AnkersegelWeniger Schwojen dank Pflugform

Hauke Schmidt

 · 20.08.2026

Das kleinste Ankerplog an einer Birdie 24.
Foto: Lundh Sails
Das Ankarplog genannte Stützsegel von Lundh Sails soll Yachten vor Anker oder an der Boje ruhiger halten. Das Besondere ist die Pflugform, die Schwojbewegungen deutlich reduzieren soll.

Ankarplog gegen Schwojen

Je effizienter das Unterwasserschiff und je größer die Windangriffsfläche des Rumpfes, desto mehr schwojt die Yacht vor Anker oder an einer Boje. Das trifft vor allem auf moderne Yachten mit schlankem Kiel und großem Freibord zu. Lundh Sails aus Göteborg bietet ein speziell geformtes Ankersegel an, das diese Pendelbewegung deutlich reduzieren soll. Das sogenannte Ankarplog wird am Achterstag gesetzt und mit dem Großfall oder der Dirk hochgezogen. Zudem wird es zu den Heckklampen und zum Mast angespannt. Die Konstruktion unterscheidet sich von einem einfachen, flachen Ankersegel. Der vordere orange Teil und die beiden weißen Flügel bilden einen Y-förmigen Pflug.

Nach Angaben des Herstellers soll das Ankersegel dadurch eine stärkere Stabilisierung bieten und das Schwojen auf zehn bis 20 Grad reduzieren. Nach unseren Erfahrungen reduziert ein konventionelles Ankersegel die Pendelbewegung auf etwa 30 Grad, was bereits eine deutliche Verbesserung darstellt, bei starkem Wind aber immer noch zu hartem Einrucken in die Kette führen kann.

An den Schothörnern wird das Ankarplog mit Leinen zur Yacht abgespannt. Die Lieken sind leicht hohl geschnitten, um das Killen des Segels zu verhindern. Trotzdem weist Lundh Sails darauf hin, dass das Segel kräftig durchgesetzt werden muss. Je nach Windstärke können die Flügel des Ankersegels weiter innen oder außen angeschlagen werden, womit der Windwiderstand des Segels verändert werden kann. Bei stärkerem Wind sollen die Flügel näher zur Mittschiffslinie geführt werden. Bei leichterem Wind lassen sie sich weiter ausstellen.

Robustes Dacron und verstärkte Ecken

Das Ankarplog wird aus Dacron gefertigt. Je nach Größe verwendet Lundh Sails Tücher mit einem Gewicht von sieben bis neun Unzen pro Quadratmeter. Die Schothörner sind mit kräftigen Verstärkungen und Gurtbändern versehen.

Je nach Yachtgröße empfiehlt der Hersteller unterschiedliche Größen:

  • 1,0 m² für Boote bis 32 Fuß
  • 1,5 m² für Boote von 30 bis 36 Fuß
  • 2,0 m² für Boote von 34 bis 42 Fuß
  • 2,5 m² für Boote von 40 bis 50 Fuß
  • 3,0 m² für Boote über 50 Fuß

Die Preise beginnen bei 3.700 schwedischen Kronen, was in etwa 340 Euro entspricht. Das Ankersegel kann direkt über den Onlineshop von Lundh Sails bestellt werden.

Bei Yachten mit geteiltem Achterstag bietet Lundh Sails nach eigenen Angaben mehrere Lösungen für die Befestigung an. Das Unternehmen fertigt seine Segel in Schweden.

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Hauke Schmidt

Hauke Schmidt

Redakteur Test & Technik

Hauke Schmidt zog bereits im Opti-Alter an die Küste und wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf. Seit 2006 ist der Diplom Ozeanograf als Redakteur im Ressort Test & Technik tätig. Zu den Kernaufgaben gehören Ausrüstungs- und Bootstest, aber auch Praxisthemen rund um Elektronik, Seemannschaft und Refit. Als leidenschaftlicher Selbermacher verbringt er die Sommer am liebsten mit seiner Familie auf dem Wasser und die Winter mit Arbeiten am Boot.

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