EM 49er, FX und Nacra 17Gold und Bronze für deutsche Skiff-Könner

Tatjana Pokorny

 · 12.07.2026

In der geschlossenen Wertung der Europäerinnen setzten sich Marla Bergmann und Hanna Wille durch, verteidigten erfolgreich ihren schon im vergangenen Jahr gewonnenen Titel.
Foto: 49er Class
Zwei EM-Medaillen in drei olympischen Segeldisziplinen: Beim Heimspiel in Eckernförde hat die Segelnationalmannschaft demonstriert, dass die Skiffklassen 49er und 49erFX eine ihrer Domänen bleiben. Dabei haben allen voran Marla Bergmann und Hanna Wille ihren bereits im vergangenen Jahr gewonnenen Titel erfolgreich verteidigt.

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​Die deutschen Olympiasegler haben beim EM-Heimspiel für die Klassen 49er, 49erFX und Nacra 17 gleich zwei Medaillen abgeräumt. Bei den 49erFX-Frauen verteidigten Marla Bergmann und Hanna Wille vom Mühlenberger Segel-Club erfolgreich ihren bereits im vergangenen Jahr gewonnenen Titel.

Bergmann/Wille im 49erFX auf Kurs LA28: “Genau da, wo wir sein wollen”

Die Olympia-Sechsten von 2024 mussten sich bei den offen ausgetragenen Titelkämpfen vor Eckernförde zwar den kanadischen Kieler-Woche-Siegerinnen Georgia und Antonia Lewin-LaFrance geschlagen geben, markierten aber die europäische Spitze. Dabei fielen die für Sonntag geplanten Finalrennen zum Leidwesen einiger Jägerinnen und Jäger in zu schwachen Winden am Ende aus.

Bei unserem EM-Sieg im vergangenen Jahr war das Wetter in Thessaloniki jeden Tag gleich. Hier in Eckernförde war es jeden Tag anders.” Marla Bergmann

Für die 24-jährige Steuerfrau Marla Bergmann und ihre 25 Jahre alte Vorschoterin Hanna Wille brachte der Abpfiff ohne Medaillenrennen EM-Gold. Zwei Jahre nach der Olympia-Premiere in Marseille segelt das Duo von der Hamburger Elbe wieder verlässlich in der Weltspitze.

Zuhause zu gewinnen, macht es außergewöhnlich, weil wir so viele Fans, Familie und Freunde hier haben. Heute hatten die Leute frei und sind gekommen, um uns zu feiern. Das ist wirklich sehr besonders.” Hanna Wille

“Wir sind sehr glücklich und zur Halbzeit auf unserem Weg zu den Spielen in LA28 genau da, wo wir sein wollen», sagte Marla Bergmann in Eckernförde nach einer sehr abwechslungsreichen EM-Woche. Zwei Starkwindttage zum Auftakt, mittlere Bedingungen und Leichtwindprüfungen gegen Ende haben diese Europameisterschaft für 54 FX-Frauenduos aus 25 Nationen zu einem echten Allroundtest gemacht.

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Starke EM-Vierte im 49erFX: Sophie Steinlein und Cathy Bartelheimer

Als Vierte der geschlossenen EM-Wertung verpassten die Olympiakaderseglerinnen und 2025er-WM-Fünften Sophie Steinlein/Cathy Bartelheimer (Norddeutscher Regatta Verein/Segelclub Inning am Ammersee) eine zweite DSV-Medaille bei den Skiffseglerinnen nur knapp. In Kombination mit Bergmann/Wille aber sorgten sie dafür, dass das German Sailing Team die FX-Titelkämpfe im norddeutschen Heimatrevier als erfolgreichste europäische Nation beendete.

Katharina Schwachhofer/Elena Stoltze (Württembergischer Yacht-Club/Segelkameradschaft Leopoldshafen) segelten in der geschlossenen EM-Wertung auf Platz 13. Auch SailGP-Strategin Anna Barth konnte sich mit Emma Kohlhof als EM-Siebzehnte in den Top-20 behaupten. Hier geht es zu den EM-Ergebnissen für die FX-Seglerinnen.

