Je effizienter das Unterwasserschiff und je größer die Windangriffsfläche des Rumpfes, desto mehr schwojt die Yacht vor Anker oder an einer Boje. Das trifft vor allem auf moderne Yachten mit schlankem Kiel und großem Freibord zu. Lundh Sails aus Göteborg bietet ein speziell geformtes Ankersegel an, das diese Pendelbewegung deutlich reduzieren soll. Das sogenannte Ankarplog wird am Achterstag gesetzt und mit dem Großfall oder der Dirk hochgezogen. Zudem wird es zu den Heckklampen und zum Mast angespannt. Die Konstruktion unterscheidet sich von einem einfachen, flachen Ankersegel. Der vordere orange Teil und die beiden weißen Flügel bilden einen Y-förmigen Pflug.
Nach Angaben des Herstellers soll das Ankersegel dadurch eine stärkere Stabilisierung bieten und das Schwojen auf zehn bis 20 Grad reduzieren. Nach unseren Erfahrungen reduziert ein konventionelles Ankersegel die Pendelbewegung auf etwa 30 Grad, was bereits eine deutliche Verbesserung darstellt, bei starkem Wind aber immer noch zu hartem Einrucken in die Kette führen kann.
An den Schothörnern wird das Ankarplog mit Leinen zur Yacht abgespannt. Die Lieken sind leicht hohl geschnitten, um das Killen des Segels zu verhindern. Trotzdem weist Lundh Sails darauf hin, dass das Segel kräftig durchgesetzt werden muss. Je nach Windstärke können die Flügel des Ankersegels weiter innen oder außen angeschlagen werden, womit der Windwiderstand des Segels verändert werden kann. Bei stärkerem Wind sollen die Flügel näher zur Mittschiffslinie geführt werden. Bei leichterem Wind lassen sie sich weiter ausstellen.
Das Ankarplog wird aus Dacron gefertigt. Je nach Größe verwendet Lundh Sails Tücher mit einem Gewicht von sieben bis neun Unzen pro Quadratmeter. Die Schothörner sind mit kräftigen Verstärkungen und Gurtbändern versehen.
Je nach Yachtgröße empfiehlt der Hersteller unterschiedliche Größen:
Die Preise beginnen bei 3.700 schwedischen Kronen, was in etwa 340 Euro entspricht. Das Ankersegel kann direkt über den Onlineshop von Lundh Sails bestellt werden.
Bei Yachten mit geteiltem Achterstag bietet Lundh Sails nach eigenen Angaben mehrere Lösungen für die Befestigung an. Das Unternehmen fertigt seine Segel in Schweden.
Das Praxiswissen für den Skipper behandelt neben Segeltechnik und Manövern auch das sichere Ankern, Wetter und Seemannschaft. Das Nachschlagewerk ist für den Bordgebrauch gedacht und bündelt viele Grundlagen, die beim Ankern und beim Aufenthalt an Bord eine Rolle spielen.
Hafenmanöver Schritt für Schritt erklärt An- und Ablegemanöver mit Fotomontagen. Ein eigener Abschnitt widmet sich dem Ankern in Buchten und Marinas. Damit ergänzt der Titel die technische Idee des Ankersegels um die praktische Vorbereitung des Manövers.
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Redakteur Test & Technik
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