Die Kieler Woche 2026 endete am Sonntag, 28. Juni, mit einem Finale, das noch einmal ganz im Zeichen schwieriger Bedingungen stand. Nach Angaben der Veranstalter gingen in Schilksee Aktive aus 51 Nationen an den Start, trotz viel Leichtwind und Flaute kamen insgesamt rund 200 Wettfahrten zustande. Schon in den Tagen zuvor hatten die Bedingungen den Ablauf immer wieder gebremst, wie auch yacht.de bereits berichtet hat.
Im Mittelpunkt des Abschlusstages stand die Flying-Dutchman-Weltmeisterschaft. Zwar wurde zum Ende der Serie noch einmal gesegelt, zu einem weiteren gewerteten Zieleinlauf kam es aber nicht mehr. Laut Wettfahrtleiter Stephan Giesen gab es in einem Versuch Frühstarts bei etwa der Hälfte des Feldes, die alle disqualifiziert wurden. Ein weiterer Anlauf ließ sich anschließend nicht mehr regulär über die Bahn bringen.
Damit blieb es an der Spitze bei Szabolcs Majthenyi und András Domokos. Das ungarische Duo gewann bei der Kieler Woche den WM-Titel in der Traditionsklasse zum 15. Mal. Kay Uwe Lüdtke und Kai Schäfers aus Berlin und Hannover wurden Vizeweltmeister, Rang drei ging an Nicola und Francesco Vespasiani aus Italien. Bereits in der Schlussphase der Serie hatten die Ungarn die Führung übernommen.
Organisationsleiter Dirk Ramhorst zog trotz der Wetterprobleme ein nüchternes Fazit. Wind und Wetter ließen sich nicht beeinflussen, sagte Ramhorst. Die Regattaleitung habe aber mit viel Flexibilität gearbeitet und Starts noch in die frühen Abendstunden gelegt.
Auch im 29er fiel die Entscheidung erst spät. Blanka Sójkowska und Julia Nagórska aus Polen gewannen den Eurocup mit einem zweiten Platz im letzten Rennen. Damit konnten sie einen 17. Rang aus der Wertung streichen und sich noch entscheidend verbessern.
Silber ging an Maximo Baudoino und Juan Ignacio Cernadas aus Argentinien. Bronze holte die punktgleiche neuseeländische Crew Nelsen Mecham und Oli Stone. Für die Australierinnen Mia Austin und Zara Marks reichten zwei schwächere Ergebnisse am Schlusstag nicht mehr zum Gesamtsieg, sie fielen auf Rang vier zurück. Bestes deutsches Team wurden David Plettner und Moritz Aigner aus Bayern auf Platz elf. Für das internationale Feld ist das zugleich die direkte Generalprobe, denn schon am Freitag wird in Schilksee die 29er-WM eröffnet.
In der offenen ILCA-6-Klasse setzte sich Erik Scheidt aus Brasilien durch. Der Sohn des fünffachen Olympiamedaillengewinners Robert Scheidt gewann die Kieler Woche trotz eines 28. Platzes im letzten Rennen noch mit einem Punkt Vorsprung. Beste Deutsche blieb Luisa Helene Kloss vom Müggelsee auf Rang sechs.
Einen Sieg aus deutscher Sicht gab es in der OK-Jolle durch Sebastian Schmidt-Klügmann aus Dortmund. Er verwies Henrik Been aus Schweden und den Kanadier Baabii’O Flower auf die Plätze zwei und drei. Weitere Heimsiege feierten Yannik Holste bei den German Open der Wingfoiler und Nikos Beckmann im ILCA 4, der Quirin Klapper am letzten Tag noch abfing.
In den Kielbootklassen blieb das dänische Team um Kim Gardø Christensen in der J/70 vorne. Die J/24 gewann der Niederländer Dirk Olyslagers. In der Contender-Klasse war dem Italiener Marco Ferrari Gold nicht mehr zu nehmen, während Max Billerbeck noch hinter Mark Bulka aus Australien auf Rang drei zurückfiel.
Neue deutsche Seesegelmeister im Duett wurden Bernd Dreyer und Jan Assmann mit ihrer Yacht „Xalty“. Auf der abschließenden Langstrecke wurden die Flensburger zwar Dritte, sicherten sich aber den Titel vor „Xirasol“ mit Julia Walgern und Serjoscha Bender. Bronze ging an „Lotta“ mit Michael und Ruth Matzke.
Beim Silbernen Band der Kieler Woche gab mehr als die Hälfte der Teams auf, nachdem eine lange Flaute das Feld trotz Bahnverkürzung ausgebremst hatte. In ORC A/B gewann „Rarotonga“ um Christoph Mählmann, in ORC C/D setzte sich „Krabauter“ von Christian Masilge durch.
Die Regatta diente aus Sicht der Organisatoren zugleich als Visitenkarte für Kiels Ambitionen auf mögliche Segelwettbewerbe bei einer deutschen Olympiabewerbung 2036, 2040 oder 2044. Nach Angaben der Veranstalter kamen rund 100.000 Besucher auf die Eventfläche in Schilksee.
Ist die Kieler Woche als großes Klassenfestival stärker als viele spezialisierte Einzelregatten, oder geht dabei zu viel Fokus auf die wichtigsten Titelkämpfe verloren? Kommentiere gern unter dem Artikel.

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