Tatjana Pokorny
· 29.06.2026
Etappe zwei im neuen Island Offshore Race to the Arctic war ein reiner Vorwindritt. Rund einen Tag und teilweise auch etwas länger waren die Boote der drei Gruppen von Fedje nach Kristiansund unterwegs. Am Ende sahen die Ergebnislisten denen nach der ersten Etappe von Mandal nach Fedje sehr ähnlich. In der Gruppe A (”Wergeland”) haben sich Christoph und Benjamin Morgen mit ihrer JPK 10.50 “Momo” (Norddeutscher Regatta Verein) als Vierte im Ziel erneut den berechneten Sieg erkämpft.
In Gruppe C (”Partner Class”) passierten Lina Rixgens (Verein Seglerhaus am Wannsee) und Sverre Reinke (TSV Schilksee von 1947) die Ziellinie vor Kristiansund mit ihrer Sun Fast 30OD “Gaia” mit gerade einmal einer Minute Vorsprung vor der norwegischen Elan 37 “Levens”, die damit aber aber berechnet auf Platz fünf zurückfiel. Die “Gaia”-Crew indessen schnappte sich den zweiten Etappensieg in Folge und geht wie “Momo” in ihrer Gruppe als Spitzenreiterin in die Halbzeitpause beim neuen Rennen zum Polarkreis.
Lina Rixgens berichtete am Montagabend im Hafen von Kristiansund von Etappe zwei und einem hochspannenden Duell ins Ziel: “Die Etappe war ganz schön tough! Und wir haben nur knapp gewonnen! Wir sind über 185 Seemeilen eine komplett gerade Strecke VMG-Downwind gefahren. Gegen die Spi-Boote ist das gar nicht mal so einfach. Während wir ackern und tausend Halsen fahren, fahren sie straight runter.”
Im Rückblick sagte Lina Rixgens am nach zwei von vier Etappen: “Insgesamt war etwas weniger Wind als angesagt. Aber es war ziemlich nass, wild und sportlich. Wir sind froh, noch den ersten Platz rausgefahren zu haben. Jetzt ist ein bisschen mehr Zeit zum Erholen. Der letzte Stopp war doch sehr kurz.” Nach der ersten Etappe gab es nur eine Nacht und einen halben Tag Zeit, bis die Flotte der 58 Boote wieder loslegte.
Erneut Fünfte wurden in der “Gaia”-Gruppe C Jochen Denkena und Mini-Transat-Segler Hendrik Lenz mit der Sun Fast 3200 “Arrabiata”. “Das war relativ viel Vowind. Wir sind kein einziges Mal am Wind gesegelt”, wusste auch Hendrik Lenz vom zweiten Abschnitt im Race to the Arctic zu berichten. Anfangs haben noch 15, 20 Knoten Wind die Boote angetrieben. Dann gab es eine längere Phase wenig Druck, bevor im Endspurt noch einmal 20 bis 25 Knoten für Beschleunigung sorgten.
Auf der Suche nach Optimierungsmöglichkeiten sagte Hendrik Lenz: “Wir waren mit unseren Segelwechseln nicht ganz treffsicher, entweder zu früh oder zu spät dran. Wir sind vielleicht auch nicht ganz so komplett auf den Messwert runtergerockt. Da sind andere möglicherweise optimierter und auch als Team eingespielter.” Der Düsseldorfer Hendrik Lenz (Düsseldorfer Yachtclub), als 14. bester deutscher Starter beim Mini-Transat 2025, bestreitet seine erste Regatta mit Skipper Jochen Denkena vom Sail-Lollipop Regatta Verein. Zur Halbzeit lagen sie auf Platz sieben.
Die Premiere des Rennens führt mit den verbliebenen beiden Etappen am frühen Morgen des 1. Juli von Kristiansund nach Sandnessjøen und von dort ab 4. Juli in den Zielhafen Svolvær. Die vierte Etappe wird am Nachmittag beginnen und beinhaltet die Chance, den Polarkreis bei Nacht zu passieren und die Mitternachtssonne zu erleben, die nie untergeht.

Freie Reporterin Sport
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.