Kieler WocheEröffnung durch Frank-Walter Steinmeier, Ergebnisse 49erFX und Aalregatta

YACHT

 · 21.06.2026

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besuchte zur Kieler-Woche-Eröffnung am 20. Juni 2026 die Landeshauptstadt und traf unter anderem Boris Herrmann.
Foto: Landeshauptstadt Kiel / Anita Nanninga
​Die Kieler Woche verzeichnet am ersten Wochenende bereits mehr als 1,1 Millionen Besucher. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier segelt mit Boris Herrmann. Den Auftakt machten die 49erFX und die Aalregatta.

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Mehr als 1,1 Millionen Besucher strömen am ersten Wochenende nach Kiel. Sommerliche Temperaturen und durchgehender Sonnenschein schaffen beste Bedingungen für das Segel- und Sommerfestival. Die offizielle Eröffnung auf der Rathausbühne erfolgte am Samstagabend. Nach dem Glasen durch Ministerpräsident Daniel Günther geben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Schleswig-Holsteins Ehrenbürgerin Kirsten Bruhn gemeinsam mit dem Typhon das Startsignal „Leinen los!”. Zuvor erlebte der Bundespräsident an Bord der „Malizia Explorer” von Boris Herrmann das Regattageschehen vor Schilksee aus nächster Nähe.

„Die wunderbare Ausfahrt war ein eindrucksvolles Erlebnis. Hier werden wertvolle Dienste für die weltweite Wissenschaft zum Meeres- und Klimaschutz geleistet”, lobt Steinmeier nach der Rückkehr. Das diesjährige Motto „Kieler Woche verbindet” wird damit bereits am ersten Tag verdeutlicht. Bei seiner Ankunft geht er zielgerichtet auf ein kleines, blondes Mädchen zu, sie schüttelt ihm die Hand und er fragt nach Namen, Alter und ob sie schon öfter hier gewesen sei. „Jumi aus Hamburg”, antwortet sie stolz, „ich bin jedes Jahr hier”. Sie ist die Tochter von YACHT-Chefredakteur Martin Hager.

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Kieler Woche verzeichnet gelungenen Start

Kiels Oberbürgermeister Samet Yilmaz erlebt seine erste Kieler Woche im Amt und zeigt sich begeistert vom Auftakt. „Dass die Kieler Woche einzigartig ist, wusste ich schon immer. Als Oberbürgermeister erlebe ich sie jetzt aber noch einmal aus einer ganz neuen Perspektive”, sagt Yilmaz. Die Vielfalt aus Kultur und Weltklasse-Segeln schaffe viele wertvolle und nachhaltige Verbindungen, betont er. Besonders zufrieden zeigt sich der Oberbürgermeister mit dem Sicherheitskonzept, das an den ersten Abenden sehr gut funktioniert habe. Die friedliche Atmosphäre und ausgelassene Stimmung prägen das gesamte erste Wochenende.

49erFX und Aalregatta

​Eine Gewitterfront in der Nacht zum Samstag brachte das Wettergeschehen auf der Kieler Förde durcheinander. Die Vorhersage versprach bessere Bedingungen als die Realität lieferte. Vormittags durchbrach die Sonne über Land die Wolken, Thermik kämpfte gegen den Gradientwind aus Südwest. Enorme Winddreher und große Windlöcher machten faire Wettfahrten auf fast allen Regattabahnen unmöglich. Nur dicht unter Land vor Schilksee herrschten ausreichend stabile Verhältnisse. Die fünf Klassen im Sailing Grand Slam und die 420er kamen nicht über Startversuche hinaus. KielerWoche.TV übertrug drei spannende 49erFX-Rennen live aus dem Leetor. Die Aalregatta startete trotz der Kapriolen und schickte über 200 Yachten auf die 35 Seemeilen lange Strecke nach Eckernförde.

Kanadierinnen dominieren 49erFX

Georgia und Antonia Lewin-LaFrance erwischten einen Sahneauftakt in der blauen Gruppe. Die Kanadierinnen sicherten sich zwei Tagessiege und übernahmen sofort die Führung. Einen zwölften Platz durften sie bereits streichen. „Es war trickreich. Wir mussten jede Sekunde höllisch aufpassen, nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden”, resümierte die Steuerfrau den anspruchsvollen Renntag. Bei leichter bis selten mäßiger Brise kämpften die Teams vor dem Leetor um jeden Meter. Helen Pais und Helen Ausman aus Tallinn folgten nur einen Punkt zurück auf Rang zwei. Die estnischen Seglerinnen hielten sich konstant in den vorderen Positionen und nutzten die wechselhaften Bedingungen geschickt aus.

