Am 20. Juni wird die 132. Kieler Woche abends in der Innenstadt von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier offiziell eröffnet. Aber schon tagsüber werden die Segel auf der Förde dichtgenommen. Die weltgrößte neuntägige Segelserie startet mit der Aalregatta für die seegehenden Yachten und ihrer ersten olympischen Halbzeit durch.
Vier Tage vor dem Auftakt haben die Veranstalter am Dienstag in der “Sailing City” bei einer Pressekonferenz ihr segelsportliches Programm vorgestellt. Organisationsleiter Dirk Ramhorst sagte: «Die Kieler Woche wird einmal mehr unter Beweis stellen, dass Kiel-Schilksee auch für olympische Segelwettbewerbe der Zukunft bestens geeignet wäre.»
Hintergrund des Schwerpunktthemas Olympia ist der nationale Wettbewerb um die Nominierung zum deutschen Kandidaten für die Bewerbung um die Austragung Olympischer und Paralympischer Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044. Nach dem Rückzug von Hamburg sind dafür noch München, Köln/Rhein-Ruhr und Berlin im Rennen.
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheidet am 26. September auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung darüber, mit welcher Region sich Deutschland bewerben wird. Als Segelpartner bewirbt sich neben den Kielern auch Rostock-Warnemünde. Mit Blick auf die Dichte von Olympiaseglern hat Kiel bei seiner weltgrößten neuntägigen Segelwoche die Bugspitze vorne.
Sechs der zehn olympischen Segeldisziplinen sind in der ersten Hälfte vom 20. bis zum 24. Juni auf der Förde gefordert. Ihre Serien werden sie erstmals nicht nur mit einem, sondern mit jeweils zwei Medaillenrennen abschließen. Mit dem neuen Format soll die Spannung bis zum Schluss gewahrt werden. Die Top-Akteure der Nationalmannschaft sind beim Heimspiel stark vertreten.
Der dreimalige Olympiateilnehmer und Ilca-Vizeeuropameister Philipp Buhl, der Kieler Ilca-Jungstar Ole Schweckendieck, die 470er-Vizeweltmeister Simon Diesch/Anna Markfort (WYC/VSaW/JSC) und die stärksten Skiff-Duos im 49er und 49erFX sind im Einsatz. Unter ihnen sind die 49er-WM-Vierten Jakob Meggendorfer/Andreas Spranger (BYC) und die so glänzend in die neue Saison eingestiegenen Richard Schultheis/Fabian Rieger (NRV/VSaW). Dazu die besten FX-Seglerinnen wie die Kieler WM-Fünften Maru Scheel/Freya Feilcke oder Sophie Steinlein/Catherine Bartelheimer.
In Folge einer Feedback-Aktion im vergangenen Jahr haben die Veranstalter die Servicequalität für die Aktiven von der Ausschreibung über die Kommunikationskanäle bis hin zum Ablauf der Wettfahrten auf dem Wasser optimiert. Außerdem wurden die Rennformate an die jüngsten Olympiaanforderungen des Weltsegelverbands World Sailing angepasst. Die Ankündigung von Dirk Ramhorst: „Wir lassen uns an den höchsten Ansprüchen messen und wollen denen mehr als genügen.“
19 WM-/EM-Medaillengewinnerinnen und -gewinner ihrer Bootsklassen sind gemeldet. Hier geht es zu den Meldelisten bei manage2sail. Bei der FD-Weltmeisterschaft, die bereits am Mittwoch parallel zu den olympischen Medal Races beginnt, ist das gesamte Vorjahrespodium dabei. Es wird von den Titelverteidigern Kilian König und Johannes Brack aus Hannover angeführt.
Die Vorfreude von Seglern, Seglerinnen, Veranstaltern und Fans auf den Segelsport der Kieler Woche – ihr Herz seit Stunde Null – wird durch die mittelfristige Wettvorhersage gestützt: Erwartet wird im deutschen Norden ein Sommerwochenende mit Temperaturen jenseits der 20-Grad-Marke, in deren Genuss zum Auftakt auch die Teilnahmer der Aalregatta kommen. Wie der Wind sich zur Wärme verhalten wird, bleibt abzuwarten.

Freie Reporterin Sport
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