Troubleshooting an BordDiese 10 Tricks helfen bei jeder Bootspanne

Andreas Fritsch

, Felix Keßler

 · 30.05.2018

Troubleshooting an Bord: Diese 10 Tricks helfen bei jeder BootspanneFoto: Yacht / Klaus Andrews

Kleinere technische Defekte können meist schnell behoben werden – auch von Charterern. 10 Schrauber-Tricks für unbeschwerte Segelreisen

Die lang ersehnte Woche Charterurlaub in der Sonne wird schnell zum Ärgernis, wenn kleine Mängel am Boot den Bordalltag beeinträchtigen. Kein fließendes Wasser mehr, der Motor wird zu schnell zu heiß, die Ankerwinsch macht keinen Mucks? Die eigentlich logische Konsequenz: Den Vercharterer anrufen, auf einen Mechaniker warten, den Schaden beheben lassen. Doch das dauert in der Regel mindestens einen Tag; die Törnplanung für die kurze Zeit ist ruiniert. Den Ablauf und den damit verbundenen Ärger auf allen Seiten kennt auch Wolfgang Stuis, der eine Kojencharterfirma leitet.

"Zum einen wartest du draußen im Revier oft einen Tag oder länger auf Mechaniker und Ersatzteile, und alle an Bord sind dann genervt. Aber vor allem macht dich eine erfolgreiche Reparatur zu einem besseren Skipper. Du lernst etwas über das Boot, deine Mitsegler sind glücklich und schätzen dich mehr, und vielleicht hast du so einen noch größeren Folgeschaden abgewendet!" – Wolfgang Stuis, Stuis-Törns

Unter Stuis' Obhut sind bis zu sieben Yachten mit Gästen die Saison über segeln. Woraus sich zwangsläufig ergibt: Es ist kaum ein Schaden oder eine Reparatur vorstellbar, die Stuis als Bastler nicht schon selbst erledigt hat. Mittlerweile bietet er auf seinen Schiffen in Kroatien Kurse an, in denen Skipper mehr mögliche Schäden mitsamt Behebung ausprobieren können, als sie in einem normalen Charterleben je kennenlernen werden. Damit können die Tipps auch für Eigner sinnvoll sein.

Wie die häufigsten Pannen am Boot entstehen – und wie sie meist innerhalb von Minuten wieder behoben sind.

1. Ankerwinsch

Problem: Der Motor funktioniert nicht. Oder die Kette springt aus der Nuss oder der Motor dreht, ohne dass dabei die Kette geholt wird.

Lösung: Zuerst die Basics prüfen: Ist die Sicherung am Paneel für die Winsch eingeschaltet? Der Diesel sollte laufen, manche Winschen funktionieren nur dann. Zweite Runde: Ist die Sicherung für die Winde rausgesprungen? Sie hat eine eigene Batterie, die extra abgesichert ist, meist in der Vorschiffskammer unter Kojenbrettern oder in Schränken, aber teils auch weiter achtern. Sie löst bei Überlastung wegen verklemmter Anker aus.

  Die Ankerwinsch kann mit Bordwerkzeug geöffnet werdenFoto: Yacht / A. Fritsch
Die Ankerwinsch kann mit Bordwerkzeug geöffnet werden

Sehr häufig sind auch Defekte an den Fernbedienungen: Die Kontakte des Steckers korrodieren weg, oder es gibt Kabelbruch, weil Crews das Kabel im Ankerkastendeckel einklemmen. Steht die Winsch, Stecker abbauen, Kontakte prüfen und mit Kontaktspray einsprühen. Hilft das nicht, kann auch in der Bedienung ein Wasserschaden vor­liegen – sie werden von vielen Crews verkehrt herum (mit dem Kabel nach oben) in den Halter im Ankerkasten gesteckt. Passiert das öfter, kann Wasser eindringen, und es gibt Korro­sion und Kurzschlüsse. Bedienung öffnen und falls nötig trockenlegen.

Rutscht die Winsch durch, ist meist nur die Bremse des Spills für die Hand­bedienung nicht richtig festgezogen. Läuft die Kette nicht sauber aus bei Öffnung mit dem Bremshebel, sind die Laufflächen der Bremse dreckig. Dann abbauen, säubern, schmieren.

