Race to the Arctic“Momo” und “Gaia” – zwei Etappensiege zum Auftakt

Tatjana Pokorny

 · 27.06.2026

Race to the Arctic: der Start zur Premiere.
Foto: Race to the Arctic/SailLogic Media
Starker Auftakt für die deutschen Boote beim Island Offshore Race to the Arctic: Drei GER-Teams sind dabei, zwei Duos haben in ihren Klassen berechnet die erste Etappe gewonnen. Alle drei konnten sich in den Top-Fünf platzieren. Eine lange Pause ist den Zweihand-Crews nicht vergönnt: Schon am Sonntag wird das neue Rennen zum Polarkreis fortgesetzt.

Themen in diesem Artikel

Es ist eine Premiere der besonderen Art: In Norwegen hat das neue Island Offshore Race to the Arctic mit Etappe eins begonnen. Mit Island hat das Rennen allerdings wenig zu tun. Island Offshore ist der Name des Hauptsponsors. Tatsächlich führt die Zweihand-Regatta ihre Herausforderer über vier Etappen und rund 750 Seemeilen von Mandal via Fedje, Kristiansund und Sandnessjøen in den Zielhafen Svolvær, der größten Stadt der Inselgruppe Lofoten. Der letzte Abschnitt bietet die Chance, auf Kurs Lofoten den Polarkreis zu passieren.

Race to the Arctic: drei deutsche Doppel erfolgreich im Einsatz

​Drei deutsche Teams haben die Herausforderungen des Race to the Arctic angenommen: Christoph und Benjamin Morgen sind mit der JPK 10.50 “Momo” (Norddeutscher Regatta Verein) in Gruppe A im Einsatz. Jochen Denkena und Mini-Ass Jan-Hendrik Lenzkämpfen mit der Sun Fast 3200 “Arrabiata” ebenso in Gruppe C um ein Top-Ergebnis wie Lina Rixgens und Sverre Reinke auf ihrer Sun Fast 30 OD “Gaia”.

Ganz nach Plan waren die drei Gruppen “Wergeland” (A), “Delmar” (B) und die “Partner Class” (C) am Freitag in die erste Etappe von Mandal nach Fedje gestartet. Die Line Honours holte die norwegische Dehler 44 “Off Course” vor ihren Landsleuten auf der Swan 45 “Zorro” und der Landmark 43 “White Shadow”. Als Vierte schon kamen Christoph und Benjamin Morgen mit “Momo” am Samstagabend im 18.54 Uhr ins Ziel. Berechnet war die gesegelte Zeit der NRV-Crew von 1 Tag, 8 Stunden, 19 Minuten und 36 Sekunden den Sieg in der Gruppe “Wergeland” wert.

Meistgelesene Artikel

1

2

3

4

5

Und damit noch nicht genug: Um 20.54 Uhr kamen Lina Rixgens und Sverre Reinke als Erste der Gruppe “Partner Class” ins Ziel vor Fedje – gesegelt und berechnet. So haben nach der ersten Etappe zwei deutsche Boote in den drei Gruppen die Führung übernommen. Kurz vor dem Zieldurchgang von “Gaia” hatte der Wind noch aufgefrischt. Da konnten Lina Rixgens und Sverre Reinke Fedje mit 15 Knoten entgegenrauschen.

Ein Rennen als Abenteuer in einem neuen Revier

Lina Rixgens erzählte kurz nach dem Zieldurchgang: “Wir hatten ein sehr, sehr cooles Rennen, schon anspruchsvoll. Wir hatten einen mega Start, dann insgesamt wenig Wind, immer wieder viele Flauten. Das Revier ist mit der hohen norwegischen Küste auch relativ tricky einzuschätzen, wenn man hier kein Local ist. Meistens haben wir uns da aber gut durchgeschlängelt. Dann kam der starke Süostwind sehr viel später als usprünglich angesagt. Jetzt hatten wir nochmal sechs Stunden Downwindsegeln unter A2, sind da teilweise nochmal richtig langgeprescht. Wir waren recht froh, als wir den dann runternehmen konnten und die Ziellinie passiert haben.”

Rund drei Stunden später kamen Jochen Denkena und Hendrik Lenz um 22.35 Uhr mit “Arrabiata” als Fünfte der “Partner Class”-Gruppe ins Ziel. Auch sie konnten das Race to the Arctic damit stark eröffnen. Das Duo auf der Sun Fast 3200 hatte noch einen Schlag nach draußen auf See eingeflochten, um sich in eine bessere Schlusssprintposition zu bringen.

“Wir haben extra einen Schlag weiter raus gemacht, so dass wir hier ein bisschen Wind und Welle haben”, hatte Hendrik Lenz am Samstagabend noch von See berichtet. Dazu hatte der Mini-Transat-Bezwinger erklärt: “Wir hoffen, dass wir dadurch vielleicht ein bisschen besser ankommen als die, die unter Land Kleinklein gemacht haben. Mal sehen…” Einen kleinen Schrecken gab es für Denkena und Lenz zwischendurch, als sie zwar einen Schlepper rechtzeitig gesehen, dessen Schleppleine aber beinahe übersehen hätten. “Da mussten wir etwas hektisch ausweichen”, erzählte Lenz.

Das Tracking zum Island Offshore Race to the Arctic

Zum Tracking für das Race to the Arctic geht es hier. Dabei muss man beim Besuch der Homepage den großen Tracking-Button anklicken, dann zunächst runterscrollen und die jeweils laufende Etappe anklicken und dann erst auf “Show Race Viewer” klicken, um zum Tracking für den gesuchten Abschnitt zu gelangen.

Viel Zeit zum Verschnaufen haben die Crews im Race to the Arctic in Fedje nicht. Die Startsequenz zu Etappe zwei beginnt am Sonntag bereits ab 16 Uhr. Nach den Cruisern wird zunächst die “Partner Class” auf die Bahn geschickt. Es folgen die Gruppen “Delmar” und “Wergeland”. Nächstes Ziel ist Kristiansund.

Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

Meistgelesen in der Rubrik Regatta