Deutsche Teams mit gemischter Bilanz

Jule Ernst und Lea Adolph aus Bayern gelang eine Überraschung. Das bayerische Duo wurde als Fünfte beste Deutsche. Die Mitfavoritinnen Marla Bergmann und Hannah Wille vom Mühlenberger Segelclub landeten auf Rang zehn. Ihre Kieler Konkurrenz Maru Scheel und Freya Feilcke sind Zwölfte.

Aalregatta fordert Geduld

Das mehr als 200 Boote große Teilnehmerfeld erlebte einen langen Tag auf See. Die ersten Yachten fuhren um fünf nach neun Uhr morgens los, die letzten um halb elf. Die Strecke lag bei 35 Seemeilen. Das Ziel vor dem Stadthafen von Eckernförde schloss um 19 Uhr. Nicht alle Boote blieben im Zeitlimit. Zeitweise begeisterte Champagnersegeln, teils flaute der Wind aber stark ab und machte die Strecke zu einem Geduldsspiel (Bildergalerie). Nach knapp vier Stunden wurde die „Calypso” von Gerhard Hausen aus Hamburg „First Ship Home”. Berechnet reichte dies jedoch nur zu Rang drei in der ORC-Gruppe A/B.

ORC-Wertungen mit knappen Entscheidungen

Ralf Lässig siegte mit der „Xenia” knapp vor der „Bajazzo” von Sven Zoller in ORC A/B. Der Kieler Harald Brüning hatte mit der „Topas” in ORC C/D den Bug vorne. Ganze acht Sekunden trennten das Siegerduo in der Wertung ORC-Double-Handed von ihren Verfolgern. Die Lokalmatadoren Jonas Hiller und Lea Spitzmann siegten mit der „Voyage” vor Patrick Heinrichs und Jan Findeisen auf der „Lynx”. Bei der Internationalen Deutschen Inshore-Meisterschaft im Seesegeln, die mit zwei skandinavischen Regatten zur Viking Challenge zählt, ging es nach dem Zieldurchgang in den Protestraum. Die „Dixi 5” von Erik Stannow aus Dänemark stand am Ende vor dem Norweger Jan Sverre Hoiden auf der „Son of Hurricans” als Siegerin in ORC A/B fest.

Skandinavische Erfolge und lokale Triumphe

Patrik Forsgren aus Schweden gewann mit der „Garmin Team Pro4u” ORC C/D vor der „Alsydbank” von Torsten Bastiansen aus Flensburg. Viele Familiencrews und Freizeitteams kämpften nach Yardstick um den Triumph bei der Aalregatta. Schnellstes Boot nach berechneter Zeit blieb auf ihrem Heimweg die „Concordia” mit Steuermann Philipp Zülsdorf vom Segelclub Eckernförde. Jahrelang internationale Spitze im Contender auch auf der Kieler Woche zeigte der Eutiner Jan von der Bank mit Wiebke Siemsen sein Können auf seiner Berckemeyer 31 Classic. Das Duo gewann die Yardstick-Wertung für Zweiercrews souverän und demonstrierte, dass Erfahrung in wechselhaften Bedingungen Gold wert ist.


Live von den Regattabahnen der Kieler Woche:


​Programmpunkte für Besucher der Kieler Woche

Die ersten Abende bringen musikalische Topacts auf die Bühnen der Kieler Woche. Glockenbach, Fayan, Glasperlenspiel, Markus, Buddy Ogün und Midge Ure treten bereits am ersten Wochenende auf. Große Begeisterung lösen die Public-Viewing-Angebote zur Fußball-Weltmeisterschaft aus. Zahlreiche Fans verfolgen gemeinsam den 2:1-Erfolg der deutschen Nationalmannschaft. Die Veranstaltungsflächen verwandeln sich in eine stimmungsvolle Fußballarena unter freiem Himmel.


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