Esse 890Vielseitiges Format für den großen Anspruch

Michael Good

 · 17.10.2026

Markante Optik. Die Wasserlinie ist am Heck stark eingeschnürt, die Rumpfaufkimmung ist entsprechend ausgeprägt.
Foto: Esseboats / Croy Studio
Aufregung in der Seglerszene am Zürichsee: Die neue Esse 890 ist im Wasser – und die YACHT war für einen Exklusivtest bereits an Bord des sportlichen Daysailers. Die Galerie zeigt erste Bilder vom Test und gibt Einblicke in ein spannendes Bootskonzept, das Regattaambitionen mit unkompliziertem Handling und der Möglichkeit zum Wochenendtörn verbindet.

Die Esse 890 soll verschiedene Einsatzbereiche zusammenbringen. Das Grundkonzept ist das eines Daysailers für sportliche Tagestörns. Ebenso lässt sich das Boot als Racer für den Regattaeinsatz nutzen. Wer längere Wochenenden auf dem Wasser verbringen möchte, kann eine komfortabler ausgebaute Weekender-Version wählen. Die Grundidee bleibt in allen Fällen gleich: ein übersichtliches, funktional eingerichtetes Boot, das sich mit kleiner Crew bewegen lässt und Segelspaß in den Mittelpunkt stellt.

Der Entwurf stammt von Felci Yacht Design, dem Hauskonstrukteur der Schweizer Werft. Die Rumpfform ist markentypisch schmal und lang gestreckt. Bei 8,90 Metern Rumpflänge misst die Esse 890 nur 2,48 Meter in der Breite. Damit lässt sie sich problemlos auf einem Straßentrailer transportieren. Auch das Gewicht fällt für eine Yacht dieser Größe niedrig aus: Voll ausgestattet wiegt das Schiff nur rund 1600 Kilogramm. Knapp die Hälfte davon entfällt auf den Ballast im Kiel. Der Rumpf der Esse 890 ist aus Kohlefaser im Vakuuminfusionsverfahren mit Epoxidharz gefertigt. Das Deck ist eine Sandwichkonstruktion aus GFK, ebenfalls mit Epoxidharz laminiert.


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Hubkiel und Carbonrigg

Zum sportlichen Anspruch passt das serienmäßige Rigg aus Kohlefaser des Herstellers Pauger. Die Segelfläche am Wind beträgt rund 50 Quadratmeter; für raumen Wind ist ein 85 Quadratmeter großer Gennaker vorgesehen. Ein ausfahrbarer Gennakerbaum aus Carbon nimmt auch einen Code Zero auf. Die Selbstwendefock erleichtert die Bedienung und soll das Wenden vereinfachen. Für den Einsatz auf Binnenrevieren lässt sich alternativ eine überlappende Genua wählen. Das Layout an Deck ist auf freie Bewegungsabläufe und eine möglichst direkte Bedienung ausgelegt. Damit soll die Esse 890 auch mit kleiner Mannschaft oder allein kontrollierbar bleiben.

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Der Kiel lässt sich hydraulisch um 40 Zentimeter anheben. Das erleichtert den Transport und schafft mehr Spielraum in Häfen oder flacheren Revieren. Standardmäßig ist ein Tiefgang von 1,70 bis 2,10 Metern vorgesehen.

Vom Daysailer bis zum Weekender

Unter Deck setzt Esseboats auf einen modularen Ausbau. Als Daysailer und in der Ausführung als Racer bleibt der Innenraum einfach und auf das Wesentliche konzentriert. Die Weekender-Variante bietet einen wohnlicheren Ausbau und zusätzliche Rumpffenster, die mehr Tageslicht in den Innenraum bringen. So lässt sich das Boot an unterschiedliche Ansprüche anpassen. Ein prägendes Element unter Deck ist die asymmetrisch angeordnete Lounge über dem Kielkasten. Das Team von Esseboats nennt dieses Element auch „Chaiselongue“. Der Innenraum ist damit nicht als vollwertige Kreuzeryacht gedacht, bietet aber die Möglichkeit, an Bord zu übernachten und kurze Törns zu unternehmen. Gerade diese Verbindung aus sportlichem Daysailer und einfachem Weekender bildet einen wesentlichen Teil des Konzepts.

Der Grundpreis für die erstklassig gebaute und überdies sehr hochwertig ausgestattete Esse 890 liegt bei 129.000 Euro in der einfachen Daysailer-Ausführung, ohne Motorisierung und Segel. Inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer beträgt der Bruttopreis 153.500 Euro. Der ausführliche Testbericht mit der Einordnung der Segeleigenschaften folgt in der YACHT-Ausgabe 25/2026. Dieses Heft erscheint Ende November.

Die neue Esse 890 wird als Weltpremiere in Januar 2027 auf der Messe boot in Düsseldorf ausgestellt sein.

Technische Daten Esse 890

  • Konstrukteur: Felci Yacht Design
  • Rumpflänge: 8,90 m
  • Länge Wasserlinie: 8,30 m
  • Breite: 2,48 m
  • Tiefgang mit Hubkiel (standar): 1,70 - 2,10 m
  • Tiefgang mit Hubkiel (kurz): 1,50 - 1,90 m
  • Gewicht: 1,6 t
  • Ballast/-anteil: 780 kg / 49 %
  • Segelfläche am Wind: 50,0 m2
  • Segeltragezahl: 6,04
  • Gennaker: 85,0 m2
  • Motorisierung: Aussenborder oder Schachtmotor
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Michael Good

Michael Good

Redakteur Test & Technik

Michael Good ist Testredakteur bei der YACHT und kümmert sich in der Funktion in erster Linie um neue Boote, deren Vorstellung sowie um die Produktion von Testberichten. Michael Good lebt und arbeitet in der Schweiz am unteren Bodensee. Er segelt seit Kindertagen und ist neben seiner beruflichen Tätigkeit auch seit vielen Jahren als aktiver Regattasegler unterwegs, derzeit vor allem in den Klassen Finn Dinghi und Melges 24. Zudem ist er Miteigner von einem 45er Nationalen Kreuzer mit Baujahr 1917. Michael Good arbeitet seit Januar 2005 für die YACHT-Redaktion und hat in der Zeit gegen 500 Yachten, Katamarane und Jollen getestet.

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