2. Logge hängt

Problem: Im Mittelmeer ein Klassiker auf Charterschiffen – der Impeller der Logge hängt durch Bewuchs mit Seepocken oder Algen fest, läuft nur sporadisch oder viel zu langsam.

  Kann helfen: Die Logge aus dem Stutzen ziehen und von Verunreinigungen befreienFoto: Yacht / A. Fritsch
Kann helfen: Die Logge aus dem Stutzen ziehen und von Verunreinigungen befreien

Lösung: Den Loggengeber findet man unter den Bodenbrettern meist in Mast­nähe. Es sollte ein Stopfen oder Schraubverschluss direkt neben dem Geber an einem Band oder Kettchen hängen. Keine Sorge vor Wassereinbruch: Mittlerweile haben die Geber-Rohre an der Oberseite Kunststoff-Lippen, die ein zu starkes Ein­dringen ver­hindern – mehr als zwei, drei Liter Seewasser sprudeln kaum herein. Tipp von Wolfgang Stuis: Falls es der Geber zulässt, reicht es oft, ihn für einige Minuten um 180 Grad zu drehen. Manchmal fällt der Bewuchs dann schon von allein ab.

3. Luken lecken

Problem: Kommt Seewasser über Deck oder es regnet, lecken Luken, und die Polster oder auch die Einbauten werden nass. Mit Salzwasser vollgesogene Polster trocknen nur schlecht; sie müssen intensiv mit Süßwasser gespült werden.

  Manchmal reicht schon ein Festziehen der Lukenverschlüsse, und im Schiff bleibt es trockenFoto: YACHT/M. Amme
Manchmal reicht schon ein Festziehen der Lukenverschlüsse, und im Schiff bleibt es trocken

Lösung: Bei unerfahrenen Mitseglern sichergehen, dass diese immer vor dem Ablegen alle Fenster richtig schließen, nicht etwa in der Lüfter-Stellung lassen. Falls vorhanden, Pilzlüfter in Luken mit dem Stift in der Mitte dichtziehen! Auf eingeklemmte Leinen achten! Ist das der Fall, und ein Crewmitglied tritt aufs Fenster, können sich Rahmen verziehen oder Scheiben brechen! Leckagen können auch über kleinste Schmutzpartikel auf den Dichtungen entstehen, die wie Kapillare wirken und winzige Rinnsale erzeugen. Gründlich säubern, zur Not mit Gewebeband abkleben. Manchmal sind auch nur die Hebel etwas locker, über die Schraube in der Mitte können sie nachgezogen werden, nicht zu fest, sonst kann das Plexiglas reißen! Hilft alles nichts, bleibt nur, das Fenster von außen zuzutapen.

4. Gas hängt

Problem: Es lässt sich kein Gang mehr ein- oder auskuppeln. Oder der Leerlauf- Druckknopf am Schalthebel hängt fest.

  Mit etwas Schmierstoff geht der Gashebel in der Regel deutlich leichterFoto: Klaus Andrews
Mit etwas Schmierstoff geht der Gashebel in der Regel deutlich leichter

Lösung: Das kleinere Problem ist der hängende Leerlauf. Es ist meist mit der Demontage des Hebels und WD 40 oder einem anderen Schmierstoff an dieser Stelle schnell behoben. Hängt dagegen der Schaltzug, ist er meist gebrochen. Die Erfahrung lehrt, dass dies oft kurz hinter der Schaltung passiert. Eigner sollten grundsätzlich einen Schalt- und Gaszug an Bord haben. Fehlt der auf Charteryachten, was wahrscheinlich ist, hilft nur das Schalten per Hand durch einen Mitsegler direkt am Getriebe. Das ist leichter, als man glaubt, es erfordert fast keine Kraft, nur der Zugang zum Getriebe muss gesucht werden. Bei Saildrive-Antrieben ist das eine kleine Aluminium-Box mit Kühlrippen, bei Wellenanlagen dichter am Motor.

Für die Bedienung muss zunächst der blockierte Zug ausgehängt werden, was nach Lösen einer Schraube recht simpel geht. Vorsicht ist nur wegen heißer Motorenteile geboten; der Getriebehebel wird nicht sehr warm. Mit einem Crewmitglied, das unten auf Ansage schaltet, lässt sich ohne weiteres in den nächsten Hafen motoren.
Ähnlich bei defektem Gaszug (in der Nähe der Einspritzpumpe) verfahren: aushängen und per Hand bedienen.

