Maxi Yacht Rolex Cup 2026Mistral heizt WM-Hatz an

Sören Gehlhaus

 · 11.09.2026

Sardischer Segen: Beim Maxi Yacht Rolex Cup 2026 segeln XL-Racer vor Porto Cervo um natürliche Bahnmarken.
Foto: Rolex / Studio Borlenghi
Winde von bis zu 25 Knoten hatten den Maxi Yacht Rolex Cup 2026 fest im Griff und entzerrten die sechs Klassen ​vor Porto Cervo stärker als zuvor. ​Der dritte Regattatag brachte vier neue Gesamtführende hervor, „Northstar III“ blieb ungeschlagen.

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Mistral wirbelt Maxi Yacht Cup auf

Nach dem Ruhetag präsentierte sich das Revier vor Porto Cervo am Donnerstag von seiner sportlichen Seite. Am Start wurden zunächst 16 Knoten gemessen, später nahm der Wind auf 22 Knoten zu. Über einzelne Bereiche der Kurse schoss der Mistral sogar mit bis zu 25 Knoten starken Böen. Die Wettfahrtleitung verteilte die Flotte deshalb auf unterschiedliche Kurse, die an die jeweiligen Klassen angepasst waren.

In Maxi 1 standen zwei Windward-Leeward-Rennen auf dem Programm. Die übrigen Klassen segelten Küstenkurse rund um die Inseln Caprera, La Maddalena und Spargi. Gemeinsamer Bezugspunkt war eine Luvmarke rund drei Seemeilen von der Startlinie entfernt.

„V“ bleibt vorne, „Leopard 3“ rückt auf

In der ersten Wettfahrt setzte sich „V“ durch. Das Team um den tschechischen Eigner Karel Komárek erwischte das bessere Windfeld und verteidigte die Führung bis ins Ziel. Die Wallycento-Schwester „Galateia“ folgte auf Rang drei. ​„Magic Carpet e“ spielte überraschenderweise bei Starkwind ihre Stärken aus und fuhr einen Zweiten ein. Das Verdier-Design wurde ursprünglich auf schwachwindig-mediterrane Bedingungen optimiert.

Im zweiten Rennen reagierte „Leopard 3“ am besten auf die auffrischenden Bedingungen. Der 100-Fußer mit reicher Offshore-Vergangenheit gewann vor „Galateia“ und „My Song“ von Pier Luigi Loro Piana. Der holte nach dem Einsatz bei der Loro Piana Giraglia erneut Paul Cayard als Taktiker an Bord.

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„V“ kam auf Rang vier ins Ziel und behauptete damit die Gesamtführung. Nach vier Wettfahrten führt „V“ die Rolex IMA Maxi 1 World Championship mit neun Punkten an. „Leopard 3“ liegt nur einen Punkt zurück, „Galateia“ folgt mit zwölf Punkten. Die vorläufige ORC-Gesamtwertung bestätigt damit ein enges Duell an der Spitze.

RangYachtPunkte
1„V“9
2„Leopard 3“10
3„Galateia“12
4„Capricorno“17
5„My Song“19

„Northstar III“ marschiert weiter durch

Im Maxi Grand Prix entwickelt sich die Weltmeisterschaft bislang deutlich einseitiger. „Northstar III“ gewann auch den vierten Lauf und bleibt damit ohne Niederlage. Der neue 76-Fußer von Peter Dubens setzte sich nach korrigierter Zeit mit 51 Sekunden Vorsprung gegen „Django 7X“ durch. Dritte wurde „Balthasar“. „Northstar III“ steht damit bei vier Punkten. Dahinter liegen „Balthasar“, „Bella Mente“ und „Proteus“ mit jeweils 17 Punkten gleichauf. Der Vorsprung des Spitzenreiters ist damit komfortabel, auch wenn die Bedingungen im Mistral einzelne Boote an ihre Grenzen brachten.

