​Kieler Woche 2026Ungarn übernimmt Führung bei der FD-WM – Scheidt glänzt im ILCA 6

Antonia von Lamezan

 · 27.06.2026

In der J/70 Klasse führen zwei dänische Crews punktgleich, während Proteste gegen die Teams auf den Plätzen drei und vier noch offen sind.
Foto: Kieler Woche 2026/Christian Beeck
Bei hochsommerlichen Bedingungen hat die Kieler Woche am Freitag ihr bislang umfangreichstes Regattaprogramm absolviert. In der Flying-Dutchman-Weltmeisterschaft übernahmen die Ungarn Szabolcs Majthenyi und András Domokos die Gesamtführung. Im ILCA 6 open setzte sich der Brasilianer Erik Scheidt an die Spitze, während im 29er-Eurocup die polnischen Spitzenreiter ihre Führung behaupteten.

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Sommerliche Bedingungen sorgen für vollen Regattatag

Nach dem windarmen Auftakt zeigte sich die Kieler Förde am Freitag von ihrer besten Seite. Bei Temperaturen um 28 Grad und einer mäßigen östlichen Brise konnten auf sieben Regattabahnen nahezu alle geplanten Wettfahrten durchgeführt werden. Insgesamt standen 48 Rennen in neun internationalen Klassen auf dem Programm.

​Das Wichtigste vom Freitag

  • Flying Dutchman: Die Ungarn Szabolcs Majthenyi und András Domokos übernehmen mit zwei Wettfahrtsiegen die Führung der WM vor Kay-Uwe Lüdtke und Kai Schäfers.
  • 29er-Eurocup: Blanka Sójkowska und Julia Nagórska aus Polen behaupten ihre Spitzenposition für die Goldflotte.
  • ILCA 6 open: Der Brasilianer Erik Scheidt setzt sich mit zwei Tagessiegen an die Spitze der Gesamtwertung.
  • ILCA 4: Quirin Klapper führt trotz einer Frühstart-Disqualifikation im vierten Rennen das Feld weiter an.
  • OK-Jolle: Überraschend liegt Sebastian Schmidt-Klügmann in Führung, Paralympics-Sieger Heiko Kröger belegt Rang 17.
  • J/70: Zwei dänische Crews führen punktgleich, während Proteste gegen die Teams auf den Plätzen drei und vier noch offen sind.
  • Wingfoiling: Yannik Holste bleibt nach einem verkürzten Renntag Gesamtführender, das dritte Rennen wird annulliert.

YACHT berichtete zu den bisherigen Tagen der Kieler Woche 2026.


Majthenyi und Domokos setzen sich in der FD-WM an die Spitze

In der Flying-Dutchman-Weltmeisterschaft gab es einen Führungswechsel. Die 15-maligen Weltmeister Szabolcs Majthenyi und András Domokos aus Ungarn übernahmen mit zwei Wettfahrtsiegen die Gesamtführung.

Die besten deutschen Titelchancen liegen derzeit bei Kay-Uwe Lüdtke und Kai Schäfers. Die Crew vom Yachtclub Berlin-Grünau und dem Hannoverschen Yacht-Club segelte in den drei Tagesrennen konstant auf Rang zwei und belegt auch in der Gesamtwertung den zweiten Platz. Dahinter folgen Nicola und Francesco Vespansiani aus Italien. Die dänischen Brüder Jørgen und Jacob Bojsen-Møller, nach dem ersten Regattatag noch in Führung, fielen auf Rang fünf zurück.

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Polen verteidigt Führung vor der Goldflotte

Im 29er-Eurocup behaupteten Blanka Sójkowska und Julia Nagórska aus Polen ihre Spitzenposition. Die beiden gehen damit als Führende in die Goldflotte, die am Samstag beginnt.

Hinter den Polinnen folgen die Australierinnen Mia Austin und Zara Marks sowie die Argentinier Maximo Baudoino und Juan Ignacio Cernadas. Aus deutscher Sicht liegen David Plettner und Moritz Aigner nach zwei Tagessiegen auf Gesamtrang vier und halten damit Anschluss an das Podium.

