Lago 26 SpeedsterEinfach zu segeln­des Sportboot für Spaß und Action im Test

Michael Good

 · 07.02.2026

Großzügige Platzverhältnisse: Das große, offene Cockpit bietet genug Raum für Sport und Genuss.
Foto: Championships Yachting/Felix Kling
​Das Sportboot Lago 26 aus Österreich wird in der neuen, stark modifizierten Version Speedster jetzt auch als attraktiver Daysailer angeboten. Ein Paradebeispiel gelungener Modellentwicklung.

D​aysailer gibt es diverse, zumindest ihrer Bezeichnung nach. Gerne binden viele Hersteller ihren Booten das begehrte Etikett um. Allerdings treffen längst nicht alle davon den Kern der Deutung. Eine, die die Beschreibung als Daysailer wohl kaum passender charakterisiert, ist die neue Lago 26 Speedster aus Österreich. Das Konzept: unkomplizierter, wenig aufwendiger und trotzdem aktiver Segelspaß für zwischendurch, vernünftige Dimensionen und damit trailertauglich, reduzierte Bordtechnik sowie ein einfaches Handling, vor allem auch für Solisten.

Die Lago 26 ist kein neues Boot. 2012 hat der österreichische Topsegler und mehrfache Olympiateilnehmer Hans Spitzauer (Finn, Starboot) damit seine moderne Interpretation des klassischen Jollenkreuzers vorgestellt. Konstruiert von Juliane Hempel in Radolfzell am Bodensee, präsentierte sich die Ur-Lago als universal einsetzbares Wanderboot mit aufholbarem Schwert, Gennaker und einem durchaus leistungsstarken Profil. Später wurde die Lago 26 zudem auch in einer Version als Sportboot vorgestellt, mit Hubkiel und Bleibombe. Und 2018 hat Spitzauer sein Boot in einer erleichterten Version mit Foils obendrein zum Fliegen gebracht.

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Mit der neuen Lago 26 Speedster als zusätzliche Variante hat die Werft Championships Yachting in Wien das Boot nun nochmals komplett überarbeitet. Der Rumpf bleibt unverändert, allerdings steht das Rigg beim neuen Modell etwa einen halben Meter weiter achtern, um eine Selbstwendefock mit vernünftiger Größe fahren zu können. Dementsprechend ist auch die Position des Kiels weiter nach hinten gerutscht.

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Mit diesen Anpassungen ist es zudem nötig geworden, das Deck neu zu konstruieren. Der vergleichsweise hohe und markante Kajütaufbau der Ursprungsversion ist den Umbaumaßnahmen fast vollständig zum Opfer gefallen. Nur eine kurze und flache Haube über dem Niedergang ist übrig geblieben. Optisch ist dies beim neuen Boot durchaus eine Bereicherung. Insgesamt wirkt die Version Speedster im Vergleich zur Basisausführung hübscher und eleganter. Die Gestaltung stammt aus dem Studio von Moodley Design mit Sitz in Graz.

Leicht trailerbar, unkompliziert Ein- und Auswassern

Bis vor Kurzem wurden die Boote der Lago-Serie von der Bootswerft Mader in Oberbayern gebaut, bekannt für ihre schnellen Regattajollen (Flying Dutchman, Zugvogel, Tempest, Finn). Nun hat Spitzauer die Produktion einem Kunststoffverarbeiter in Bosnien übergeben. Die Rümpfe und Decks werden dort als GFK-Sandwichkonstruktionen mit einem Schaumkern aus recycelten PET-Flaschen im Handlaminat aufgebaut und kommen danach zur Fertigstellung und Ausrüstung nach Wien.

Die Ruderanlage ist wie bei allen Ausführungen der Lago 26 am Heck angehängt und aufholbar. Dazu kann der T-Kiel dank einer flexiblen Hubeinrichtung mit Winde um mehr als 1,20 Meter aufgeholt werden. So lässt sich der Tiefgang bis auf 36 Zentimeter reduzieren. Vorteile hat dies vor allem für den unkomplizierten Transport auf dem Trailer. Auch lässt sich die Lago Speedster sehr leicht über die Rampe ein- und auswassern.

