Wenn die 132. Kieler Woche am 20. Juni sportlich Fahrt aufnimmt, gehört die erste Halbzeit den Olympiaseglern. Ihre Medaillenrennen tragen sie zur Wochenmitte am 24. Juni aus. Eine der spannendsten deutschen Geschichten erzählt der 49erFX: Maru Scheel startet vor heimischer Kulisse und steht mit Vorschoterin Freya Feilcke mitten in einem stark besetzten Feld.
Bruder Linov Scheel ist Grinder im Germany SailGP Team, sie selbst war Steuerfrau fürs deutsche Frauen- und fürs Jugendteam im Women’s und Youth America’s Cup 2024 in Barcelona. Das sagt schon einiges über den Leistungshunger der Geschwister, die im internationalen Segelsport bereits weit gekommen sind. Maru Scheel ist eine Wettkämpferin. Die 49erFX-Steuerfrau aus Kiel teilt mit Vorschoterin Freya Feilcke den Traum, „für Deutschland eine Medaille bei den Olympischen Spielen zu gewinnen“.
Ein starker Schritt in diese Richtung ist dem Duo vom Kieler Yacht-Club gerade mit WM-Platz fünf gelungen. Doch die Spitze in ihrer Disziplin ist hierzulande stark umkämpft: Die Olympia-Sechsten von Marseille, Marla Bergmann und Hanna Wille, gehören ebenso dazu wie die 2025er WM-Fünften Sophie Steinlein und Cathy Bartelheimer, die junge SailGP-Strategin Anna Barth mit der noch jüngeren Kielerin Emma Kohlhoff und auch Katharina Schwachhofer mit Elena Stoltze. Der Vergleich der FX-Duos zählt zu den interessanten Geschichten, die das olympische Kapitel der Kieler Woche erzählen wird.
Die 24 Jahre alte Maru Scheel kommt nicht aus einer klassischen Segelfamilie. Der vier Jahre ältere Bruder war der Erste, der segeln ging. „Als er zum KYC wechselte, wurde ich mitgenommen und abgeliefert. Ich wollte nicht unbedingt“, erinnert sich Maru an den wenig geliebten Einstieg. Feuer fing sie mit den ersten Opti-Regatten: „Das hat Spaß gemacht!“
Heute hat sie den Bachelor in Industriedesign in der Tasche. Mit ihrer Vorschoterin Freya Feilcke, die Medizin studiert hat, fokussiert sich Maru Scheel auf die Olympia-Chance. Seit 2017 sitzen sie in einem Boot. 2019 haben sie ihre erste gemeinsame Kieler Woche bestritten. Wer in diesem Jahr im 49erFX auf der Förde gewinnt? Sie weiß: „Es sind viele gute Teams da, denn im Anschluss an die Kieler Woche findet in Eckernförde unsere Europameisterschaft statt.“
Schön an der Kieler Woche findet sie, „dass man im eigenen Bett schlafen kann und weiß, wo alles ist“. Es ist auch die Begegnung mit den Aktiven aus anderen Klassen, die für sie „die Besonderheit der Kieler Woche“ ausmacht. Ihr Heimatrevier beschreibt sie so: „Es ist von drehenden Winden bis hin zu konstant Ostwind mit spitzer kurzer Welle abwechslungsreich.“ Die richtige Einstellung dafür? Sie lacht und sagt:
Offen bleiben und niemals aufgeben!“
Zur Kieler Woche stellen wir mehrere Protagonisten vor, die unterschiedliche Seiten des Regattaprogramms erklären: das olympische Segeln, die Seesegler mit ihren Big Boats und die internationalen Klassen.
Maru Scheel steht für das olympische Kapitel der Kieler Woche. In der ersten Halbzeit sind ab dem 20. Juni die Olympiasegler gefordert. Ihre Medaillenrennen tragen sie zur Wochenmitte am 24. Juni aus.

Freie Reporterin Sport
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