5. Toilette blockiert

Problem: Häufiges Ärgernis – es läuft immer wieder stinkende Brühe ins Klo zurück, trotz langen Spülens. Oder es wird nicht abgepumpt beziehungsweise die Pumpe ist blockiert. Möglich ist auch, dass der Wasserspiegel mit jedem Pumpstoß sinkt und dann wieder steigt.

Lösung: Oft sind durch Mitsegler Bordventile geschlossen worden, daher zunächst checken, ob die Ventile zum Ansaugen des Frischwassers und Absaugen des Schmutzwassers offen sind. Dann prüfen, ob ein Fäkalientank vorhanden ist und er vielleicht geschlossen oder voll ist. Ist das geklärt, und es kommt Spül­wasser, ohne dass etwas abfließt, ist die Pumpe in Ordnung, aber der Abfluss blockiert.

  Ersatzteile für herkömmliche Yachttoiletten gibt es in jeder Marina, der Ein- und Ausbau ist einfachFoto: Yacht / A. Fritsch
Ersatzteile für herkömmliche Yachttoiletten gibt es in jeder Marina, der Ein- und Ausbau ist einfach

Oft findet sich das Problem direkt hinter der Pumpe im Kniestück, das zum Abwasserschlauch führt. Dort sitzt ein so­genanntes Diaphragma-Auslassventil aus Gummi. Es läuft tütenförmig zu und hat drei Schlitze, die die Fäkalien passieren müssen. Bleibt dort Klopapier, Zahn­seide oder Ähnliches hängen (gehört alles nicht ins Klo, sondern sollte getrennt in Mülleimern entsorgt werden!), kann das Ventil blockieren. Lösung: Seeventile schließen. Gummihandschuhe überziehen, Schüssel und Lappen bereithalten. Dann das Kniestück von der Toilette abschrauben. Das Gummiventil entnehmen und reinigen. Danach sollten seine drei Schlitze möglichst dicht schließen. Ist das Ventil zu alt (es sollte jährlich gewechselt werden), kann es verspröden oder durch Harnsteinablagerungen blockiert sein. Ablagerungen entfernen. In fast allen Marina-Shops sind derartige Dichtungssätze für 20 bis 30 Euro erhältlich.

Das Ventil ist auch Ursache für zwei andere Probleme: Läuft trotz viel Pumpens immer wieder gelbe Brühe ins Klo, ist die Ursache das leicht geöffnete, versprödete Diaphragma-Ventil. Auf Charterschiffen liegt manchmal ein solcher Dichtungssatz für die Toilette bei den Ersatzteilen! Steigt und fällt der Wasserspiegel mit dem Pumpen im Becken, hat sich das Ventil umgestülpt, weil ein Mitsegler trotz geschlossenen Abwasserventils stark gepumpt hat. Dann muss es nur zurück in die alte Position gebracht werden.

Ist das Problem damit nicht behoben, kann eine Verstopfung in der Fußdichtung der Toilette vorliegen. Dort befindet sich ein gewichtsbeschwer­tes Flatterventil aus Gummi. Ausbauen, reinigen oder auswechseln ist auch hier die Lösung. Die Rohre der Toilette setzen sich mit Harnstein zu, sie können pro Jahr zwei bis drei Millimeter Durchmesser ver­lieren. Dagegen hilft nur viel Spülen und das regelmäßige Ersetzen der Schläuche.

6. Rollanlage klemmt

Problem: Rollgroß oder Vorsegel blockieren beim Einrollen bzw. das Groß schon bei den ersten Zentimetern des Ausrollens.

Lösung: Häufigste Ursache bei Problemen mit der Genua sind Überläufer in der Reff­trommel. Die entstehen vor allem, wenn das Segel unkontrolliert, ohne leichten Gegendruck auf der Rollleine, ausgerollt wird. Andere Gründe können zu steile Zugwinkel von der Führung der Rollleine zur Trommel sein. Blockiert sie, hilft meist nur komplettes Wieder-Ausrollen. Notfalls muss ein Crewmitglied die Überläufer an der Trommel klarieren und das Vorstag per Hand drehen.

