​Brand bei Maxi DolphinDrei Yachten im Bau zerstört

Lars Bolle

 · 27.08.2026

Die Werfthalle und die drain befindlichen Yachten brennen lichterloh.
Foto: Maxi Dolphin
Ein Brand bei Maxi Dolphin hat in Erbusco eine Produktionshalle und drei Yachten im Bau zerstört. Unter ihnen war eine fast fertige MD80, die Ende September nach Marina di Ravenna gebracht werden sollte. Menschen wurden nicht verletzt, die Brandursache ist noch ungeklärt.

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Der Brand bei Maxi Dolphin brach am Montag, 24. August 2026, gegen 22 Uhr am Werftstandort in Erbusco bei Brescia aus. Insgesamt waren 50 Feuerwehrleute mit 13 Fahrzeugen im Einsatz, darunter Verstärkung aus Bergamo und Mantua. Sie kämpften die ganze Nacht gegen die Flammen und verhinderten, dass das Feuer auf einen benachbarten Betrieb übergriff.

Geschäftsführer Luca Botter bestätigte die vollständige Zerstörung des betroffenen Gebäudes. In der Halle befanden sich eine MD80, eine MD75 und eine MD51 Power. Alle drei Neubauten gingen verloren. Verletzt wurde offenbar niemand. Die Höhe des Schadens ist nicht bekannt.

Fast fertige MD80 geht verloren

Besonders weit fortgeschritten war der Bau der MD80. Die Segelyacht sollte Ende September Erbusco verlassen und nach Marina di Ravenna gebracht werden. Die MD80 ist ein 27,07 Meter langer Performance-Cruiser von Botin & Partners. Die Yacht hat zwei Ruder sowie einen Hubkiel, mit dem sich der Tiefgang zwischen 3,10 und 5,00 Metern verändern lässt. Mit 28 Tonnen Verdrängung und einem auf Fahrtensegeln mit kleiner Crew sowie Regatten mit voller Besatzung ausgelegten Deckskonzept verbindet der Entwurf zwei sehr unterschiedliche Einsatzprofile.

Auch MD75 und MD51 Power zerstört

Zu den beiden weiteren Projekten liegen bisher wenige Informationen vor. Maxi Dolphin führt unter der Bezeichnung MD75 mehrere Segelyachtentwürfe. Dazu gehört die 2019 gebaute „Karma“ von Mark Mills. Ob der zerstörte Neubau auf diesem Entwurf, einer anderen MD75 oder einer weiterentwickelten Ausführung beruhte, ist nicht bestätigt.

Bei der MD51 Power handelt es sich um eine Motoryacht-Baureihe von Roberto Starkel, mit der Maxi Dolphin 2007 in den Motorbootbau einstieg. Das Modell wurde in mehreren Ausführungen mit unterschiedlichen Decks- und Innenraumkonzepten gebaut. Welche Version in der Halle stand, teilte die Werft bisher nicht mit. Offenbar befanden sich die Arbeiten an MD75 und MD51 Power noch in frühen Phasen.

Der Brand trifft eine hoch spezialisierte Fertigung

Der Schaden reicht über den Verlust dreier Rümpfe hinaus. Maxi Dolphin verfügte in Erbusco über mehr als 2.700 Quadratmeter Hallenfläche und Anlagen für die Verarbeitung von Verbundwerkstoffen. Zum Standort gehörte ein 40 Meter langer Ofen für Composite-Bauteile. Welche Maschinen, Formen und Werkzeuge vom Feuer erfasst wurden, ist noch nicht öffentlich bekannt.

Wie eng solche Einzelbauten auf den späteren Einsatz zugeschnitten werden, zeigt die kurz vor dem Brand vorgestellte Maxi Dolphin MD58 „Minnesota“. Bei dem 17,90 Meter langen Carbon-Cruiser wurden Massenverteilung, Bordsysteme, Laufwege und Decksausrüstung anhand des Pflichtenhefts des Eigners entwickelt. Der Verlust von Produktionsmitteln und eingespielten Abläufen kann eine Custom-Werft deshalb ebenso schwer treffen wie der Verlust der Neubauten selbst.

Maxi Dolphin wurde 1987 von Vittorio Moretti gegründet. Zu den bekannten Yachten aus Erbusco zählen die 36 Meter lange „Viriella“, die MD100 „Nomad IV“ und die MD75 „Karma“. Seit 2016 gehört die Marke zu MD Technologies, Geschäftsführer ist Luca Botter.

Maxi Dolphin prüft neue Standorte

Botter kündigte unmittelbar nach dem Brand an, die Produktion fortzusetzen. Nach seinen Angaben prüft das Unternehmen bereits mögliche Standorte in der Region. Der Neustart soll sowohl die Segel- als auch die Motoryachten umfassen. Auf dem Gelände in Erbusco liefen unterdessen die Räumungs- und Sicherungsarbeiten. Erst nach der Beseitigung der Trümmer können die Schäden genauer untersucht und weitere Erkenntnisse zur Ursache des Feuers gewonnen werden.


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Lars Bolle

Lars Bolle

Chefredakteur Digital

Lars Bolle ist Chefredakteur Digital und Gründer von YACHT-Online. Viele Jahre war der Diplom-Sportwissenschaftler als Redakteur der YACHT in den Bereichen Sport und Seemannschaft tätig und hat die größten Segelsport-Veranstaltungen der Welt begleitet, vom America's Cup bis zu Olympischen Spielen. Seine persönliche Segel-Vita reicht vom Leistungssport in der Jolle (Deutscher Meister 1992 im Finn Dinghi) über historische und moderne Jollenkreuzer bis hin zu europaweiten Charter-Törns.

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