Das Auf- und Abbauen auf dem Trailer geht flugs, weil das Rigg sehr leicht gebaut ist. Der Kohlefaser-Mast vom Hersteller Compotec gehört zum Ausstattungsstandard und lässt sich ganz leicht über ein Scharnier an Deck von Hand stellen.

Schon bei einem Hauch von Wind schnell in Fahrt

Für einen Test mit der YACHT bringt Hans Spitzauer seine neue Speedster nach Lindau an den Bodensee. Bei nur sehr schwachem Wind muss das Boot seine Qualitäten als Daysailer unter Beweis stellen. Diese Prüfung besteht die quirlige Österreicherin mit Bravour. Das Boot kommt schon bei einem Hauch von Wind schnell in Fahrt, selbst am Wind mit der Standardbesegelung aus Groß und Selbstwendefock. 4,8 Knoten schafft die Speedster auf einem Winkel von 45 Grad zum wahren Wind. Und bei halbem Wind unter Gennaker liegen immerhin knapp 6 Knoten drin. Diese Leistungswerte sind beachtlich, weil weder das Rigg besonders hoch noch die Segelfläche ungewöhnlich üppig ist.

Natürlich hat Regattacrack Hans Spitzauer schon Pläne für eine Performance-Version Speedster RS in der Tasche. In dieser Ausführung soll sich das Boot an ambitionierte Regattasegler mit Mannschaft richten. Das Rigg wird höher sein und mehr Segelfläche tragen. Und der Kiel wird mit weniger Ballastanteil leichter ausgeführt, dann sollen zwei Trapeze für die Crew für zusätzlich aufrichtendes Moment sorgen. Und der Bugspriet wird ausziehbar und länger ausgeführt als bei der Basisversion mit dem fest angebauten Rüssel.

Das Handling unter Segeln ist einfach und funktioniert gut, insbesondere auch für Alleinsegler. Die hochwertige Grundausstattung mit den guten Beschlägen von Harken erleichtert die Abläufe, und ihr Layout ist durchdacht angeordnet. Was im Cockpit allerdings fehlt, sind Stauräume oder kleine Backskisten, zum Beispiel für Fender oder Festmacher. Dafür wäre unter dem Cockpitboden ausreichend Platz vorhanden. Hingegen müssen diese Dinge offen in der kleinen Kajüte gelagert werden.

Preise der Lago 26 Speedster

Rund 80.000 Euro will Championships Yachting für die Lago 26 in der einfachsten Ausführung. Zusätzlich werden Käufer mindestens 10.000 Euro für einen Satz Segel (Groß, Fock, Gennaker) berappen müssen.

  • Grundpreis ab Werft: 80.640 €
  • Preis segelfertig: 96.880 €
  • Garantie/gegen Osmose: 2/2 Jahre

Stand 2025, wie die ausgewiesenen Preise definiert sind, lesen Sie hier!

Obendrein kommen nochmals 5.300 Euro für den Elektro-Podmotor in der schwächsten Ausführung. In der Summe kommen also schnell gegen 100.000 Euro oder mehr zusammen – je nach Ausstattung.

YACHT-Bewertung der Lago 26 Speedster

​Hübscher Daysailer aus Österreich mit vielen modernen Designmerkmalen. Das trailerbare Boot zeigt im Leichtwindtest tolle Segeleigenschaften. Der Preis ist konkurrenzfähig.

​Konstruktion und Konzept

Vielseitig nutzbares Boot

Durchdachtes Layout

Mäßig hohes Rigg

Segelleistung und Trimm

Segelt steif und ausgewogen

Einfaches Handling

Gute Trimmbarkeit

Wohnen und Ausbauqualität

Mit Polstern auch bewohnbar

Flexible Stautaschen aus Stoff

Teilweise grobe Verarbeitung

Ausrüstung und Technik

Elektromotor in zwei Varianten

Hubkiel mit Kransystem

Wenig Stauräume an Deck


Die Lago 26 Speedster im Detail

Schmal, leicht und trailerbar: Die Breite beträgt nur 2,50 Meter. Mit 980 Kilo Gewicht ist der Transport auf dem Straßentrailer problemlos.Foto: YACHTSchmal, leicht und trailerbar: Die Breite beträgt nur 2,50 Meter. Mit 980 Kilo Gewicht ist der Transport auf dem Straßentrailer problemlos.