Tipp fürs Bergen des Vor­segels: Zum Einrollen kurz auf einen tiefen Vormwind- Kurs gehen, dann einrollen. So braucht man kaum Kraft und verhindert zu viele Falten. Die Schot immer leicht gegenhalten. Gern gemachter Fehler: Das Vorsegel wird am Wind mit der Winsch und viel Kraft eingerollt, mit starkem Zug auf der Schot. So wird es enorm flach gewickelt und braucht viele Umdrehungen der Reff­trommel. Manchmal reicht das Tauwerk auf der Trommel dann nicht und ist am Anschlag. Mit der Winsch reißt man das angeknotete Ende der Rollleine aus der Plastiktrommel heraus. Deshalb im Hafen einmal prüfen: Bei eingerolltem Vorsegel sollten noch drei, vier Tau-Umwicklungen unten auf der Reff­trommel verbleiben.

  Behutsames Ein- und Ausrollen und Unterstützung per Hand hilft bei verklemmtem Groß mehr als GewaltFoto: YACHT/B. Scheurer
Behutsames Ein- und Ausrollen und Unterstützung per Hand hilft bei verklemmtem Groß mehr als Gewalt

Beim Groß entstehen die meisten Probleme, weil das Segel aufgerollt wird, wenn der Niederholer noch genug angezogen oder die Liekleine stark durchgesetzt ist. Dann bilden sich beim Wickeln Falten im Groß, die gegen Ende kaum noch in den Rollmast passen. Beim Setzen des Segels kann dann eine Falte
zwischen Segel und Schlitz im Alu das Ausrollen blockieren. Das ist nur durch ein
erneutes Einrollen und be­hutsames Ausrollen zu be­heben, während ein Crew­mitglied die Falte immer
wie­der in den Mast stopft. Vorsicht, nicht die Finger dabei quetschen!

7. Wasser läuft nicht

Problem: Es kommt kein Wasser aus den Hähnen – oder die Wasserpumpe arbeitet, schaltet aber nicht ab.

  Kommt kein Wasser aus dem Hahn, muss vielleicht nur der zweite Tank zugeschaltet werdenFoto: YACHT / J.-M. Liot
Kommt kein Wasser aus dem Hahn, muss vielleicht nur der zweite Tank zugeschaltet werden

Lösung: Der erste Check gilt den Tanks. Ist der eine leer, und es muss auf den zweiten umgeschaltet werden? Dafür die Pumpe abschalten, Tank wechseln, dann einen Hahn weit aufdrehen und laufen lassen, bis keine Luft mehr kommt. Bei Lage kann ein schon relativ leerer Tank rasch Luft ziehen.

Geht die Pumpe nicht aus oder immer wieder an, ohne dass jemand Wasser verbraucht, alle Endhähne und Außendusche checken, ob sie defekt sind und laufen oder stark tropfen. Ist das nicht der Fall, ist der Wasserfilter möglicherweise nicht richtig dicht gedreht und zieht Luft oder verstopft. Trifft auch dies nicht zu, die Leitungen des Tanks auf Leckagen untersuchen. Löcher können mit selbstvulkanisierendem Tape geflickt werden. Manchmal ist auch der Drucksensor defekt, dann hilft nur An- und Abschalten der Pumpe vor und nach jeder Nutzung.

8. Wasser im Diesel

Problem: Der GAU – ein Crewmitglied füllt Wasser in den Dieseltank. Oder beim Tanken, wie gelegentlich aus alten Tanklastwagen in Griechenland oder der Karibik, wird verunreinigter Diesel gebunkert.

  Passiert immer wieder: Crews füllen Wasser in den Dieselstutzen. Wird der Fehler früh genug erkannt, ist Selbsthilfe möglichFoto: YACHT/Ben Scheurer
Passiert immer wieder: Crews füllen Wasser in den Dieselstutzen. Wird der Fehler früh genug erkannt, ist Selbsthilfe möglich

Lösung: Wichtigste Vorbeugung: das Befüllen im Auge behalten! Ist es aber doch passiert: Solange der Motor noch nicht gestartet wurde, kann die A­b­hilfe einfach sein. Wasser sinkt im Dieseltank schnell an die tiefste Stelle und scheidet sich exakt vom Treibstoff. Über den Zugang des Ansaugstutzens ist es oft möglich, das Wasser mit einer Handpumpe abzusaugen. So eine Pumpe bekommt man im Hafen mit etwas Glück vom Bootsservice oder einem Eigner geliehen. Den Schlauch mit einem Draht als Führung zur tiefsten Stelle legen und dann abpumpen. In transparenten Wasserflaschen kontrollieren, wann nur noch reiner Diesel kommt.

