorne.

Einen mächtigen Satz nach vorne gemacht haben am zweiten Tag Jakob Meggendorfer und Andreas Spranger vom Bayerischen Yacht-Club. Ihre etwas inkonstantere Serie zieren schon zwei Tagessiege, aber auch ein 14. und ein 22. Rang. “Wir haben hier vorab eine Woche trainiert und mögen die Bedingungen sehr”, sagte Jakob Meggendorfer im künftigen Olympia-Revier.

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Vier deutsche Skiff-Teams im Einsatz

Im Feld der insgesamt 31 49er-Crews aus 18 Ländern ist die Segelnationalmannschaft mit ihren beiden Top-Teams Schultheis/Rieger und Meggendorfer/Spranger am Start. Gastgeber USA hat sieben Boote im Einsatz, Neuseeland drei, Australien, die Niederlande, die Schweiz, China und Deutschland jeweils zwei. Bei den 49erFX-Frauen sind es 18 Skiffs aus 14 Nationen. Kanada, die USA, Australien und Deutschland sind mit jeweils zwei Crews im Einsatz.

Auch die deutschen Skiffseglerinnen zählen beim Olympia-Test in Los Angeles zum Kreis der Co-Favoritinnen. Gefordert sind mit Sophie Steinlein und Cathy Bartelheimer (Norddeutscher Regatta Verein/Bayerischer Yacht-Club/Segelclub Inning am Ammersee) die WM-Fünften von 2025. Dazu die Europameisterinnen Marla Bergmann und Hanna Wille vom Mühlenberger Segel-Club. Die oftmals endspurtstarken Steinlein/Bartelheimer rückten am zweiten Tag der San Pedro Olympic Classes Regatta zunächst auf Platz acht vor. Bergmann/Wille segeln als Elfte nach drei zweistelligen Resultaten noch auf Formsuche.

Angeführt wird das 49erFX-Feld nach dem ersten Drittel einmal mehr von den kanadischen Schwestern Georgia und Antonia Lewin-LaFrance, die schon die Kieler Woche und gerade die offene Wertung der Europameisterschaft in Eckernförde gewonnen hatten. Die Serie der foilenden Olympia-Katamarane Nacra 17 führen die Franzosen Tim Mourniac und Aloise Retournaz an.

Nach dem Olympia-Test ist vor zwei WMs mit deutschen Medaillenkandidaten

Ein deutsches Nacra-17-Team ist bei der Olympic Classes Regatta in Los Angeles nicht am Start. Der gemeinsame Test von Ilca-7-Steuermann Julian Hoffmann und Alica Stuhlemmer im Nacra 17 ist beendet. Julian Hoffmann (Verein Seglerhaus am Wannsee/Segelclub Alpsee Immenstadt) bereitet sich aktuell auf die Ilca-7-WM in der letzten August-Woche im irischen Revier von Dun Laoghaire vor, für die unter 141 Startern mit Philipp Buhl, Ole Schweckendiek, Philip Walkenbach, Nik Aaron Willim und Maximilian Reger weitere fünf starke deutsche Player gemeldet sind.

Zuvor steigt im ehemaligen Olympiarevier von Enoshima vom 10. bis 17. August die 470er-Mixed-Weltmeisterschaft, bei der mehrere deutsche Crews zum Kreis der Medaillenanwärter zählen. Das Ziel dafür hat Vizeweltmeisterin Anna Markfort schon ausgesprochen: “Wir wollen mindestens aufs Treppchen.”

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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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