Technische Daten der Lago 26 Speedster

  • CE-Entwurfskategorie: C
  • Rumpflänge: 7,95 m
  • Gesamtlänge: 8,75 m
  • Wasserlinienlänge: 7,66 m
  • Breite: 2,50 m
  • Tiefgang (Hubkiel): 0,36–1,60 m
  • Masthöhe über WL: 10,55 m
  • Theor. Rumpfgeschw.: 6,7 kn
  • Gewicht: 980 kg
  • Ballast/-anteil: 370 kg/38 %
  • Großsegel: 16,0 m²
  • Selbstwendefock: 11,0 m²
  • Gennaker: 50,0 m²
  • Code Zero: 33,0 m²
  • Maschine (Pod Drive): 1/3 kW

​Rumpf- und Decks­bauweise

GFK Sandwichkonstruktionen, aufgebaut im Handlaminat mit PET-Schaumkern.

Motorisierung

Möglich sind Elektro-Podmotoren mit 1,0 oder 3,0 kW Leistung von Hersteller ePropulsion. Der Antrieb ist im Grundpreis nicht enthalten. Die Aufpreise betragen 5.285 Euro, bzw. 10.180 Euro.

Segel nach Wunsch

Ein Satz laminierte Segel (Groß und Fock) von North Sails (NPL Tour black) kostet rund 6.500 Euro brutto zusätzlich. Der Preis für einen Gennaker beträgt 2.900 Euro, für einen rollbaren Code Zero 4.460 Euro.

Rigg

Der Mast aus Kohlefaser von Hersteller CompoTech gehört zur Standard-Ausstattung ab Werft.

Werft und Vertrieb

Championships Yachting GmbH, 1010 Wien (Österreich); www.lago26.com


​Vom Jolli bis zum Foiler: So wandelbar ist kein anderes Boot

Gemütlich, sportlich oder abgehoben. Die Lago 26 ist in allen Facetten des Segelsports zu Hause.
Foto: Michael Good

Mehr als 50 Boote vom Typ Lago 26 hat die Firma Championships Yachting von Hans Spitzauer bisher gebaut und verkauft. Viele segeln in der Ausführung Sword auf Binnenrevieren als moderne Jollenkreuzer mit Ballastschwert oder in der Version Keel als Sportboot mit Hubkiel. Die Lago 26 gehört speziell am Neusiedlersee in Österreich zu den schnellsten und erfolgreichsten Regattabooten.

In der Ausführung Foil hat Hans Spitzauer seine Lago 26 versuchsweise auch in einer Umsetzung als Foiler mit seitlich ausfahrbaren Tragflächen gebaut. Mit einer professionellen Mannschaft ist es sogar gelungen, diese stark abgespeckte und mit hohen Kohlefaseranteilen gebaute Variante zum Fliegen zu bringen. Dieses Boot wird allerdings nicht in Serie angeboten.

​Technische Daten Lago 26

  • CE-Entwurfskategorie: C
  • Rumpflänge: 7,95 m
  • Breite: 2,50 m
  • Tiefgang Sword: 0,20–1,60 m
  • Tiefgang Keel: 0,40–1,80 m
  • Tiefgang Foil: 2,20 m
  • Gewicht Sword: 780 kg
  • Gewicht Keel: 780 kg
  • Gewicht Foil: 580 kg
  • Segelfläche Touring: 28,8 m²
  • Segelfläche Regatta: 35,8 / 39,0 m²

​Breite Palette, attraktive Angebote: Eine Marktübersicht

Kleine Daysailer wie die Lago 26 Speedster gibt es viele. Der gemeinsame Nenner aller Boote ist das unkomplizierte Segelvergnügen für zwischendurch.

​A27

A27: Rumpflänge 8,18 m; Breite 2,40 m; Gewicht 1,6 t; ab 136.200 Euro.Foto: YACHT/A. CostadedoiA27: Rumpflänge 8,18 m; Breite 2,40 m; Gewicht 1,6 t; ab 136.200 Euro.