Erik Scheidt übernimmt im ILCA 6 die Gesamtführung

Für einen der stärksten Auftritte des Tages sorgte Erik Scheidt im ILCA 6 open. Der 16-jährige Brasilianer gewann zwei der vier Wettfahrten und übernahm damit die Gesamtführung.

Der Sohn des fünffachen Olympiamedaillengewinners Robert Scheidt geht damit am Samstag im Gelben Trikot auf das Wasser. Hinter ihm folgen die Litauerin Viktorija Andrulyte und der Schwede Viktor Elfving. Beste Deutsche ist Luisa Helene Kloss von der Seglergemeinschaft am Müggelsee auf Rang vier.

Auch in der ILCA-4-Klasse führt nach vier Rennen ein deutscher Segler. Quirin Klapper vom Münchner Yacht-Club liegt trotz einer Frühstart-Disqualifikation im vierten Rennen an der Spitze. Dahinter folgen Nikos Beckmann aus Kiel und Clara Mattik aus Hamburg.

Überraschungen in der OK-Jolle und Spannung in der J/70

Für Aufmerksamkeit sorgte in der OK-Jolle Sebastian Schmidt-Klügmann aus Dortmund, der die Gesamtwertung vor den Dänen Jesper Bendix und Steen Christensen anführt. Paralympics-Sieger Heiko Kröger, der bei dieser Kieler Woche erstmals in der OK-Jolle startet, rangiert nach den ersten Wettfahrten auf Platz 17.

In der J/70-Klasse liegen zwei dänische Teams punktgleich an der Spitze. Kim Gardø Christensen führt aufgrund der besseren Einzelplatzierungen vor Sten Mohr. Willi Sörensen aus Hamburg verbesserte sich auf Rang drei, während der Vortagserste Kai-Uwe Hollweg auf Platz vier zurückfiel. Beide Crews hatten am Freitagabend allerdings noch offene Protestverfahren. In der J/24 behauptet die niederländische Mannschaft um Dirk Olyslagers die Führung.

Wingfoiler absolvieren Kurzprogramm

Bei den Wingfoil-German-Open konnten wegen nachlassenden Windes lediglich drei Rennen gestartet werden. Das dritte Rennen wurde später annulliert, nachdem niemand den vorgesehenen Kurs korrekt absolviert hatte.

An der Spitze liegt dennoch Yannik Holste vom Surf Club Kiel. Die Kieler Woche dient den Wingfoilern zugleich als Qualifikationsregatta für das Testevent Mitte Juli in Gdynia. Der Deutsche Segler-Verband vergibt dort drei Startplätze bei den Männern sowie einen Platz für die beste Frau. Diese Position hält derzeit Jette Koep aus Kiel.

Entscheidungen rücken näher

Mit dem Beginn der Goldflotte im 29er-Eurocup und den weiteren Rennen in den internationalen Klassen geht die Kieler Woche am Samstag in ihre entscheidende Phase. In mehreren Feldern liegen die Spitzenteams nur wenige Punkte auseinander, sodass vor dem Schlusstag noch zahlreiche Entscheidungen offen sind.


Hier geht es zu den Ergebnissen.


Der Kampf um die Titel spitzt sich zu: Wer setzt sich am Wochenende bei der Kieler Woche durch? Schreiben Sie Ihre Einschätzung gern in die Kommentare.

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Antonia von Lamezan ist gebürtige Hamburgerin und studierte Kultur- sowie Sozialwissenschaftlerin (Lüneburg/Kopenhagen). Obwohl die Seefahrt zur Familiengeschichte gehört, fand sie den eigenen Weg aufs Wasser erst als Erwachsene – dann jedoch mit voller Begeisterung und Konsequenz: Innerhalb eines Jahres absolvierte sie alle für die Langfahrt erforderlichen Scheine, tauschte das geregelte Stadtleben gegen das eigene Boot und segelte zwei Jahre lang auf eigenem Kiel durch Europa. Als Volontärin in der Redaktion verbindet sie nun fachlichen Hintergrund mit ihrer Leidenschaft für das Meer, Boote und das Schreiben.

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