Messe-RückblickSo war die Interboot 2022

Kristina Müller

 · 26.09.2022

Messe-Rückblick: So war die Interboot 2022Foto: Felix Kästle
Neue Boote, neue Projektleitung, bewährtes Messekonzept: Als kleine, aber feine Bootsmesse zog die Interboot neun Tage lang Besucher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an

Nach neun Messetagen am Bodensee ziehen die Interboot-Macher eine durchweg positive Bilanz: Vor Ort waren 348 Aussteller und rund 49.800 Besucher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zum Vergleich: 2021 meldete die Interboot 45.600 Besucher

„Wir können trotz vielfältiger Herausforderungen, wie beispielsweise der Energiekrise, sowohl einen Aussteller- als auch einen Besucherzuwachs verkünden“, berichtet Messe-Chef Klaus Wellmann und weist auf die Veranstaltung der Messe trotz Pandemie auch in den vergangenen Jahren hin. „Durch die kontinuierliche Durchführung auch in den letzten beiden Jahren haben wir Verlässlichkeit gezeigt. So hat die Interboot sogar in Corona-Zeiten Kurs gehalten, und wir konnten wieder vermehrt Besucher aus unserem kaufkraftstarken Einzugsgebiet mobilisieren.“

Verlagssonderveröffentlichung
Impressionen der INTERBOOT Friedrichshafen 2022, Pointer 30
Foto: INTERBOOT Friedrichshafen

Präsentiert wurden neben Booten auch Bekleidung, Zubehör, Funsportartikel und das bewährte Rahmenprogramm am Messe-See und am Bodensee. „Nach den Corona-Einschränkungen der letzten beiden Jahre war es uns ein großes Anliegen, Mitmachaktionen sowie das Showprogramm auf dem Messe-See zu reaktivieren und auch wieder vermehrt Boote zum Testen im Interboot-Hafen bereitzustellen“, sagt Projektleiter Felix Klarmann. Es war seine erste Interboot in dieser Position, die zuvor über Jahre Dirk Kreideweiß innehatte.

Wie auch in den Vorjahren kamen die meisten Besucher an den Messewochenenden, wie etwa Richard Gründl von der Gründl Bootsimport GmbH & Co. KG berichtet: „Der Besucherandrang an den beiden Wochenenden war sehr gut, unter der Woche war es eher ruhig. Wir hoffen, dass sich ein gutes Nachmessegeschäft daraus generieren wird, wir gehen sehr positiv ran. Die Messe an sich hat einen hohen Stellenwert für uns, und wir planen, auch 2023 wieder dabei zu sein.“

Unter der Woche fachkundigeres Publikum

Zufrieden blickt auch Sonja Meichle, Geschäftsführerin der Ultramarin Meichle + Mohr GmbH, auf die Interboot zurück: „Die Messe verlief für uns sehr gut – unter der Woche war es zwar ruhiger, aber das Publikum war fachkundiger. Wir führten auch viele interessante Gespräche zum Thema Bootshandel. Unsere Erwartungen wurden erfüllt, und wir haben das Niveau von 2019 erreicht.“

Christian Daum präsentierte die Bente-Boote und zieht ein positives Resümee: „Es waren auch wieder viele weitere Aussteller vor Ort, die in den letzten zwei Jahren Corona-bedingt nicht auf der Interboot waren. Wir hatten hohes Interesse bei uns am Stand. Verkäufe in Anbahnung haben wir auch. Das Interesse an der neuen Bente 28 war wie in den letzten Monaten sehr hoch. Aktuell sind die internen Werfttests abgeschlossen, und wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.“

Luxusproblem: keine Boote zum Ausstellen

Dass die Bootsmesse gerade auch in der Schweiz einen hohen Stellenwert besitzt, unterstreicht Vinzenz Batt, Geschäftsführer des Schweizerischen Bootbauer-Verbands: „Die Interboot lief in diesem Jahr von den Ausstellerzahlen her besser als in den vergangenen zwei Jahren, auch wenn einige frühere Aussteller nicht teilnehmen konnten, weil sie das Luxusproblem hatten, keine Boote zur Verfügung zu haben. Im kommenden Jahr hoffen wir wieder auf eine Steigerung. Die Rahmenbedingungen sind hier auf der Interboot mit ihren schönen Hallen, dem Messe-See und dem Bodensee super. Sie ist unsere Hausmesse in vielerlei Hinsicht wie Verkauf, Networking und das Schaufenster der Schweizer Bootsbaubranche.“

Trotz eines grundsätzlich positiven Fazits weist Meinrad Hiller, Geschäftsführer bei Pfeiffer Marine, auf aktuelle Probleme hin, die eben auch die Bootsbranche und ihre Lieferketten betreffen: „Das Besucheraufkommen und auch die Qualität der Kundschaft lässt auf ein gutes Nachmessegeschäft hoffen. Der Optimismus für die Zukunft ist aber eher gedämpft, die Rahmenbedingungen wie steigende Energiekosten und der Krieg in der Ukraine hinterlassen Spuren. Jedoch wurden unsere Erwartungen für den diesjährigen Messeauftritt definitiv erfüllt, 2022 war eine positive Veranstaltung, und wir freuen uns auf nächstes Jahr.“

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