“L’Hydroptère”Foil-Trimaran vor Rückkehr aufs Wasser

Martin Hager

 · 01.09.2026

"Mit mehr als 100 Stundenkilometern zu segeln setzt mehr Adrenalin frei, als wir es je zuvor erlebt haben!", meinte ein überglücklicher Alain Thébault nach dem Rekord vor der französischen Küste bei Hyères im Jahr 2009. | CHRISTOPHE LAUNAY
Foto: picture alliance / DPPI Media
“L’Hydroptère” steht in Nantes vor dem entscheidenden Moment seiner Rettungsgeschichte: Ende September soll der legendäre Foil-Trimaran wieder zu Wasser gehen. Nach sieben Jahren Arbeit ist das kein bloßer Stapellauf. Erst Testfahrten werden zeigen, ob die aufwendig restaurierte Foiling-Legende noch funktioniert.

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„L’Hydroptère“ ist auferstanden. Der 18 Meter lange und 24 Meter breite Foil-Trimaran mit 28-Meter-Mast ist nach Jahren in der Werft wieder abflugbereit. Die Rückkehr aufs Wasser ist nach Angaben der Projektbeteiligten für Ende September vorgesehen.

Damit endet eine lange Phase, die 2019 auf Hawaii begann. Dort war der revolutionäre Trimaran seit 2015 zurückgelassen worden und vollständig von seiner Ausrüstung befreit. Gabriel Terrasse und Chris Welsh kauften ihn am 28. Juni 2019 bei einer Auktion des US-Bundesstaats Hawaii, um die Verschrottung abzuwenden. Die Bilddokumentation des Projekts L’Hydroptère 2.0 zeigt den Weg vom verlassenen Boot in Honolulu bis zum Wiederaufbau in Nantes.

Über den Pazifik und zurück nach Frankreich

Vor dem Rücktransport nach Europa musste das Boot zunächst wieder soweit ausgerüstet werden, dass es aus eigener Kraft von Hawaii nach San Francisco segeln konnte. Am 2. November 2019 brach „L’Hydroptère“ unter Skipper Mike Price auf. Am 18. November erreichte der Trimaran die San-Francisco-Bucht.

Danach begann die Demontage für den Rückweg. Der Transport nach Frankreich erfolgte in drei Etappen. Die erste begann im Februar 2021, im März 2023 waren schließlich alle Teile in Nantes zusammengeführt. Dort startete der eigentliche Wiederaufbau, unterstützt von Eric Rambaud als technischem Leiter mit Erfahrung im Flugzeug- und im Composite-Bau.

Ein Foiler aus der Zeit vor den heutigen Rennklassen

„L’Hydroptère“ wurde von Éric Tabarly und Alain Thébault konzipiert. Die Idee war damals radikal: Tragflügel sollten die benetzte Fläche der Rümpfe reduzieren und das Boot aus dem Wasser heben. Heute gehören Foils bei America’s-Cup-Yachten, Ultim-Trimaranen, Imocas und den F50 aus dem SailGP zum gewohnten Bild. Als das Konzept von „L’Hydroptère“ entstand, war es noch ein abenteuerliches Versuchsfeld.

Der Trimaran wurde später zum Symbol dieser Entwicklung. “L’Hydroptère” war das erste Segelboot, das die Marke von 50 Knoten überschritt - ein Meilenstein der Segelsportgeschichte.

Doch seine Bedeutung liegt nicht allein in diesem Rekord. „L’Hydroptère“ zeigt, wie früh Konstrukteure versuchten, aerodynamische und hydrodynamische Prinzipien im Segelsport zusammenzuführen. Der Wiederaufbau des legendären Dreirumpfers ist damit auch die Restaurierung eines technologischen Zeitdokuments.

“L’Hydroptère Nouvel Horizon” segelt bald

Die geplante Wasserung Ende September ist noch kein Beleg dafür, dass „L’Hydroptère Nouvel Horizon“, wie der Tri jetzt heißt, sofort wieder fliegen kann. Nach jahrelanger Stilllegung, einer Reise in Einzelteilen und dem vollständigen Wiederaufbau müssen erst Struktur, Systeme und das dynamische Verhalten auf dem Wasser geprüft werden.

Genau darin liegt der Unterschied zwischen einer optisch gelungenen Restaurierung und einem wieder einsatzfähigen Foiler. Die geplanten Testfahrten sollen zunächst die technische Plattform überprüfen, erst danach kann es darum gehen, ob der Trimaran wieder abhebt.

Langfristig ist Lorient als weiterer Standort vorgesehen. Dort könnte „L’Hydroptère Nouvel Horizon“ bei Veranstaltungen, Ausstellungen und Segel-Events zu sehen sein.

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Martin Hager

Martin Hager

Chefredakteur YACHT und BOOTE Exclusiv

Martin Hager ist Chefredakteur der Magazine YACHT und BOOTE EXCLUSIV. Er segelt seit seiner Kindheit, Surfen, Kitesurfen und Wingfoilen ergänzen seit vielen Jahren seinen sportlichen Horizont. Die Liebe zum Wassersport führte ihn zum Schiffbaustudium und von dort im Jahr 2004 in die Hamburger Redaktion des Delius Klasing Verlages. Seine Leidenschaft für den Bootsbau, die Yachtbranche und die spannenden Charaktere, die das Yachting prägen, gibt er mit Freude weiter – sei es in seinen Artikeln, als auch im Gespräch mit Lesern und der Branche.

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