Für „Jolt“ endete der Tag nach einem Schaden an der Verbindung der beiden Ruderblätter vorzeitig. Auf „Bella Mente“ versagte außerdem die Befestigung am oberen Ende des Jibtops. Das Team musste die Yacht anschließend vorsichtig ins Ziel bringen. Die Wallyrocket 71 „Django 7X“ zeigte dagegen erneut hohe Geschwindigkeit und erreichte nach Angaben des Teams bei rund 22 Knoten Wind 24 bis 25 Knoten Bootsspeed. ​Taktiker Vasco Vascotto sagte: „Giovanni Lombardi hat fantastische Arbeit geleistet – ich glaube, er war der einzige Eigner, der das gesamte Rennen über selbst gesteuert hat. Das Boot läuft unter fast allen Bedingungen gut, und wir können uns gegen alle unsere Konkurrenten behaupten.“

Neue Spitzenreiter in Maxi 3 und Maxi 4

In Maxi 3 gewann „Artemis Bleu“ den Küstenkurs mit sieben Minuten Vorsprung auf „Manticore“. Die Botin 65 aus 2013 (Ex-„Caro“ gebaut bei Knierim) wurde zuletzt stark optimiert. Die Modifikation schloss Wechsel von Ruder und Kiel, Gewichtseinsparung und 1,5 Tonnen Wasserballast ein. Im Mistral erreichte „Artemis Bleu“ nach Angaben des Teams bis zu 24 Knoten.

Der Sieg brachte „Artemis Bleu“ zugleich an die Spitze der Gesamtwertung. Das Boot liegt mit sieben Punkten vor „Manticore“ und „Astra I“, die beide neun Punkte haben. Für die bisher führende „Twin Soul B“ endete der Tag nach einem Ruderschaden vorzeitig.

Auch in Maxi 4 gibt es einen Führungswechsel. „Yoru“ gewann vor „Why Not“ und „@Robas“ und führt die Klasse nun mit fünf Punkten an. „Fra Diavolo“, Siegerin der ersten beiden Rennen, liegt nur einen Punkt zurück. Die Entscheidung bleibt damit offen.

„H2O“ und „Highland Fling XVIII“ dominieren

In Maxi 5 setzt „H2O“ ihre Siegesserie fort. Die Vallicelli 78 gewann die dritte Wettfahrt in Folge und liegt im Gesamtklassement mit drei Punkten vorn. Die beiden Swans „Lunz am Meer“ (651) und „Shirlaf“ (65) trennen nur 0,2 Punkte.

Bei den Multihulls war „Highland Fling XVIII“ erneut das Maß der Dinge. Der 80-Fuß-Kat gewann vor „Allegra“ und „Sophia“ und baute seine Führung auf fünf Punkte aus. Besonders eindrucksvoll war die Geschwindigkeit auf dem Vorwindkurs. Nach Angaben des Teams wurden zeitweise 34 Knoten geloggt, im Ziel waren es mehr als 30 Knoten.

Freitag entscheidet über Maxi Yacht Cup

Am Freitag sollen Maxi 1 und der Maxi Grand Prix jeweils zwei weitere Windward-Leeward-Rennen segeln. Der Mistral soll im Laufe des Nachmittags weiter zunehmen. Damit dürfte vor allem das Duell zwischen „V“ und „Leopard 3“ noch einmal an Schärfe gewinnen.

Die aktuellen Ergebnisse sind vorläufig und wurden in der ORC-Datenbank zuletzt am 10. September 2026 aktualisiert. Die vollständigen Zwischenstände finden Sie in der offiziellen ORC-Ergebnisübersicht.


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Sören Gehlhaus

Sören Gehlhaus

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE EXCLUSIV

Sören Gehlhaus wurde 1981 in Berlin geboren und besegelte auf Jollen die Unterhavel, in den Ferien den Ratzeburger See und die Ostsee auf „Dickschiffen“. Zeitgleich mit dem Beginn des Studiums in Lübeck trat 2001 das Kitesurfen auf den Plan, und die intensive Ausübung des neuen Sports sorgte für den beruflichen Schwenk zum Journalismus. Nach Volontariat beim b&d Verlag in Hamburg folgten viele Jahre der redaktionellen Arbeit für ein Kitesurf-Magazin und 2018 der Wechsel zu BOOTE EXCLUSIV.

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