Mit seinem stimmigen Gesamtpaket kann der sportliche Festkieler aus Österreich punkten. Unter Deck bleibt das Boot leer. Hier geht’s zum ausführlichen Test!


​Cape Cod 767

Cape Cod 767: Rumpflänge 7,67 m; Breite 2,54 m; Gewicht 1,25 t; ab 124.790 Euro.Foto: WerftCape Cod 767: Rumpflänge 7,67 m; Breite 2,54 m; Gewicht 1,25 t; ab 124.790 Euro.

Smarte Alleskönnerin aus der Werft Rosewest in Frankreich. Mit Integral- Schwenkkiel und angehängtem Ruderblatt gut trailerbar. Lesen Sie hier den Test!


​Code # Black Pepper

​Code # Black Pepper: Rumpflänge 8,06 m; Breite 2,55 m; Gewicht 1,4 t; ab 202.300 Euro.Foto: YACHT/Jean-Marie Liot​Code # Black Pepper: Rumpflänge 8,06 m; Breite 2,55 m; Gewicht 1,4 t; ab 202.300 Euro.

Exklusive Plattform für Individualisten aus Frankreich. Das hübsche Boot ist mit einem Schwenkkiel ausgestattet. Leider teuer. Hier lesen Sie den Test!


​Flaar 24

Flaar 24: Rumpflänge 7,23 m; Breite 2,53 m; Gewicht 0,73 t; ab 77.230 Euro.Foto: EYOTY/Ludovic FruchaudFlaar 24: Rumpflänge 7,23 m; Breite 2,53 m; Gewicht 0,73 t; ab 77.230 Euro.

Sehr leicht gebautes Kohlefaser-Sportboot mit Schwenkkiel aus Ungarn. Mit vier Kojen unter Deck ist die Flaar 24 auch tourentauglich. Lesen Sie mehr zur Flaar 24 im YACHT-Test!


​J/7

J/7: Rumpflänge 7,04 m; Breite 2,47 m; Gewicht 1,04 t; ab 52.000 Euro.Foto: Samuel Hodges Photography/J-BoatsJ/7: Rumpflänge 7,04 m; Breite 2,47 m; Gewicht 1,04 t; ab 52.000 Euro.

Segel hochziehen, rausfahren, Spaß haben. Der höchst einfache Festkieler aus den USA soll jetzt auch in Europa Fuß fassen.


​Pointer 22

Pointer 22: Rumpflänge 6,50 m; Breite 2,20 m; Gewicht 0,75 t; ab 50.400 Euro.Foto: YACHT/B.KolthofPointer 22: Rumpflänge 6,50 m; Breite 2,20 m; Gewicht 0,75 t; ab 50.400 Euro.

Attraktives und günstiges Multitalent aus Holland. Mit aufholbarem Schwenkkiel ist das Boot leicht zu trailern und zu slippen. Lesen Sie hier mehr zur Pointer 22!


​Saffier Se 24 Lite

Saffier Se 24 Lite: Rumpflänge 7,10 m; Breite 2,40 m; Gewicht 1,05 t; ab 77.350 Euro.Foto: YACHT/B.KolthofSaffier Se 24 Lite: Rumpflänge 7,10 m; Breite 2,40 m; Gewicht 1,05 t; ab 77.350 Euro.

Das kleinste Boot aus der Saffier-Werft in Holland bietet jollenartige Eigenschaften. Zwei Personen können innen schlafen. Hier geht es zum Test!


​Tofinou 7.9

Tofinou 7.9: Rumpflänge 7,16 m; Breite 2,30 m; Gewicht 1,2 t; ab 98.055 Euro.Foto: YACHT/Olivier BlanchetTofinou 7.9: Rumpflänge 7,16 m; Breite 2,30 m; Gewicht 1,2 t; ab 98.055 Euro.

Die Schwenkkiel-Französin reduziert das Segelvergnügen auf das Wesentliche und vertritt das Thema Daysailer ohne Kompromisse. Mehr zur Tofinou 7.9 im ausführlichen Test!


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