Drama im PazifikHoffnung für Donald Lawson - Update

Morten Strauch

 · 27.07.2023

Lawson auf dem Trimaran "Defiant"
Foto: Lawson
Vom US-amerikanischen Rekordjäger Donald Lawson, dessen Trimaran vorgestern kieloben treibend gesichtet wurde, fehlt weiterhin jede Spur. Mittlerweile hat die mexikanische Küstenwache das Schiff erreicht und die Rennyacht eindeutig identifiziert. Seit dem 12. Juli gab es keine Kommunikation mit dem 41-jährigen Segler aus Baltimore

Donald Lawson war am 5. Juli 2023 mit seinem 60-Fuß-Trimaran “Defiant” vom mexikanischen Acapulco aus gestartet, um über den Panamakanal in den Atlantik zu stoßen und anschließend Kurs auf seine Heimatstadt Baltimore an der US-Ostküste zu setzen. Dort wollte er sich auf eine ambitionierte Rekordfahrt vorbereiten: als erster Segler mit schwarzer Hautfarbe die Welt umrunden, und das gleichzeitig als schnellster Amerikaner. Insgesamt wollte Lawson in der näheren Zukunft nicht weniger als zwölf Rekorde brechen, die beim World Sailing Speed Record Council eingetragen sind.

Am 9. Juli kommunizierte Lawson den Ausfall der Motoren und Probleme mit seinen hydraulischen Systemen. Als am 12. Juli im Zuge eines Sturms dann auch der Windgenerator verloren ging, entschied sich der Solo-Skipper, zurück nach Acapulco zu segeln. Seine Ehefrau Jacqueline Lawson teilte den Behörden mit, dass ihr Mann ihr am 12. Juli davon berichtete und danach der Kontakt zu ihm abgebrochen sei.

“Wir geben die Hoffnung nicht auf und hoffen weiter auf seine Rückkehr”, sagte sie. “Er ist ein erfahrener Segler, der mit den schwierigen Wetterbedingungen im Pazifik gut zurechtkommt. Wir beten weiter dafür, dass Donald gefunden wird und bald sicher zu seiner Familie, seinen Freunden und seinen Segelfans zurückkehren kann.”

Der Orma-60-Trimaran “Defiant” wurde 2004 unter dem Namen “Groupama 2” gelauncht. Von Franck Cammas geskippert, konnte der Carbon-Racer zahlreiche Erfolge verbuchen, darunter den Gewinn des Transat Jacques Vabre im Jahr 2007. Später trainierte das Team Oracle auf dem Boot für den 33. America’s Cup. 2014 wurde der Tri dann von Howard Enloe erworben und auf den Namen “Mighty Merloe” getauft. Der Name wurde Programm, denn fortan war der Tri bei jedem Rennen an der US-Westküste das schnellste Schiff und stellte einige Rekorde auf.

Im Rahmen seines “Dark Seas Project” erwarb Donald Lawson im April 2022 schließlich den erfolgsverwöhnten Racer. Lawson, der auch Vorsitzender des US-Sailing-Ausschusses für Diversität, Gleichberechtigung und Integration ist, wollte das Schiff zudem nutzen, um den Segelsport für alle erfahrbar zu machen.

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Redakteur News & Panorama

Morten Strauch entdeckte als Teenager seine Liebe zum Segeln. Angefangen mit der Jolle auf dem Steinhuder Meer, folgten Chartertörns auf der Ostsee und im Mittelmeer. Bisheriger Höhepunkt war eine Zweihand-Atlantiküberquerung auf einem GFK-Klassiker von Miami nach Cuxhaven. Mit dem eigenen Boot zieht es ihn meist in die dänischen Gewässer. Seit 2022 ist er Redakteur bei der YACHT im Ressort Panorama mit einem Faible für historische Schiffe und Abenteurer.

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