Wichtig: Vorher nicht den Motor starten! Er hat zwar einen Wasserabscheider, der ist aber nicht für große Mengen aus­gelegt! Wird er gestartet, sind schwere Motorschäden möglich! Chartersegler sollten solche Aktionen unterlassen und sofort die Basis kontaktieren!

9. Propeller fängt Leine

Problem: Beim Anlegen erwischt der Skipper eine Muringleine, oder es geraten Reste von Netzen, Angelschnüren oder Plastikfolien in den Propeller.

  Zum Freischneiden der Schraube am besten Wellenschliffmesser benutzenFoto: Yacht / Klaus Andrews
Zum Freischneiden der Schraube am besten Wellenschliffmesser benutzen

Lösung: Ist die Leine oder der Fremdkörper dick und fest genug, blockiert er den Propeller völlig, sodass die Maschine abstirbt. Oder es kündigt sich Ungemach durch ein unrundes Schlagen des Propellers an. Dann sofort auskuppeln; damit wird ver­mieden, dass man den Fremdkörper schlimmstenfalls mit aller Macht regelrecht auf der Welle/ dem Saildrive festschmilzt oder der Propeller beschädigt wird.

Ein Tauchgang verschafft Klarheit. Zum Freischneiden eignen sich Wellenschliffmesser. Wichtig: Dünne Angelsehne auf einem Saildrive ist tückisch; sie kann sich durch die beiden Simmer­ringe in Richtung Getriebe arbeiten. Dann läuft das Getriebeöl aus, und ein kapitaler Motorschaden ist die Folge. Angelsehne also möglichst rückstandsfrei entfernen.

Eine leichte Ölspur beim Motoren im Heckwasser ist ein Indiz für diesen gefährlichen Schaden. Wurde der Motor abgewürgt, kann es passieren, dass der Festpropeller nach dem Freischneiden auf der Welle rutscht, da er eingeklebte Buchsen hat, die sich lösen, wenn dieser blockiert wird. Dann rutscht der Propeller beim Gasgeben später auf der Welle. Ebenfalls wichtig: Nach dem Freischneiden kurz checken, ob der Sicherungssplint des Props noch sitzt. Manchmal reißt er oder lockert sich – dann droht bei Rückwärtsfahrt der Verlust der Schraube.

10. Ruder hat Spiel

Problem: Die an der Ruderanlage oder Steuerrad spürbare Lose macht sensibles Steuern nahezu unmöglich.

  Die Spannung auf den Steuerseilen und -ketten kann mit Spannern eingestellt werdenFoto: Yacht / A. Fritsch
Die Spannung auf den Steuerseilen und -ketten kann mit Spannern eingestellt werden

Lösung: Hat das Rad direkt auf der Achse der Steueranlage Spiel, ist das in der Regel rasch behoben. Die Feststellschraube für das Rad komplett abschrauben. Darunter liegt bei vielen Anlagen die Mutter, die das Rad auf die Achse drückt. Oft hat sie einen Einsatz für die Winschkurbel und wird damit festgezogen; oder aber sie braucht einen großen Schlüssel.

Ist das Rad fest, entsteht Spiel meist durch schlecht gespannte Steuerseile am Quadrant. Durch die Abdeckungen in den Achterkammern zum Ruderquadrant kann man sich davon relativ rasch ein Bild verschaffen. Dort befindet sich der Quadrant mit den Seilen und Ketten, die am Ende durch zwei Wantenspanner an den Zügen gespannt werden. Diese vorsichtig mit Schlüssel und Schraubendreher nachspannen, während ein Crewmitglied das Spiel oben am Rad checkt. Die Sicherungsmuttern wieder gut anziehen, und das Problem ist behoben.

Die Kurse zum Thema "Was tun, wenn..." finden in Pula, Kroatien statt; Kosten, Termine und Buchung über Stuis-Törns, www.stuis-toerns.de oder Tel. 074 33/99 85 868

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