“Was für eine Woche für das ganze Team! Wir sind wieder Europameister! Marla und Hanna haben ihren Titel mit Stil verteidigt. Auch Sophie und Cathy haben gezeigt, mit welcher Konstanz sie in der Spitze segeln”, sagte DSV-Cheftrainer Dom Tidey, der seine Schützlinge aus der Ferne beobachtete, weil er gleichzeitig mit Teilen der Nationalmannschaft bereits in Los Angeles im Trainings- und Regattaeinsatz ist.

Ich bin stolz darauf, wie das ganze Team gearbeitet und auch dem mentalen und physischen Druck standgehalten hat, den so ein Heimspiel in der Regel mit sich bringt.” Dom Tidey

Auch bei den olympischen 49er-Seglern fielen die Entscheidungen ohne die beiden finalen Medaillenrennen. Hier siegten in der offenen Wertung die neuseeländischen Weltmeister Seb Menzies, der seine Landsleute auch im America’s Cup verstärkt, und George Lee Rush. EM-Gold holten die Briten James Grummett/Rhis Hawes vor den Polen Mikolaj Staniul/Jakub Sztorch.

EM-Bronze für 49er-Asse Schultheis/Rieger

Mit EM-Bronze feierten der erst 21 Jahre alte Richard Schultheis (Norddeutscher Regatta Verein) und sein 30-jähriger Vorschoter Fabian Rieger (Verein Seglerhaus am Wannsee) ihre erste gemeinsame Medaille bei europäischen Titelkämpfen. “Das ist eine brillante Leistung, mit der sich Richard und Fabi für ihre harte Arbeit belohnt haben. Es ist ihr erster Podiumsplatz bei großen Titelkämpfen”, sagte Dom Tidey. Hier geht es zu den EM-Ergebnissen für die 49er.

Der in Berlin gebrorene und auf Malta aufgewachsene Richard Schultheis gilt als herausragendes Talent. Das Team Schultheis/Rieger hatte in diesem Jahr schon den top-besetzten Spanien-Klassiker Trofeo Princesa Sofía gewonnen. Der zweimalige Motten-WM-Fünfte Schultheis startet erst seit rund eineinhalb Jahren für das German Sailing Team. Er segelt mit dem erfahrenen Fabian Rieger, der 2018 im dänischen Aarhus schon einmal WM-Bronze mit seinem damaligen Steuermann Tim Fischer gewinnen konnte.

Richard Schultheis sagte am Sonntag in Eckernförde: “Es ist unsere erste gemeinsame Medaille bei großen Titelkämpfen. Darüber sind wir glücklich. Aber jetzt kehren wir zur Arbeit zurück und versuchen, die verbliebenen Lücken nach oben zu schließen.”

Auf zwei Rümpfen in die olympische Zukunft?

Noch offen ist, wie der gemeinsame Nacra 17-Test von Julian Hoffmann und Alica Stuhlemmer ausgeht. Der Ilca 7-Steuermann und die Nacra 17-Olympia-Dritte von 2021 loten aus, ob es für sie eine gemeinsame olympische Zukunft auf zwei Rümpfen geben kann. Nach nicht einmal 30 gemeinsamen Tagen im Nacra 17 segelten sie bei der EM in Eckernförde auf Platz 22.

Hoffmann wies auf “starke Momente” hin. Die Entscheidung über den weiteren Weg der beiden Athleten aber ist noch offen. EM-Gold gewannen im Nacra 17 die Schweden Emil Järudd und Hanna Jonsson vor den Routiniers John Gimson/Anna Burnet (Großbritannien), die 2021 Olympia-Silber und 2025 den WM-Titel gewannen. Dritte wurden die Niederländer Willemijn Offermann und Scipio Houtman. Hier geht es zu den EM-Ergebnissen im Nacra 17.

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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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