Der Waldbrand, der am 2. Juli die Region Canet-en-Roussillon und Sainte-Marie-la-Mer heimsuchte, traf die Werft der Catana Gruppe. Zwei der drei Produktionsgebäude am historischen Standort der Katamaran-Experten wurden nach Angaben lokaler Medien vollständig zerstört. Das dritte Gebäude, in dem die Produktionsformen lagern, blieb intakt. Der starke Wind trieb die Flammen durch die Urlaubsregion, die sich in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Zentrum für den Bau von Multihulls entwickelt hat. Die Behörden evakuierten rund 3.000 Menschen, darunter auch zahlreiche Urlauber.
Die zerstörten Hallen wurden für die Fertigung der Bali 5.8, des größten Modells der Bali-Reihe, sowie des Catana OC50 genutzt. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung hatte sich die Catana Gruppe noch nicht zu den industriellen Konsequenzen des Brandes geäußert. Die drei weiteren Produktionsstandorte in Frankreich, Portugal und Tunesien werden helfen, die Gesamtauswirkungen der Feuerschäden auf den Betrieb zu begrenzen. Die erhaltenen Rumpf- und Decksformen ermöglichen theoretisch eine Wiederaufnahme der Fertigung an anderen Standorten, sobald die logistischen Voraussetzungen geschaffen sind.
Canet-en-Roussillon hat sich in wenigen Jahren zu einem wichtigen Standort für die Multihull-Industrie entwickelt. Die Region beherbergt mehrere Werften und Zulieferbetriebe, die vom Wachstum des Katamaran-Segments profitieren. Der Brand trifft nicht nur die Catana Gruppe, sondern das gesamte nautische Cluster der Region. Neben den direkten Arbeitsplätzen bei Catana hängen zahlreiche weitere Beschäftigte in der Zulieferindustrie von der Produktion ab. Die langfristigen Folgen für das regionale Wirtschaftsgefüge lassen sich derzeit noch nicht abschätzen.
Die Catana Gruppe blickt auf fast 40 Jahre Erfahrung im Katamaranbau zurück. Den entscheidenden Wendepunkt setzte Unternehmer Olivier Poncin: 2003 übernahm er die traditionsreiche Marke Catana und erkannte bald, dass der Blauwasser-Markt allein zu klein war. Seine Antwort war radikal: disruptive Konzepte, die die Katamaranwelt revolutionieren sollten. Im September 2014 folgte der Launch des ersten Bali 4.5 – und der Erfolg gab ihm recht.
Heute fertigt die Gruppe über 300 Boote pro Jahr, beschäftigt mehr als 1.300 Mitarbeiter und gilt als eines der profitabelsten Unternehmen der Branche.
Das Unternehmen betreibt vier Werftstandorte: Der historische Hauptsitz liegt in Canet-en-Roussillon an der französischen Mittelmeerküste. Ein weiteres Werk befindet sich in Marans bei La Rochelle an der Atlantikküste. Hinzu kommen Produktionsstätten in El Haouaria (Tunesien) sowie in Portugal. Eine eigene Tischlerei in Rivesaltes ermöglicht der Gruppe zudem die vollständige Eigenfertigung ihrer Möbel. Serviceleistungen werden vom Stützpunkt Port Pin Rolland im Yachthafen Saint-Mandrier bei Toulon koordiniert.
Catana Catamarans steht für Leistung und Blauwasser-Kompetenz. Schlanke, leichte Rümpfe mit negativen Steven, optimierter Aerodynamik und hochwertiger Ausstattung machen die Kats zur ersten Wahl für anspruchsvolle und Performance-orientierte Langfahrtsegler.
Bali Catamarans revolutionierte den Markt mit der schwenkbaren Hecktür, einem integrierten Vorschiffsdeck und dem fließenden Übergang von Salon ins Cockpit. Das Raumkonzept schuf ein völlig neues Lebensgefühl an Bord und machte Bali zur kommerziell erfolgreichsten Marke der Gruppe.
YOT Power Catamarans ist die jüngste Marke und ergänzt das Segelportfolio um sportliche Motorkatamarane – modern, stabil und für ein breites Publikum konzipiert, das Fahrspaß mit vernünftigem Verbrauch verbinden möchte.

Chefredakteur YACHT und BOOTE Exclusiv
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.